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Photovoltaik-Anschluss an Stromnetz: Netzkonformer Solarstrom – das musst Du wissen!

Author's iconLukas Hoffmeier
Technik
3. FebruarLesezeit 8 Minuten
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Wenn Personen ihre Photovoltaik-Anlage an das Stromnetz anschließen möchten, dann hängt die Vorgehensweise von der Größe und Einspeiseleistung der Anlage ab. Bei großen Anlagen ab einer Einspeiseleistung von 20 kWp (Kilowatt-Peak) steht wahnsinnig viel Arbeit bevor: Viele Unterlagen müssen beim Netzbetreiber eingereicht, diverse Standards des EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) eingehalten, die EEG-Umlage erbracht und sonstige Anforderungen berücksichtigt werden.

Einfacher haben es Personen beim Netzanschluss von Mini-PV-Anlagen mit bis zu zwei Modulen und einer Einspeiseleistung von maximal 600 Watt: Anlage selbst aufbauen, anmelden, über die Steckdose anschließen und in Betrieb nehmen – schon fließt die grüne Energie ins eigene Heim! Wie Du weißt, gehen wir bei priwatt genau diesen simplen Weg und bieten Mini-PV-Anlagen an. Aus diesem Grund ist es für Dich einfach umsetzbar, Deine Photovoltaikanlage netzkonform anzuschließen. In diesem Beitrag erklären wir bis ins Detail und inklusive aller Ausnahmen, wie Du Deine Mini-PV-Anlage netzkonform anschließt.

Mini-PV-Anlagen – einfach an die Steckdose

Nicht ohne Grund heißen die Mini-PV-Anlagen auch “Plug-&-Play-Solaranlagen”: Über einen haushaltsüblichen Schuko-Stecker erfolgt der Anschluss ans Stromnetz. Bis zu einer Leistung von 600 Watt darf der Schuko-Stecker genutzt werden. Maßgebend ist hierbei nicht die Leistung der Solarmodule einer Mini-PV-Anlage, sondern die Wechselrichterleistung.

Kleiner Exkurs: Der Wechselrichter ist eine Komponente von Photovoltaikanlagen, die unerlässlich ist. Im Wechselrichter wird der Solarstrom von Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt. Im Gegensatz zum Wechselstrom ist der Solarstrom für zuhause nicht geeignet, weil er nicht kompatibel mit dem Stromnetz ist. Somit hätten wir bereits einen wichtigen Aspekt für einen konformen Netzanschluss abgehakt: den Wechselrichter. Glücklicherweise bekommst Du diesen beim Kauf einer Mini-PV-Anlage mitgeliefert.

Sind Wechselrichter, Schuko-Stecker und Steckdose für einen Anschluss vorhanden, darfst Du Deine Anlage bei einer Wechselrichterleistung von bis zu 600 Watt einfach anschließen. Dann wird der umgewandelte Solarstrom ins Stromnetz eingespeist und steht Dir zur Verfügung. Die einzigen Bedingungen hierbei sind, dass…

  1. Dein Stromzähler rücklaufgeschützt ist
  2. zuvor die Anmeldung der Anlage beim Stromanbieter erfolgt ist.

Zähler vor Inbetriebnahme der Mini-PV-Anlage checken!

Der Strom aus einer Mini-PV-Anlage wird ins Netz eingespeist. Zuvor hast Du den Strom nur von Deinem Netzbetreiber bezogen. Er wanderte lediglich in eine Richtung: nämlich aus dem öffentlichen Stromnetz zu Dir. Mit der Mini-PV-Anlage gibt es eine neue Richtung, an die der Stromzähler angepasst sein muss. Der Strom fließt nämlich nun auch von Dir ins öffentliche Stromnetz, um ihn für die Nutzung einzuspeisen. Der Teil des Stroms, den Du direkt nutzen kannst, kommt Dir zugute. Überschüsse, die eintreten, wenn Du beliebige Mengen der Energie nicht verbrauchst, werden kostenlos ins öffentliche Stromnetz abgegeben.

Normalerweise müsste die Anlage nach §9 des EEGs eine 70-%-Begrenzung beinhalten. Da die Anlagen in der Regel diese Grenze nicht einhalten, wird es nach dem EEG mit einem Verlust der Einspeisevergütung sanktioniert. Dieser Verlust ist allerdings erwünscht, weil sich eine Vergütung für den eingespeisten Strom im Vergleich zur Selbstnutzung nicht lohnen würde. Daher solltest Du auf die Einspeisevergütung verzichten, denn somit wird im Gegenzug die 70-%-Begrenzung der Anlage unnötig.

Möchtest Du zur Eigennutzung den umgewandelten Solarstrom ins Hausnetz einspeisen, so benötigst Du einen Stromzähler, der nicht rückwärts dreht. Alte Ferraris-Zähler tun dies leider, was zur Folge hat, dass der eingespeiste Strom von dem vom Energieversorger bezogenen Strom subtrahiert wird. Dies wäre allerdings eine Manipulation bzw. Fälschung der technischen Aufzeichnungen und nach §268 StGB eine Straftat. Also: Zählerkontrolle!

Die meisten Anlagenbetreiber wissen direkt, welchen Stromzähler sie bei sich verbaut haben. Sofern ein Ferraris-Zähler installiert ist, ist ein Austausch notwendig. Mögliche Alternativen für einen Austausch sind rücklaufgeschützte Stromzähler mit Zweirichtungsmessung sowie digitale und intelligente, “smarte” Zählertypen. Mehr zu den einzelnen Varianten erfährst Du in unserem umfassenden Artikel “Stromzähler Mini-Solaranlage“.

Bevor Solaranlagen angeschlossen werden, könnte also ein Zählertausch notwendig sein. Diesen Austausch muss ein Elektriker übernehmen. Eine vorherige Absprache des Zählerwechsels mit dem Energieversorger ist zwingend erforderlich. Der Zählerwechsel ist in vielen Fällen kostenlos, weil die Messstellenbetreiber bis 2032 ohnehin die alten Ferraris-Stromzähler ausgetauscht haben müssen. Meist verhält es sich also so: Entweder hast Du bereits einen neuen Stromzähler oder Du erhältst kostenlos einen.

Anmeldung der Mini-Photovoltaik-Anlage nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)

Sollten ein Wieland-Stecker und eine dazu passende Energiesteckdose installiert werden, dann muss eine Anmeldung der Mini-Photovoltaikanlage durch den installierenden Elektriker vollzogen werden. Bei einer eigenen Installation mittels Schuko-Stecker durch den Anlagenbesitzer ist eine Anmeldung der Anlage über einen Elektriker nicht erforderlich.

Du meldest die Anlage stattdessen selbst an, wobei wir Dich gern in unserem Service unterstützen. Wir erklären Dir kostenlos, welche Unterlagen einzureichen sind und worauf es beim Anmelden sonst noch ankommt. Melde Dich bei Fragen gern bei unserem Supportteam unter support@priwatt.de, um die gewünschte Unterstützung zu erhalten.

Ein kurzer Überblick darüber, bei welchen Institutionen Du Deine Mini-Photovoltaikanlage anmelden musst und wieso:

  • Bundesnetzagentur: In dem Anlagenregister der Bundesnetzagentur sind sämtliche Photovoltaik-Anlagen gelistet, die in Deutschland betrieben werden. Laut EEG ist die Anmeldung bei der Bundesnetzagentur verpflichtend, kann jedoch auch nach der Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage durchgeführt werden.
  • Auch bei Mini-Photovoltaik-Anlagen ist die Anmeldung beim Netzbetreiber nötig: Du solltest eine Anfrage bei Deinem Netzbetreiber zum Netzanschluss der Solaranlage mit den erforderlichen Unterlagen stellen. Innerhalb von spätestens acht Wochen müssen die örtlichen Netzbetreiber auf diese Anfrage antworten.

Wusstest Du schon, dass sogar Mini-PV-Anlagen gefördert werden? Je nach Ort oder Region greifen verschiedene Förderungen mit verschiedenen Beträgen von bis zu 500 Euro. Nahezu alle Förderungen haben unabhängig vom Ort eines gemeinsam: Sie setzen voraus, dass sie noch vor dem Kauf der Photovoltaikanlage beantragt werden. Die Rechnung reichst Du als Beleg ein, sobald die Photovoltaikanlage gekauft ist, woraufhin Du die Förderung beim Beachten weiterer Bedingungen erhältst.

Ist der Schuko-Stecker sicher genug für den Betrieb einer Mini-Photovoltaik-Anlage?

Das klingt bis hierhin doch nach einer runden und einfachen Sache für einen netzkonformen Photovoltaik-Anschluss:

  1. Mini-Solaranlage kaufen.
  2. Eignung des Stromzählers für Einspeisung prüfen und ggfs. Zählertausch durchführen lassen.
  3. Mini-Solaranlage vor Inbetriebnahme anmelden.
  4. Stecker einstecken und Solarstrom zu Hause beziehen.

Manchmal klingt der Vorgang des Anschlusses etwas zu einfach, um wahr zu sein. Entsprechende Erfahrungen wirst eventuell auch Du machen, denn des öfteren stellen die Netzbetreiber Sonderanforderungen und erwarten einen normgerechten Stecker und eine normgerechte Steckdose. Hiermit sind wir bei der Alternative zum Schuko angekommen: Wieland-Stecker und -Steckdose.

Aber direkt vorab: Die Netzbetreiber haben bei Mini-PV-Anlagen keinerlei Mitspracherecht bei der Entscheidung für eine Steckvorrichtung zum Netzanschluss der Anlage. Zwar bestehen die örtlichen Netzbetreiber meist auf eine Wieland-Steckdose und einen entsprechenden Stecker, doch maßgebend ist das Gesetz. Hier sind alle Argumente auf Deiner Seite, denn laut §49 EnWG musst Du lediglich beachten, dass Du beim Netzanschluss den allgemein anerkannten Stand der Technik einhältst. Dies ist bei deutschen Mini-PV-Anlagen, wie etwa denen aus dem Hause priwatt, durch einen Anschluss mit dem Schukostecker an Deine vorhandene Steckdose gewährleistet.

Aber Vorsicht: Sobald eine Mini-Photovoltaikanlage mehr als 600 Watt Wechselrichterleistung bei der Einspeisung erbringt, ist ein Netzanschluss über Schuko-Stecker nicht mehr empfehlenswert. In diesem Fall empfehlen auch wir einen Anschluss ans Netz über die Wieland-Steckvorrichtung.

Wieso ist bei mehr als 600 Watt Wechselrichterleistung eine Wieland-Steckvorrichtung zu empfehlen?

Abhängig von der Menge des eingespeisten Stroms kann es zu technischen Schäden in der Hauselektrik kommen oder das öffentliche Netz wird überlastet. Aus diesem Grund wird bei Anlagen, deren Wechselrichter über 600 Watt Leistung erbringt und die somit hohe Strommengen einspeisen, eine Anpassung der vorhandenen Elektroinstallation vorgenommen. Elektriker tauschen dann die Sicherungen aus.

Der Wieland-Stecker und die Wieland-Steckdose entsprechen gewissen Normen, die einen sicheren Betrieb von Photovoltaikanlagen mit höheren Leistungen ermöglichen. Deren Installation erfolgt ebenfalls über einen Elektriker. Die Installation einer Wieland-Steckvorrichtung geht mit höherer Sicherheit für die Anlagenbetreiber und für das öffentliche Netz einher. Während eine derart hohe Sicherheit bei einer Mini-Photovoltaikanlage bis 600 Watt Wechselrichter- bzw. Einspeiseleistung nach Ansicht von Fachverbänden wie der DGS (Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie) nicht notwendig ist, verhält es sich bei höheren Leistungen anders: Hier sind für eine Netzkonformität der Photovoltaikanlage zurecht höhere Anforderungen zu erfüllen.

Technische Besonderheiten einer Wieland-Steckvorrichtung

Bild eines Wieland-Steckers
Bild einer speziellen Wieland-Energiesteckdose

Neben ihrer Optik hat eine Wieland-Steckvorrichtung technische Besonderheiten, die sich offensichtlich in der Spezifikation äußern: Sie ist speziell für den Netzanschluss von PV-Anlagen geschaffen. Als solche erfüllt sie die Normen DIN VDE V 0100-551-1 zum “Errichten von Niederspannungsanlagen” und DIN VDE V 0628‐1 zur “Einspeisung in separate Stromkreise”. Die zur Einhaltung dieser Normen zu erfüllenden Anforderungen führen zu einer sichereren Solaranlagen-Nutzung für sämtliche AnwenderInnen.

Beispielsweise ist das Entfernen eines Wieland-Steckers aus einer Wieland-Steckdose nur durch Abschrauben möglich. Dies steigert die Sicherheit, falls Kinder zu Hause sind und an der Steckdose spielen. Zusätzlich zur Normung bietet die Installation einer Wieland-Steckvorrichtung den Vorteil, dass technisch eine Prüfung der gesamten Hausinstallation stattfindet und die eventuell vorhandenen Sicherheitslücken identifiziert und beseitigt werden.

FAQ: PV-Anlagen-Anschluss ans Stromnetz

Wo wird die Photovoltaikanlage angeschlossen?

Der Anschluss einer Mini-Photovoltaikanlage kann an eine haushaltsübliche Steckdose erfolgen. Neben dem Anschluss über den Schuko-Stecker können Besitzer einer Anlage freiwillig entscheiden, den Solarstrom für die Steckdose über eine Wieland-Energiesteckvorrichtung zuzuführen. In diesem Fall muss ein Anschluss der speziellen Steckdose durch den Elektriker erfolgen.

Wie wird der Wechselrichter angeschlossen?

Der Wechselrichter hat zwei Solarkabel, die ans Modul angeschlossen werden. Durch die Angabe der Pole und die unterschiedliche Optik der Kabel ist der richtige Anschluss simpel durchführbar.

Ein anderes Kabel auf derselben Seite des Wechselrichters dient als Verbindungselement, falls ein weiterer Wechselrichter bei einem weiteren Modul vorhanden ist.

Gibt es keinen weiteren Wechselrichter, dann wird das Verbindungselement mit einer Kappe darauf abgedichtet, die im Lieferumfang enthalten ist.

Auf der anderen Seite des Wechselrichters befindet sich das Stromkabel, das beim mitgelieferten Kabel für den Schuko-Stecker eingesteckt wird. Der Schuko-Stecker wiederum wird in die Steckdose gesteckt, woraufhin der Stromanschluss fertig ist und Du die Solarenergie für zuhause direkt beziehen kannst.

Lohnt sich die Inanspruchnahme einer Einspeisevergütung?

Die Menge des eingespeisten Stroms ins öffentliche Netz wirft bei einer Mini-Solaranlage derart wenige Euro ab, dass es sich nicht lohnt, eine Vergütung für die Einspeisung zu fordern. Mini-Photovoltaikanlagen decken den Eigenverbrauch ab. Zusätzlich dazu gibt es wenige Phasen im Jahr, in denen Stromüberschüsse erwirtschaftet werden. Die Strommenge dieser Überschüsse ist so gering, dass sie in keinem Verhältnis zum steuerrechtlichen und zeitlichen Aufwand steht, den der Erhalt einer Einspeisevergütung nach sich ziehen würde. Mehr dazu erfährst Du in unserem Beitrag “Solarstrom einspeisen”.

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Lukas HoffmeierGründer & CEO von Priwatt

Ingenieur für Erneuerbare Energien (M.Sc) und ausgebildeter Energieberater, der durch seine Erfahrung in der Energie- und Solarwirtschaft viel Wissen mitbringt, um als Überzeugungstäter die Energiewende voranzutreiben.

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