Mini-Solaranlage: Funktion & Eigenverbrauch des Solarstroms

Author's iconSophia Reker
Wissenswertes
Lesezeit 10 min
Post's headline

Den eigenen Strom zu erzeugen, ist nicht nur den Energieversorgern und Investoren mit großen Photovoltaikanlagen auf Dächern und Feldern vorbehalten. Auch Du als normaler Verbraucher kannst seit 2017 selbst nahezu CO2-freien Strom erzeugen. Dabei spielt es keine Rolle, ob du ein Haus oder eine Wohnung mietest oder besitzt: Dank Mini-PV-Anlagen kannst du bei moderaten Investitionskosten eigenen Strom aus dem Licht der Sonne erzeugen, diesen selbst verbrauchen und schließlich Strombezugskosten sparen.

Wie es dir gelingt, die kleine Photovoltaik-Anlage zu montieren, deinen Balkon zur Brutstätte umweltfreundlicher Energie zu machen und deine laufenden Energiekosten zu senken – die nächsten Zeilen verraten es dir!

Was ist ein Balkonkraftwerk?

Ein Balkonkraftwerk ist eine Mini-PV-Anlage bzw. Plug-In-PV-Anlage, die aus maximal zwei Solarmodulen besteht und eine Wechselrichter-Leistung in Höhe von 600 W nicht überschreitet. Doch anders als gedacht, erfolgt die Montage nicht ausschließlich am Balkon, sondern ebenfalls an der Fassade, im Garten oder auf dem Dach. 

Die Montage, Inbetriebnahme und Anmeldung zur Nutzung des eigenen Solarstroms ist bei diesen kleinen Solaranlagen verhältnismäßig einfach: Vor der Montage wird die vereinfachte Anmeldung beim Netzbetreiber sowie danach die Registrierung im Marktstammdatenregister umgesetzt. Währenddessen wird im Regelfall auf die EEG-Einspeisevergütung verzichtet und vom Eigenverbrauchsprivileg Gebrauch gemacht. Liegt schließlich ein passender Zähler vor, der die Erzeugungsmengen von dem Verbrauch trennt, sodass die Daten zum Stromverbrauch und der -erzeugung nicht verfälscht werden, kann die Anlage in Betrieb genommen werden.  

Die Komponenten werden fest am Installationsort verbunden, die Kabel in die Steckdose eingesteckt und der Solarstrom im Haushalt genutzt. Zugegebenermaßen ist diese Darstellung stark vereinfacht und enthält ein paar wichtige Herausforderungen vor. Fakt ist jedoch: Ein Balkonkraftwerk bietet auch mit wenigen Solarmodulen für Mieter und Hauseigentümer eine attraktive Möglichkeit zur Mitgestaltung der Energiewende. Um zu verstehen, wie das Balkonkraftwerk funktioniert und was du erwarten darfst, schauen wir uns den Aufbau einer Mini-Solaranlage und die Inbetriebnahme näher an.

Mini-Solaranlagen: Funktion und einzelne Komponente

Ein Balkonkraftwerk lässt sich auf deinem Balkon einfach selbst montieren. Im Lieferumfang findest du bei einem Balkonkraftwerk ein oder höchstens zwei Solarmodule vor. Optional ist im Lieferumfang eine Befestigungsoption vorhanden, mit der du die Module an dem Installationsort anbringst. Falls du eine alternative Befestigungsmöglichkeit hast, kannst du die Mini-Solaranlage auch ohne Balkonbefestigung kaufen. Bis hierhin hast du die erste Komponente kennengelernt, die dich auf deinem Weg zu selbst erzeugtem grünem Strom näherbringt: die Solarmodule. Jedes der Solarmodule enthält etwa 60 Solarzellen, die die einfallenden Strahlen der Sonne aufnehmen. Diese von der Sonne ausgehenden Lichtteilchen, erzeugen im der Solarzelle frei bewegliche Ladungsträger, mit denen der Stromfluss ermöglicht wird. Die grundlegende Funktionsweise von Photovoltaikanlagen kannst du genauer in unserem Artikel über die Photovoltaik-Funktion nachlesen.

Weiter mit dem Lieferumfang und dem Aufbau des Balkonkraftwerks: Neben dem Herzstück der Anlage, den Modulen, und einer Befestigungsmöglichkeit findest du Kabel mit Stecker und einen Wechselrichter vor. Wechsel…was?!? An sich sollte das Kabel doch genügen, oder? Du verbindest es mit den Modulen und steckst den Stecker ganz einfach in die Steckdose, um den Strom zu nutzen. Tatsächlich ist es nicht ganz so einfach, denn der aus Solarenergie erzeugte Strom unterscheidet sich von dem Strom, den Verbraucher über das öffentliche Netz beziehen. Der Wechselrichter sorgt dafür, dass der erzeugte Strom kompatibel für das Hausnetz und das öffentliche Netz wird. Man spricht hierbei von der Umwandlung von Gleichstrom (das ist der Solarstrom) in Wechselstrom (das ist der im Hausnetz und öffentlichen Netz vorhandene Strom). Bei derart kleinen PV-Anlagen kannst du den Wechselrichter selbst montieren. Einfach das Gerät mit der Mini-Solaranlage und der Steckvorrichtung des Hausnetzes verbinden und schon geht’s los. 

Naja fast: Im Regelfall benötigst du die Hilfe eines Elektrikers, der deinen konventionellen Stromzähler gegen einen Zweirichtungszähler austauscht. Falls du diesen nicht bereits bei dir im Haushalt vorfindest, solltest du jedoch mindestens einen Zähler mit Rücklaufsperre besitzen. Denn ohne Rücklaufschutz verfälscht du deine Daten zum Stromverbrauch und zur -einspeisung, was strafrechtliche Konsequenzen haben kann. Der Zähleraustausch erfolgt häufig kostenlos und wird vom Netzbetreiber durchgeführt. Solltest du zudem auf eine Energiesteckdose setzen, kann der Fachmann hier ebenfalls eine Wielandsteckdose verbauen. Du willst möglichst wenig damit zu tun haben? Dann schaue doch mal bei unserem priwatt-Installationsservice vorbei. Wir übernehmen die Installation gerne für dich und berücksichtigen deine Wünsche!

Kommen wir zum letzten Teil einer Mini-PV-Anlage: dem Stecker und der bereits angesprochenen Steckdose. Der Grundgedanke bei Mini-Solaranlagen bilden Plug-&-Play-Systeme, nach dem du die Anlage zur Nutzung einfach über eine Steckdose mit dem Stromnetz des Hauses verbindest. Eine entsprechende Steckdose sollte am Balkon vorhanden sein. Allgemein gibt es hier drei Möglichkeiten: Der “VDE-Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V.” rät dazu, eine normgerechte Wieland-Steckdose durch eine Elektrofachkraft für Plug-&-Play-Solaranlagen zu nutzen. Eine einfachere Alternative ist hingegen die Verbindung mittels Schuko-Stecker, den du einfach ohne eine Fachkraft an die haushaltsübliche Steckdose anschließt. Diese Alternative empfiehlt die Gesellschaft für Sonnenenergie, sofern der DGS-Sicherheitsstandard eingehalten wird. Als letzte Option steht die direkte Verbindung der kleinen Solaranlage mit dem Endstromkreis durch einen Fachmann zur Verfügung, die ohne Steckdose und Stecker auskommt, jedoch weniger Flexibilität bietet.

Kostenvorteile ggü. großen PV-Anlagen aufgrund der Mini-Solaranlagen Funktion

Die Anschaffungskosten von der Bestellung bis zur ersten Nutzung einer Mini-Solaranlage sind geringer als bei großen Photovoltaik-Anlagen. Ein erheblicher Faktor für die geringeren Kosten ist die mögliche Eigenmontage: Im Gegensatz zu der großen Anlage, die sich z. B. über das gesamte Dach erstreckt, schraubst du dein Balkonkraftwerk und jede andere Mini-Solaranlage selbst und mit geringem Aufwand beispielsweise am Balkon an. Zudem ist es möglich, dass du die zwei PV-Module einfach auf dem Balkon, im Garten oder auf dem Flachdach aufstellst. 

Wie du bei den soeben erläuterten Komponenten einer Mini-PV-Anlage erfahren durftest, ist die ggf. einzige notwendige Fachkraft ein Elektriker. Auf die Elektrofachkraft kommen maximal folgende Arbeiten zu:

  • Stromzähler austauschen
  • Wieland-Steckdose montieren

Ist ein digitaler Stromzähler oder ein analoger mit Rücklaufschutz vorhanden und du nutzt anstelle der Wieland-Steckdose eine Schuko-Steckdose und den zugehörigen Stecker, dann benötigst du gar keine Elektrofachkraft. Die Kosten und der Zeitaufwand halten sich hier folglich in Grenzen. Falls doch ein Zählertausch notwendig ist, so übernimmt die Kosten meist der Netzbetreiber. Ab 2032 müssen ohnehin in allen Haushalten digitale Stromzähler verbaut sein. Mehr Informationen über die einzelnen Zählerarten und gesetzliche Bestimmungen diesbezüglich erfährst du in unserem Beitrag zu Stromzählern.

Wusstest du schon?Ein kleines Schmankerl, um dich auf den soeben erwähnten Zähleraustausch einzustimmen, vorab: Falls du den falschen Zähler – also z. B. einen Ferraris-Zähler – bei dir ans Hausnetz und daran die Mini-Solaranlage angeschlossen hast, dann werden die technischen Aufzeichnungen manipuliert, was mit bis zu fünf Jahren Haft oder einer Geldstrafe bestraft werden kann!

Weiter im eigentlichen Text: Durch die mögliche Eigenmontage und dem geringen Eigenbeitrag zur Bezahlung des Elektrikers sind die Installationskosten einer Mini-Solaranlage bedeutend geringer als bei einer großen PV-Anlage. Zuletzt sind die Investitionskosten beim Kauf einer Mini-Solaranlage bedeutend geringer, weil sie weniger Solarmodule umfasst. Wie bereits erwähnt, bestehen Mini-Solaranlagen in der Regel maximal aus zwei Modulen. Diese Tatsache senkt die Investitionskosten auf lediglich mehrere hundert Euro und folglich auf ein für viele Verbraucher finanzierbares Maß. 

Da seit dem EEG-2017 der Verzicht auf die Einspeisevergütung durch Nutzung des Eigenverbrauchprivilegs sowie nach der DIN VDE 0100-551 die Einspeisung in den Endstromkreis erlaubt ist, ist der Betrieb von Mini-Solaranlagen auch für Mieter sinnvoll. Dadurch entstand in den vergangenen Jahren ein regelrechter Schub bei der Nachfrage nach Mini-Anlagen. Da Mini-Solaranlagen aufgrund der wenigen Komponenten für nahezu jeden Ort geeignet sind, sind beispielsweise auch Umzüge kein Problem.

Die Erwartungen an Mini-Solaranlagen und Funktion

Allgemein ist eine realistische Erwartungshaltung wichtig, was die Erträge aus ihren Mini-Solaranlagen angeht. 

Mini-Solaranlgaen Funktion: Keine Vorteile bei der Einspeisung der Solaranlage ins Stromnetz

Zuallererst sollte klar sein, dass keine Vorteile mit der Einspeisung der erzeugten Energie ins Stromnetz einhergehen, wenn auf die EEG-Vergütung verzichtet wurde. Würde die EEG-Vergütung bezogen werden, müsste der Wechselrichter die Nennleistung der Module um 30 % senken, weil es das EEG gemäß der 70%-Regelung so vorsieht. Das Problem: Dadurch würde die Menge des erzeugten Stroms deutlich reduziert werden. Dies mag bei großen PV-Anlagen durchaus Sinn ergeben, da die Stromnetzstabilität gewährleistet werden muss. Bei einer Mini-Solaranlage hat es hingegen nur monetäre Nachteile, wodurch die Anlagen im Allgemeinen nicht auf die Wirkleistungsbegrenzung ausgelegt sind. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich die PV-Anlagen aufgrund der geringen Strommengen und monatlichen Vergütungsbeträge in Summe als nicht wirtschaftlich erweisen, wenn die notwendigen Abgaben berücksichtigt werden.

Mini-Solaranlagen Funktion: Eigenverbrauch lohnt sich

Eine Mini-Solaranlage mit zwei Modulen erzeugt mit optimaler Ausrichtung Strommengen zwischen 20 und 70 kWh pro Monat. Mit dieser Solarstrommenge wird nur ein Bruchteil der Last daheim gedeckt, die monatlich bis zu 300 kWh betragen kann. Insbesondere im Haushalt verfügbare Standby-Verbraucher mit einer gewissen Grundlast gehören zu den großen Solarstromverbrauchern. Für dich ist es wichtig, dass du ergänzend so viel des erzeugten Solarstroms aktiv selbst verbrauchst, um noch weniger auf die teure Energie des Netzbetreibers angewiesen zu sein. Mit der Nutzung deines eigenen Stromes sparst du folglich Stromkosten und tust der Umwelt etwas Gutes, indem du grüne Energie erzeugst und verwertest.

An dieser Stelle zeigt sich nochmals, wieso sich die Einspeisung der Energie ins öffentliche Stromnetz nicht lohnt: Der Vergütungsbetrag, den du für die Einspeisung einer Kilowattstunde ins Stromnetz erhältst, ist weitaus geringer als der Betrag, den du für den Strombezug vom Energieversorger zahlen musst. Um das näher zu verdeutlichen ein kleines Beispiel: Aktuell liegt der Vergütungssatz bei 7,92 Ct/kWh, während der Strombezug ca. 30 Ct/kWh kostet – ein deutlicher Unterschied, oder? Demnach ist es sinnvoller, den Strom selbst zu nutzen und nicht einzuspeisen. Praktisch betrachtet besteht zudem nicht mal ein tatsächlicher Anspruch auf eine EEG-Vergütung, da die Anlagen die Vorgaben des EEG u. a. aufgrund der 70%-Regel nicht gänzlich einhalten.

Der Energiespeicher zur Maximierung des Nutzungsgrads einer Mini-PV 

Der Solarstrom aus Mini-Solaranlagen bleibt je nach Ausrichtung hin und wieder ungenutzt und wird ungewollt ins Netz eingespeist. Solltest du dir eine Mini-PV-Anlage anschaffen, um z. B. den Verbrauch deines Kühlschranks und einiger weiterer Geräte zu decken, dann solltest du bedenken, dass moderne Kühlschränke auch Phasen haben, in denen sie still stehen oder wenig Energie verbrauchen. Die überschüssige erzeugte Energie aus der Mini-Solaranlage wird in derartigen Zeitspannen gratis ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Dies ist zwar unter gemeinschaftlichem Blickpunkt gut, weil andere Verbraucher dann den grünen Strom nutzen können. So oder so sind dann die Energiewende und die Umwelt gefördert. Aber für dich persönlich ist es natürlich schade, dass der Strom gratis abgegeben wird. 

Daher möchten wir dir eine mögliche Lösung vorstellen: ein Batteriespeicher. In den Phasen, in denen du den Strom aus deiner Mini-PV-Anlage nicht vollständig verbrauchst, wird der Batteriespeicher geladen und die Energie nicht ins öffentliche Netz abgegeben. Der Vorteil für dich ist, dass du die gesamte Energie aus deiner Mini-Solaranlage zu deinen Zwecken nutzt und die Stromkosten auf das absolute Minimum senkst. Ein nennenswerter Nachteil sind hingegen die zusätzliche Kosten für den genannten Energiespeicher. 

Batteriespeicher refinanzieren sich in Kombination mit einer Mini-Solaranlage über ihre Lebenszeit nicht! Die Einbindung erscheint energetisch sinnvoll, ist es aus monetärer Sicht jedoch nicht. Doch keine Sorge, eine Mini PV-Anlage lohnt sich – energetisch und finanziell – auch ohne Stromspeicher

Bürokratie bei Mini-Solaranlagen: die Vereinfachte Anmeldung

Wenn du eine Mini-PV-Anlage bis zu einer Wechselrichter-Scheinleistung von 600 Watt besitzt, dann darfst du dich über weniger bürokratische Hürden freuen als bei großen PV-Anlagen. Hier in Deutschland, im Land der sich hinziehenden Anträge und Genehmigungen, hast du zum Glück für die Installation Mini-Solaranlagen einen geringen bürokratischen Aufwand, weil du nur zwei Anmeldungen vollziehen musst; nämlich die beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister. Für die Zustimmung bzw. Anmeldung der Mini Anlage beim Netzbetreiber sind folgenden Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Allgemein anerkannten Regeln der Technik nach § 49 EnWG
  • Einhaltung der Norm VDE AR-N 4105:2018-11 für den Wechselrichter 
  • Einbau des passenden Zählers (z. B. Zweirichtungszähler);
  • sowie Begrenzung der Leistung der Mini-PV-Anlage auf 600 Watt Wechselrichter-Leistung.

Ein hilfreiches Angebot unsererseits: Wir von priwatt unterstützen dich gern dabei, ein Balkonkraftwerk und jede andernorts befestige Mini-PV-Anlage beim Netzanbieter und bei Bedarf auch im Anlagenregister der Bundesnetzagentur anzumelden. Weitere Infos erhältst du bei unserem Anmeldeservice oder bei unserem Support unter support@priwatt.de!

Author's icon
Sophia Reker
Teilen

Ähnliche Artikel

circles bgplane image

Unser Newsletter.
Bleib' up to date!

Ja, Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und stimme zu, dass meine eingetragenen Daten zur Bearbeitung meiner Kontaktaufnahme genutzt werden dürfen.