Solaranlage mieten ▷ Eine sinnvolle Alternative?

Author's iconSophia Reker
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Selbst erzeugter Solarstrom bringt Dir viele Vorteile: Du schützt nicht nur die Umwelt, sondern steigerst auch deine Unabhängigkeit vom teuren Netzstrom. So sparst Du über die Jahre viel Geld für Stromkosten. Um hohe Anschaffungskosten zu vermeiden, können Solaranlagen nicht nur gekauft, sondern auch gemietet, gepachtet oder geleast werden. Dieser Beitrag hilft Dir, wenn Du Dir die Frage stellst, ob Du eine Solaranlage mieten oder kaufen sollst und klärt außerdem, welche Rolle Stecker-Solaranlagen dabei spielen.

Warum eine Solaranlage mieten?

Im Gegensatz zu Stecker-Solaranlagen sind PV-Anlagen mit mehreren Kilowatt Peak Spitzenleistung eine teure Investition. Wie wir Dir in unserem Blogartikel zum Photovoltaik-Dach bereits gezeigt haben, fallen hier beim Kauf schnell Kosten von mehr als 15.000 oder sogar 20.000 Euro an. Einen solchen Betrag können die Wenigsten direkt bezahlen. Deswegen werden mittlerweile verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten für PV-Anlagen angeboten, zu denen auch die Miete gehört. Der Anbieter, der die Solaranlage vertreibt, bleibt dabei bis auf Weiteres im Besitz der Anlage, während MieterInnen in einem bestimmten Intervall den Betrag für den Betrieb zahlen.

In der Nutzung unterscheidet sich das Mietmodell normalerweise nicht von der gekauften Photovoltaikanlage: Solarmodule erzeugen Strom mit Hilfe des Lichts der Sonne, den Du dann für die Versorgung der elektrischen Geräte in Deinem Haushalt verwendest. Bei größeren Solaranlagen wird darüber hinaus häufig eine Einspeisevergütung für den in das öffentliche Netz eingespeisten Solarstrom in Anspruch genommen. Dabei besteht steuerlich kein Unterschied zwischen dem Kauf und der Miete einer Solaranlage.

Da die erwähnte Einspeisevergütung für Solarstrom nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) allerdings sehr gering ausfällt, gilt bei Solaranlagen generell eine hohe Eigenverbrauchsquote als besonders sinnvoll. Das heißt, dass idealerweise der gesamte erzeugte Strom in den eigenen Haushalt eingebracht wird. Wenn Du eine Solaranlage mieten möchtest, ergibt es also Sinn, auf eine hohe Eigenverbrauchsquote zu setzen. Verschaffe Dir also einen Überblick darüber, wie viel Strom Du tatsächlich nutzen kannst. Das Mieten einer Solaranlage wird vor allem dann relevant, wenn die PV-Anlage einer gewissen Größe und Leistung entspricht.

Was kostet es, eine Solaranlage zu mieten?

Die Kosten für die Miete sind abhängig von der vertraglich festgelegten Laufzeit, der Dach- oder Nutzfläche für die Solaranlage und den Anlagenspezifikationen. Während für kleinere PV-Anlagen bereits Mietverträge ab 50 Euro im Monat angeboten werden, kann für eine Solaranlage mit mehreren Kilowatt Peak Spitzenleistung ein monatlicher Betrag von 200 Euro anfallen.

Häufig werden die kompletten Kosten dabei schon bei Vertragsabschluss festgesetzt, sodass sich der monatliche Mietbetrag über die gesamte Mietdauer nicht verändert. Die Gesamtkosten lassen sich somit einfach kalkulieren und die hohen Anschaffungskosten beim Kauf einer Photovoltaikanlage werden durch die geteilte Zahlung abgefedert.

Allerdings haben die gestiegenen Preise aufgrund der unsicheren Marktlage dazu geführt, dass sich insbesondere größere Solaranlagen erst später rechnen als noch vor einigen Jahren. Mietmodelle sind durch die zusätzlichen Kosten für Service und Finanzierung in der Regel über die volle Vertragsdauer teurer als gekaufte Solaranlagen. Das führt oft dazu, dass eventuelle Kostenersparnisse erst spät oder nach Ende des Mietvertrages eintreten. Du solltest die Rechnungen der Anbieter also immer überprüfen und selbst für Deinen Fall kalkulieren.

Den Mietvertrag der PV-Anlage genau prüfen

Die meisten Mietverträge für Solaranlagen haben eine Laufzeit zwischen 15 und 25 Jahren. Nach dem Ende der Vertragslaufzeit werden MieterInnen oft verschiedene Optionen geboten: Die Mietdauer kann verlängert werden, die Anlage kann übernommen oder zum aktuellen Wert gekauft werden oder sie wird abgebaut. All das ist abhängig vom Vertrag. Solltest Du eine Solaranlage mieten wollen, ist es demnach wichtig, bei Vertragsabschluss die Möglichkeiten der Anbieter für das Ende der Laufzeit zu beachten.

Auch der vorzeitige Kauf der angemieteten Solaranlage, verbunden mit dem Ausstieg aus dem Mietverhältnis, wird manchmal angeboten. In diesem Fall sind die Kosten allerdings meist wesentlich höher als beim direkten Kauf der Anlage.

Darüber hinaus verpflichtet Dich der Mietvertrag häufig, dafür zu sorgen, dass auch bei einem Verkauf oder der Vererbung der Immobilie weiterhin ein Mietverhältnis für die PV-Anlage aufrechterhalten wird. Du siehst also: Die Entscheidung über Mieten oder Kaufen sollte gut durchdacht und der eventuelle Mietvertrag sehr genau geprüft werden.

Pacht oder Leasing von PV-Anlagen

Neben der Möglichkeit zur Miete existieren auch Pacht- oder Leasingangebote für Solaranlagen. Der Unterschied zwischen Mieten und Pachten ist dabei meist sehr gering und die Vertragsinhalte überlappen sich in ihrer Bedeutung.

Grundsätzlich handelt es sich bei der Pacht genauso wie bei der Miete um eine Überlassung. Allerdings wird häufig impliziert, dass eine gepachtete Solaranlage nicht nur genutzt wird, um Strom für den Eigengebrauch zu erzeugen, sondern auch, um mit ihr finanzielles Einkommen zu erzielen. Gemeint ist damit vor allem die Einspeisevergütung für Solarstrom nach dem EEG, wobei Details immer im Pachtvertrag festgehalten werden. Solaranlagen werden aufgrund der geringen Einspeisevergütung allerdings vorrangig zum Eigenverbrauch genutzt. Und weil auch viele Mietverträge die Einspeisung mit einbeziehen, verlaufen die Grenzen zwischen Mieten und Pachten mittlerweile immer fließender und das Pachtmodell verliert an Bedeutung.

Auch beim Leasing ist die Nutzung der Photovoltaikanlage mit der Zahlung eines Leasingentgelts in bestimmten Intervallen verbunden. Der Unterschied zur Miete besteht allerdings darin, dass NutzerInnen sich selbst um die Wartung und Instandhaltung der Anlage kümmern müssen, was schnell zu zusätzlichen Kosten führt. Hinzu kommt, dass geleaste Solaranlagen nach Ende der Vertragszeit meist nicht übernommen werden. Derartige Angebote sollten also hinsichtlich ihrer Konditionen und Details vor Vertragsabschluss genau studiert werden.

Vorteile der Solaranlagen-Miete

Finanziell bietet das Mieten einer Solaranlage besonders den Vorteil der guten Kalkulierbarkeit. Wie erwähnt werden häufig vor Vertragsabschluss alle Kosten in die Miete eingerechnet, sodass sich der Betrag über die gesamte Laufzeit nicht verändert. Gerade Serviceleistungen wie Installation, Wartung und eventuelle Reparatur sind beim Kauf größerer Photovoltaikanlagen schwer im Voraus zu kalkulieren.

Des Weiteren müssen Solaranlagen in Deutschland beim Netzbetreiber angemeldet und im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur vermerkt werden. Die meisten Anbieter übernehmen dies für ihr Mietmodell im Falle einer Vertragsunterzeichnung, sodass hier weniger Aufwand für MieterInnen von Photovoltaik besteht.

Tipp: Mit dem kostenlosen Anmeldeservice von priwatt unterstützen wir Dich bei der Anmeldung Deiner Stecker-Solaranlage beim Netzbetreiber und übernehmen die Registrierung im MaStR sogar komplett für Dich. So hast Du nicht nur den minimalen Aufwand in der Vorbereitung, sondern bist auch selbst EigentümerIn der Anlage!

Nachteile beim Mieten einer Solaranlage

Viele Anbieter versprechen ein “Rundum-Sorglos-Paket”, mit dem sich MieterInnen nicht selbst um ihre PV-Anlage kümmern müssen. Das Mieten der Anlage birgt allerdings oft deutliche Nachteile, da die zuvor genannten Vorzüge nicht bei allen Anbietern inbegriffen sind. So kann es sein, dass Du je nach Vertrag die Kosten für bestimmte Wartungs- und Reparaturarbeiten zumindest teilweise selbst übernehmen musst. Auch eine Versicherung der Solaranlage ist nicht zwangsläufig Bestandteil eines jeden Mietvertrages.

Hinzu kommt, dass die vertraglichen Pflichten der Solaranlagen-Miete natürlich beiderseitig einzuhalten sind. Für Dich kann das konkret bedeuten, dass Du in vielen Fragen an den Anbieter Deiner Photovoltaikanlage gebunden bist. Du hast somit nur eine eingeschränkte oder keine Auswahl beim Modell der Solarmodule und deren Installation sowie bei der Wartung und Reparatur.

Selbst erzeugter Strom: Ist Mieten die einzige Alternative zur Großinvestition?

Bei der Frage, ob Du eine Solaranlage mieten oder kaufen solltest, ist der direkte Kostenvergleich häufig stark abhängig vom jeweiligen Angebot. Viele VerbraucherInnen suchen bei den aktuellen Strompreisen nach einer Alternativmöglichkeit zum teuren Strom aus dem öffentlichen Netz. Die wenigsten haben aber die Zeit und das Geld für den Kauf von Photovoltaik für das eigene Dach. Finanzierungsmodelle wie die Miete einer Anlage können vor allem dann eine echte Alternative bieten, wenn das Ziel darin liegt, große Mengen Ökostrom zu erzeugen. Für dessen “Verkauf” kann dann die Einspeisevergütung nach dem EEG in Anspruch genommen werden. Wer alle Vertragsdetails genau studiert hat, dem/der ermöglicht das Mieten, eine PV-Anlage mit einer Leistung von mehreren Kilowatt Peak bequem installieren zu lassen und dabei viel Zeit und Aufwand einzusparen.

Die smarte Option – eine Stecker-Solaranlage 

Du hast allerdings noch eine weitere Möglichkeit, eigenen Strom zu erzeugen, ohne vorher mehrere tausend Euro investiert zu haben. Mit einer Stecker-Solaranlage können nicht nur EigenheimbesitzerInnen, sondern auch Menschen, die zur Miete wohnen, Ökostrom zur Einsparung der Stromkosten nutzen. Mit ein bis zwei Solarmodulen, die an verschiedensten Orten installiert werden können, deckst Du den passiven Stromverbrauch in Deinem Haushalt und kannst die geringe Einspeisevergütung ignorieren.

Die Mini-Solaranlagen-Komplettsets von priwatt können einfach selbst am Balkon, im Garten, auf dem Dach oder an der Fassade angebracht werden. Der Anschluss erfolgt über eine haushaltsübliche Steckdose. So wirst Du schon mit einem Bruchteil der Kosten einer großen PV-Anlage zum wichtigen Teil der Energiewende!

FAQ: Das Wichtigste im Überblick

Warum Solar mieten?

Solaranlage mieten oder kaufen? Meist spielen die hohen Investitionskosten für eine PV-Anlage mit mehreren Kilowatt Peak Spitzenleistung die größte Rolle bei der Entscheidung. Wer möglichst viel Strom erzeugen möchte, hat durch das Mieten einer Solaranlage die Option, die Anschaffungskosten aufzuteilen und zugleich von verschiedenen Service-Leistungen zu profitieren.

Was kostet Solarmiete?

Die Mietkosten für eine Solaranlage sind abhängig von verschiedenen Faktoren. Neben der vertraglich festgelegten Laufzeit spielen dabei die Leistung der Anlage und ihre Spezifikationen eine Rolle. Monatliche Mietkosten beginnen bei 50 Euro, betragen bei größeren Anlagen aber auch bis zu 200 Euro.

Ist es sinnvoll, eine Photovoltaikanlage zu mieten?

Wer eine Solaranlage mieten möchte, sollte den Mietvertrag genau prüfen. Das Mieten kann Aufwand und Zeit ersparen, allerdings müssen Serviceleistungen wie die Wartung vertraglich festgehalten werden. Um den größtmöglichen Eigenverbrauch zu gewährleisten, sind kleinere Anlagen wie Stecker-Solaranlagen häufig die bessere Wahl.

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Sophia Reker

Erfolgreich abgeschlossenes Bachelor-Studium des Wirtschaftsingenieurwesens in Hamburg und Master-Studium der Energie-, Gebäude- und Umwelttechnik in Leipzig mit Schwerpunkten auf Solartechnik und vernetzte Energiesysteme. Sie ist seit 2014 im redaktionellen Umfeld tätig und verfasst seit 2020 Fachartikel über die Energiewende und was private Verbraucher tun können.

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