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Balkonkraftwerk: Welche Kosten erwarten Dich?

Author's iconSophia Reker
Wirtschaftlichkeit
15. JanuarLesezeit 5 min
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Mini-Solaranlagen sind gut für die Umwelt und schonen den Geldbeutel. Der positive Beitrag für das Klima ist unbestritten, doch wie groß ist der finanzielle Nutzen? Wir haben verschiedene Plug-Play-Balkonkraftwerk-Sets mit verschiedenen Ausrichtungen verglichen und geben Aufschluss, wie schnell sich eine Mini-Solaranlage rechnet und welche erstaunlichen Renditen möglich sind.

Balkonkraftwerk: Kosten sparen durch den richtigen Montageort

Balkonkraftwerke bzw. Mini-PV-Anlagen können an verschiedenen Aufstellorten montiert werden. Die Himmelsrichtung und der Winkel der Module beeinflussen dabei den Ertrag. Wir vergleichen daher typische Balkonkraftwerk-Sets in verschiedenen Himmelsrichtungen und treffen eine Aussage über die Jahresproduktion und die mögliche Amortisationsdauer.

Grundsätzlich lassen sich Mini-PV-Anlagen nahezu überall aufstellen, wie z.B. am Balkon, der Fassade, auf einem Flach- oder einem geneigten Dach sowie im einfach zugänglichen Garten. Ebenso sind exotische Orte wie der Gartenzaun oder ein Tisch sowie als Mülltonnenabdeckung möglich. Grenzen gibt es dabei keine. Doch die Eignung der Standorte kann durch die verschiedene Ausrichtung und die Kosten für die jeweilige Befestigung variieren.

Himmelsrichtung und Neigung beeinflussen Deine Balkonkraftwerk-Kosten

Eine Ausrichtung des Balkonkraftwerks in Richtung Süden bringt den höchsten Ertrag, da im Tagesverlauf die meisten Sonnenstrahlen “gesammelt” werden können. So wurden lange Zeit auch die meisten Solaranlagen ausgerichtet, weil es für jede eingespeiste Kilowattstunde einen festen Betrag gibt. Doch nun werden ebenso Solaranlagen mit einer West- oder Ostausrichtung gebaut, welche den elektrischen Strom primär direkt vor Ort verbrauchen können. Genau dasselbe Ziel wird auch mit einer privaten Balkon-Solaranlage verfolgt – eine möglichst große Strommenge direkt vor Ort verbrauchen, um somit die Stromkosten durch den Netzbetreiber zu senken. Mit einer Ostausrichtung wird in den Morgenstunden mehr Strom produziert, bei einer Westausrichtung fällt in den Abendstunden mehr nutzbarer Solarstrom an. Du kannst Deine Mini-Solaranlage also nach belieben ausrichten, um sie in Deinen Tagesablauf ideal einzufügen. Einzig auf eine Nordausrichtung solltest Du in den meisten Fällen verzichten, das sich Guerilla-PV - so werden Balkon-Solaranlagen für den Eigengebrauch umgangssprachlich auch genannt - bei so geringem Lichteinfall nicht rentieren.

Neben der Himmelsrichtung spielt auch die Neigung der Module eine Rolle. Den höchsten Ertrag erreichst Du bei einer Südausrichtung mit einer Neigung von 30 – 35° erreicht. Jedoch ist ebenso eine steilere Aufstellung z.B. an der Fassade möglich, da diese den Vorteil bietet, dass in den Wintermonaten mit tiefen Sonnenstand ein höherer Ertrag erzielt wird. Den höchstmöglichen Ertrag hast Du immer, wenn das Solarmodul und die Sonne senkrecht zueinander stehen. Bei einer West- oder Ostausrichtung ist der Jahresertrag jedoch umso höher, je flacher die Module aufgestellt sind, da so mehr Sonnenstrahlen aus Richtung Süden die Mini-PV-Anlage erreichen.

Der Vergleich: Welches Balkonkraftwerk passt zu Dir?

Vergleichen wir nun ein Basic Paket ohne Befestigung, ein Balkonset, sowie ein Set für die Fassade und für den Garten oder ein Flachdach miteinander. Zusätzlich ist in jedem Paket ein 5 m Kabel mit einem Schuko-Stecker oder Wieland-Stecker für die jeweilige Steckdose dabei, über das Du Deinen eigenen Strom in das Stromnetz Deines Hauses weiterleitest. Zudem unterscheiden wir zwischen einem Paket mit einem Modul (360W) und zwei Modulen (720W).

Differenziert wird zwischen einer West-, SĂĽd- und Ostausrichtung, die letztendlich im Jahresertrag ein unterschiedliches Bild ergeben.

Als Referenzort dient die Stadt Potsdam, die durch durchschnittliche Einstrahlungswerte häufig auch als Referenzstandort in der Wissenschaft herangezogen wird.

Die Amortisationsdauer als Gegenwert zu den Balkonkraftwerk-Kosten

Das leichte Balkonset – senkrecht montiert

  • Solarmodul ohne Glas (sehr leicht), speziell geeignet fĂĽr Balkone ĂĽber 4 m Höhe
  • geeigneter Wechselrichter
  • inkl. Balkonbefestigung
  • 5 m Kabel auf Schuko- oder Wielandstecker
  • Kosten 1/2 Modul(e): 639 / 1079 Euro

Basic Mini-Solaranlagenset im 40° Winkel

  • Glas-Folien Solarmodul
  • geeigneter Wechselrichter
  • 5 m Kabel auf Schuko- oder Wielandstecker
  • Halterung in Eigenleistung
  • Kosten 1/2 Modul(e): 499 / 879 Euro

Montageset für den Garten oder das Flachdach im 20° Winkel

  • Glas-Folien Solarmodul
  • geeigneter Wechselrichter
  • 5 m Kabel auf Schuko- oder Wielandstecker
  • Halterung geeignet fĂĽr die Aufstellung auf flachem Untergrund
  • Kosten 1/2 Modul(e): 599 / 999 Euro

Montageset für die Fassade im 45° Winkel

  • Glas-Folien Solarmodul
  • geeigneter Wechselrichter
  • 5 m Kabel auf Schuko- oder Wielandstecker
  • Halterung geeignet fĂĽr die Montage an der Fassade
  • Kosten 1/2 Modul(e): 629 / 999 Euro
Hinweis: In einigen Bundesländern, Kommunen und Städten gibt es Zuschüsse für Balkonkraftwerke. Eine Prüfung im Vorfeld lohnt sich, da häufig ein derartiger Zuschuss vor dem Kauf beantragt werden muss.

Eine Mini-PV-Anlage rechnet sich!

Bereits nach ungefähr 5 bis 6 Jahren hat sich bei vollständigem Eigenverbrauch des erzeugten Stroms ein Balkonkraftwerk refinanziert. Angenommen, es wird Strom aus dem öffentlichen Netz substituiert, der im Durchschnitt häufig mehr als 30 ct/kWh kostet.

Lediglich bei superleichten, flexiblen Balkonmodulen verlängert sich die Amortisationsdauer durch den geringeren Jahresertrag und den höheren Kosten für das teurere, flexible Solarmodul um wenige Jahre.

Hinweis: An Balkonen, die von Publikum unterlaufen sind und wo die Moduloberkante höher als 4 m ist, sind keine üblichen Glas-Glas-Module oder Glas-Folien Module zugelassen, sodass Module gänzlich ohne Glas zum Einsatz kommen.

Bei einer erwarteten Lebensdauer sowie einer Leistungsgarantie einer Plug-Play-Balkon-Solaranlage von 25 Jahren fällt jedoch die längere Amortisationsdauer nur bedingt ins Gewicht. Allgemein zeigt Dir diese Zahl, dass sich Deine Mini-PV-Anlage deutlich vor Ablauf des Gewährleistungszeitraums rentiert und Du somit über eine lange Zeit hinweg Spaß an ihr haben wirst und gleichzeitig bares Geld sparst.

Der Ertrag pro Jahr bewegt sich je nach Ausrichtung und Modulneigung zwischen 200 und 350 kWh bei einem 360 W Solarmodul. Grundsätzlich zeigt sich jedoch, dass es nicht zwingend eine Südausrichtung sein muss, sondern auch Westen und Osten gut geeignet sein können.

Handelt es sich um einen Haushalt mit einem Verbrauch von mehr als 2000 kWh, kann es zudem sinnvoll sein, Deine Mini-PV-Anlage mit 2 Solarmodulen zu betreiben, wenn du nicht mehr als 600 Watt einspeist. Die Amortisationsdauer verkürzt sich bei vollständigem Eigenverbrauch im Vergleich zu einem Solarmodul im Durchschnitt dann auf 4 – 5 Jahre, was einer Rendite von fast 30 % gleichkommt. Ebenso rechnen sich die flexiblen Module am Balkon bei 2 Modulen ebenfalls schneller.

Insgesamt muss fairerweise jedoch gesagt werden, dass es unwahrscheinlich ist, dass der eigens erzeugte Solarstrom im Haus vollständig verbraucht wird. Eine Simulation der Hochschule Rosenheim hat gezeigt, dass je nach Haushaltsgröße Eigenverbrauchsquoten von 72 – 97 % am Beispiel einer 250W Mini-Solaranlage erreicht werden können. Ähnliches wird sich auch bei einer Anlage mit 2 Modulen einstellen, sodass diese Eigenverbrauchsquoten, abhängig vom eigenen Stromverbrauch und Verhalten auch unter den zuvor genannten Quoten liegen können.

Nichtsdestotrotz können sich die Amortisationszeiten und die möglichen Renditen sehen lassen, die aktuell so von keiner Bank gezahlt werden.

Neben dem monetären gibt es für so eine derartige Investition noch einen zweiten Gewinner, nämlich die Umwelt. Die freut sich nämlich auch unabhängig davon, ob der Strom zu 100 % im Haushalt verbraucht wird oder nicht. Spätestens der nächstgelegene Nachbar wird ihn anstelle des umweltschädlich erzeugten Kohlestroms verbrauchen!

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Sophia Reker

Erfolgreich abgeschlossenes Bachelor-Studium des Wirtschaftsingenieurwesens in Hamburg und Master-Studium der Energie-, Gebäude- und Umwelttechnik in Leipzig mit Schwerpunkten auf Solartechnik und vernetzte Energiesysteme. Sie ist seit 2014 im redaktionellen Umfeld tätig und verfasst seit 2020 Fachartikel über die Energiewende und was private Verbraucher tun können.

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