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Wegfall der EEG-Umlage 2022 ▷ Was sich für Dich ändert

Author's iconLukas Hoffmeier
Wissenswertes
28. JuniLesezeit 8 Minuten
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Wegfall der EEG-Umlage 2022: Was sich für Dich ändert und was Du erwarten kannst

Es sind turbulente Zeiten für die Energiebranche in Deutschland. Als Reaktion auf die steigenden Strompreise hat die Bundesregierung mit großer Mehrheit beschlossen, die sogenannte EEG-Umlage, die noch Teil Deiner Stromrechnung ist, zum 1. Juli 2022 abzuschaffen. Im Koalitionsvertrag war das Ende der Umlage ursprünglich ab Januar 2023 geplant. Mit dieser Maßnahme sollst Du als VerbraucherIn entlastet werden, da die bisher zu zahlende Umlage von 3,723 Cent pro Kilowattstunde Strom künftig nicht mehr in Deiner Stromrechnung inbegriffen sein wird.

Aber reicht das, um den teuren Strom wieder erschwinglicher zu machen und was bedeutet das für Dich als BesitzerIn einer Mini-Solaranlage? In diesem Artikel erklären wir Dir alles Wichtige zur EEG-Umlage und ordnen die Änderungen für Dich ein.

Was ist die EEG-Umlage?

Das seit dem 01. April 2000 geltende Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG regelt die Stromeinspeisung aus erneuerbaren Quellen und deren Zubau, aber legt auch die Einspeisevergütungen für Stromerzeuger fest. Wenn Du als BetreiberIn von Ökostrom-Anlagen – dazu zählen auch Stecker-Solaranlagen – den produzierten Strom in das Netz der öffentlichen Versorgung einspeist, wird er von den Übertragungsnetzbetreibern weiterverkauft und Du erhältst die gesetzlich festgelegte Vergütung. Im Jahr 2000 noch bei ungefähr 50 Cent pro Kilowattstunde gestartet, liegt sie heute allerdings bei weniger als 7 Cent pro Kilowattstunde Strom, der in das öffentliche Netz eingespeist wird. Bei Bezugspreisen jenseits der 30 Cent kann die Einspeisevergütung bei der Nutzung von Mini-Solaranlagen also getrost ignoriert werden.

Durch die EEG-Umlage soll der Ausbau der erneuerbaren Energien und die voranschreitende Umstellung auf Wasserkraft, Windenergie, Solarenergie und Biomasse finanziert werden. Seit dem Jahr 2000 wurde dieser auch als “Ökostromumlage” bezeichnete Betrag von allen StromkundInnen der Bundesrepublik Deutschland getragen. Mit dem Bundestagsbeschluss vom 27. April entfällt nun aber ab 1. Juli 2022 der Beitrag für alle StromverbraucherInnen.

Seit mehr als 20 Jahren wird mit der EEG-Umlage der Ausbau von erneuerbaren Energien und damit auch die Erzeugung von Ökostrom in Deutschland gefördert. Der für die Energiewende so wichtige Betrag kann dementsprechend nicht einfach ausgesetzt werden. Zukünftig wird die EEG-Umlage deswegen vollständig durch den Bundeshaushalt finanziert.

Wie hoch ist die EEG-Umlage 2022?

In diesem Jahr liegt die EEG-Umlage bis zum Juli bei den erwähnten 3,723 Cent pro Kilowattstunde. Nachdem die Werte zwischenzeitlich auf fast 7 ct/kWh anstiegen, sind sie damit 2022 so gering wie seit 10 Jahren nicht mehr. Das liegt neben den hohen Einnahmen, die das EEG-Konto zuletzt hatte, auch am gestiegenen Börsen-Strompreis, der durch Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt ausgeglichen wird. Dazu kommen Faktoren wie die Höhe des Letztverbrauchs, der Zubau an EEG-geförderten Anlagen und die Liquiditätsreserve des EEG-Kontos, die die Umlage beeinflussen. Die Höhe der EEG-Umlage wird jährlich im Oktober von den vier Übertragungsnetzbetreibern für das darauffolgende Jahr ermittelt.

Der Betrag, den die EEG-Umlage auf der letztendlichen Stromrechnung ausmacht, ist nicht für alle StromverbraucherInnen gleich. Es gibt nämlich eine ganze Reihe von Ausnahmen und Ermäßigungen, die z.B. für Unternehmen bestimmter Branchen gelten, die einen hohen Stromverbrauch haben und konkurrierend im globalen Wettbewerb stehen. Auch Schienenverkehr, der mindestens 2 Gigawattstunden Strom pro Jahr verbraucht, und PV-AnlagenbetreiberInnen, die neben der Eigenversorgung den Strom unter bestimmten Voraussetzungen auch an den zuständigen Übertragungsnetzbetreiber abführen, können den Ausnahmefall beantragen.

Wieso wird die EEG-Umlage von den VerbraucherInnen gezahlt?

Ziel hierbei ist es, mittels der EEG-Umlage die Differenz zwischen der vom Erneuerbare-Energien-Gesetz zugesicherten Vergütung für die Einspeisung von Ökostrom und den an der Strombörse tatsächlich erzielten Erlösen auszugleichen. Im Grunde werden also nur Ausgaben und Einnahmen beglichen. Der Differenzbetrag wird unter den erwähnten Ausnahmeregelungen dann auf alle StromkundInnen verteilt. Die Einnahmen aus der EEG-Umlage fließen dann auf das EEG-Konto der vier großen Übertragungsnetzbetreiber. Bald musst Du als VerbraucherIn die EEG-Umlage, die seit 22 Jahren fester Bestandteil der Stromrechnung ist, aber nicht mehr zahlen.

Warum soll die EEG-Umlage abgeschafft werden?

Es ist das gleiche Thema, das auch die Anschaffung von Stecker-Solaranlagen seit einigen Jahren so lohnenswert macht: Immer weiter steigende Strompreise. Angesichts der Energiekrise will die Bundesregierung die privaten Haushalte nun entlasten, weswegen der Bundestag als Teil des ersten Entlastungspakets der Bundesregierung die Abschaffung der EEG-Umlage ab 01. Juli 2022 beschlossen hat.

Die Einnahmeausfälle sollen dabei vollständig vom deutschen Staat getragen werden, indem das Sondervermögen “Energie- und Klimafonds” (EKF) herangezogen wird. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Absenkung der EEG-Umlage auf 0 Cent pro Kilowattstunde den Fonds mit 6,6 Milliarden Euro belasten wird.

Wie sieht die aktuelle Entwicklung der Strompreise genau aus?

Die Beschaffungspreise für Strom liegen derzeit auf einem Rekordhoch. Im Mai 2022 ist der Preis für eine Megawattstunde, also 1000 Kilowattstunden Strom auf 193€ angestiegen, was einen Preisanstieg 280% im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die teurere Stromproduktion hat zudem zur Folge, dass die höheren Beschaffungs- und Produktionspreise auch an Stromkunden und -kundinnen weitergegeben werden.

Für Dich als LetztverbraucherIn wird das besonders deutlich: Im Monat April dieses Jahres lag der durchschnittliche Strompreis bei 41,1 Cent pro kWh, was sich in einem Preisanstieg von sage und schreibe 36% zum Vorjahr äußert.

Der rasante Anstieg des Strompreises entsteht aufgrund vieler unterschiedlicher Faktoren. Der bekannteste ist dabei sicherlich die derzeitige Situation in der Ukraine und das damit verbundene angespannte Verhältnis zum energiewirtschaftlichen Großexporteur Russland. Erschwerte und verzögerte Energielieferungen aus Russland beeinflussen die Energiepreisentwicklung mitunter stark, was auch den Anstieg des Strompreises in Deutschland mit Beginn des Krieges in der Ukraine beschleunigt hat.

Hinzu kommt der Wirtschaftsaufschwung nach der Zeit der regelmäßigen Corona-Lockdowns und der damit einhergehenden Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre. Und auch unabhängig davon hat die erhöhte weltweite Energienachfrage mit der fortschreitenden Technisierung zur Folge, dass die Energiepreise ansteigen. Weitere Infos dazu findest du in unserem Beitrag zur Warenverfügbarkeit.

Was die zukünftige Preisentwicklung rund um Energie betrifft, kann nur schwer eine Aussage getroffen werden, weswegen es für Dich als LetztverbraucherIn immer relevanter wird, beispielsweise eigenen Ökostrom mit Deiner Stecker-Solaranlage zu erzeugen und damit an der Energiewende teilzunehmen.

Wie setzt sich der Strompreis eigentlich zusammen?

Der Strompreis für EndverbraucherInnen besteht aus mehreren einzelnen Komponenten, die in den vergangenen Jahren wechselnde Anteile hatten. Hier siehst Du sie, beginnend mit dem (noch) größten Anteil, aufgelistet:

  • Staatlich veranlasste Preisbestandteile wie die Umsatzsteuer, die Stromsteuer, die Konzessionsabgabe und verschiedenen Umlagen, zu denen bisher auch die EEG-Umlage gehörte
  • Preise für die Beschaffung und den Vertrieb des Stroms (an die Stromanbieter)
  • Entgelte für die Nutzung der Stromnetze (an die Netzbetreiber)
  • Verwaltungskosten der Stromversorgungsunternehmen

Du siehst, dass Strom beziehen eigentlich eine ziemlich umständliche Sache ist. Der Solarstrom einer Mini-PV-Anlage umgeht jedoch all diese Stationen und Du bist in der Lage, einen Teil des benötigten Stroms für Deinen Haushalt ganz einfach selbst zu erzeugen und zu verbrauchen.

Abschaffung der EEG-Umlage: Was Du erwarten kannst

Du weißt bereits, dass die Änderung ab dem 1. Juli 2022 eintritt und Du somit ab diesem Datum vom Wegfall der EEG-Umlage profitierst. Aber was springt wirklich für Dich dabei raus?

Um sicherzustellen, dass der Wegfall der EEG-Umlage auch tatsächlich Dich als VerbraucherIn entlastet, sind Stromlieferanten per Gesetz dazu verpflichtet, die Absenkung der Strompreise an ihre KundInnen weiterzugeben. Gehen wir beispielhaft von einem 4-Personen-Haushalt mit einem Stromverbrauch von jährlich 3500 kWh bei einem durchschnittlichen Strompreis von 37 Cent aus, kannst Du im Vergleich zum Vorjahr durch den Abzug der EEG-Umlage (3,723 Cent pro kWh) Ersparnisse von ca. 130 Euro pro Jahr erwarten.

Fazit: Wie ist der Wegfall der EEG-Umlage einzuordnen

Die vorausgegangene Rechnung zeigt bereits, dass die aus der wegfallenden EEG-Umlage resultierenden Ersparnisse im Vergleich zu den stark gestiegenen Stromkosten nicht besonders hoch ausfallen. Der Betrag kann für Deinen speziellen Fall zwar noch etwas variieren, jedoch bemängeln auch Experten, dass die Abschaffung der EEG-Umlage keine spürbare Entlastung für VerbraucherInnen darstellen wird. Der Wegfall wird zudem voraussichtlich nicht zu sinkenden Strompreisen führen, da die geopolitische Situation in der Ukraine und die Energiekrise dafür sorgen, dass die Preise für fossile Brennstoffe weiter steigen werden. Dies führt auch zu einem weiteren Anstieg der Strompreise und der Wegfall der EEG-Umlage könnte so letztlich unbemerkt bleiben.

Wenn private Haushalte wirksam entlastet werden sollen, müssen also weitere Abgaben wie Stromsteuer, Netzentgelte und Mehrwertsteuer auf Strom und Gas reduziert werden. Zudem zeigt das Thema die Notwendigkeit der Förderung von erneuerbaren Energien aus Wind, Wasser und vor allem Sonnenlicht. Denn mit einer Stecker-Solaranlage, wie Du sie in verschiedensten Ausführungen in unserem Shop findest, bist Du auch als MieterIn in der Lage, jährlich bis zu 200 Euro Stromkosten einzusparen und damit die Ersparnisse durch die EEG-Umlage deutlich zu übersteigen. So hilfst Du nicht nur Deinem Geldbeutel, sondern wirst auch selbst zu einem Teil der dringend notwendigen Energiewende.

Alle Infos auf einen Blick

Wie hoch ist die EEG Umlage 2022?

Bis zum 01. Juli beträgt die EEG-Umlage auf Deiner Stromrechnung noch 3,723 Cent pro kWh. Danach entfällt sie für Dich als StromkundIn aber komplett und wird vom Bundeshaushalt getragen.

Was bedeutet es, wenn die EEG Umlage wegfällt?

Der Wegfall der EEG-Umlage entlastet zunächst einmal Dich als VerbraucherIn. Du hast auf deiner Stromrechnung somit eine Abgabe weniger. Die Einnahmeausfälle trägt dabei das Sondervermögen “Energie- und Klimafonds” (EKF) der Bundesregierung.

Wie hoch ist momentan die EEG Umlage?

Nachdem die EEG-Umlage 2017 mit 6,88 Cent pro kWh ihren Höchstbetrag erreichte, liegt sie zu Beginn des Jahres 2022 bei 3,72 Cent pro kWh, bevor sie zum 01. Juli 2022 komplett entfällt und vom Bundeshaushalt getragen wird.

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Lukas HoffmeierGründer & CEO von Priwatt

Ingenieur für Erneuerbare Energien (M.Sc) und ausgebildeter Energieberater, der durch seine Erfahrung in der Energie- und Solarwirtschaft viel Wissen mitbringt, um als Überzeugungstäter die Energiewende voranzutreiben.

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