Strompreisbremse 2024 Abschaffung – Rückblick und was heute zählt

Sandra
Redakteurin

Die Strompreisbremse war eine der zentralen Entlastungsmaßnahmen während der Energiekrise. Ende 2023 wurde sie überraschend vorzeitig beendet. In diesem Rückblick erklären wir Dir, was die Strompreisbremse war, warum sie abgeschafft wurde – und warum eine eigene Solaranlage heute der beste Schutz vor schwankenden Strompreisen ist.
Was war die Strompreisbremse?
Seit dem 1. März 2023 galt in Deutschland eine staatlich festgelegte Preisbremse für Strom, Gas und Fernwärme. Sie sollte Millionen Haushalte entlasten, die von den stark gestiegenen Energiepreisen zu Beginn des Ukraine-Kriegs getroffen wurden.
Der Staat deckelte dabei die Preise für 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs auf feste Obergrenzen:
- 40 Cent pro Kilowattstunde für Strom
- 12 Cent pro Kilowattstunde für Gas
- 9,5 Cent pro Kilowattstunde für Fernwärme
Lag Dein vertraglicher Preis darüber, übernahm der Staat die Differenz, allerdings nur für diese 80 Prozent. Für den restlichen Verbrauch galt der volle Marktpreis, was den Anreiz zum Energiesparen erhalten sollte.

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Warum wurde die Strompreisbremse vorzeitig beendet?
Ursprünglich sollte die Bremse bis Ende 2023 laufen, eine Verlängerung bis ins Frühjahr 2024 war geplant. Dann kam alles anders: Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom November 2023 erklärte die Umwidmung nicht genutzter Corona-Kredite für verfassungswidrig. Dadurch fehlten dem Bund rund 17 Milliarden Euro im Haushalt.
Die Folge: Die Bundesregierung zog die Reißleine und beendete die Strom- und Gaspreisbremse vorzeitig zum 31. Dezember 2023. Seit dem 1. Januar 2024 gibt es keine staatliche Deckelung der Energiepreise mehr.
Was bedeutete das für VerbraucherInnen?
Zunächst weniger, als viele befürchteten: Weil die Großhandelspreise 2023 bereits deutlich gefallen waren, lagen die meisten Tarife ohnehin unter den Deckelwerten. Spürbar profitiert hatten vor allem Haushalte in teuren Grundversorgungsverträgen.
Parallel verteuerte sich Energie 2024 aber durch andere Faktoren: Die Mehrwertsteuer auf Gas kehrte von 7 auf 19 Prozent zurück, und der nationale CO₂-Preis stieg von 30 auf 45 Euro pro Tonne. Für Gaskunden bedeutete das spürbare Mehrkosten.
Wichtig zu wissen: Mit der Strompreisbremse fiel auch ein Sicherheitsnetz weg. Eine Wiedereinführung gilt als unwahrscheinlich, weil dem Bund dafür die finanziellen Mittel fehlen. Bei einer erneuten Preiskrise gäbe es diese staatliche Absicherung also nicht mehr.
Die Lage heute: Strompreise 2026
Inzwischen hat sich der Markt beruhigt. Gegenüber dem Krisenhoch sind die Strompreise wieder gesunken, 2026 zahlen Haushalte im Schnitt rund 37 Cent pro Kilowattstunde. Das ist deutlich weniger als in der Hochphase, bleibt aber klar über dem Niveau vor der Krise. Und die Kostentreiber sind geblieben: Der CO₂-Preis steigt weiter (2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne), und Netzentgelte schwanken von Jahr zu Jahr. Mehr erfährst du im Ratgeber Strompreisentwicklung.
Kurz: Günstige Energie ist nicht zurück, und ein staatlicher Deckel als Auffangnetz existiert nicht mehr.
Fazit: Eigener Solarstrom ist die beste Absicherung
Genau hier liegt der große Vorteil einer eigenen Solaranlage: Während Netzstrompreise von Marktlage, Krisen und Abgaben abhängen, bleiben Deine Kosten für selbst erzeugten Solarstrom über die gesamte Lebensdauer konstant. Die Gestehungskosten liegen bei nur 8 bis 12 Cent pro Kilowattstunde, ein Bruchteil des Netzpreises.
Für den Einstieg ist ein Balkonkraftwerk ideal: Es amortisiert sich meist schon nach 4 bis 6 Jahren und macht Dich unabhängiger von den großen Energieversorgern. Und dank des Solarpakets I (in Kraft seit Mai 2024) ist der Einstieg so einfach wie nie, 800 Watt Einspeiseleistung, vereinfachte Anmeldung nur noch im Marktstammdatenregister und der ausdrücklich zugelassene Schuko-Stecker.
Je unsicherer die Strompreise, desto mehr lohnt sich die eigene Erzeugung. Ein Balkonkraftwerk gibt es bei priwatt für jeden Standort, ob Balkon, Fassade, Garten oder Dach.