Wärmepumpe Kosten: Preise, Förderung und Betriebskosten 2026

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Dominik Broßell

Redakteur

WärmepumpeLesezeit 9 Minuten
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Wer sich mit dem Thema Wärmepumpen beschäftigt, stellt sich schnell die entscheidende Frage: Was kostet eine Wärmepumpe wirklich und lohnt sich die Anschaffung überhaupt? Gerade in Zeiten steigender Energiepreise und ehrgeiziger Klimaziele spielen die Kosten eine zentrale Rolle bei der Entscheidung für oder gegen dieses moderne Heizsystem.

Im Jahr 2026 sind Wärmepumpen längst kein Nischenthema mehr. Sie gelten als eine der tragenden Säulen der Energiewende und werden in immer mehr Wohngebäuden in Deutschland eingesetzt. Doch die Investition will gut überlegt sein, denn neben den Anschaffungskosten zählen auch die laufenden Kosten, der individuelle Wärmebedarf, die Art der Wärmepumpe und die verfügbare Förderung.

In diesem Ratgeber erfährst Du, welche Wärmepumpentypen es gibt, wie hoch die Kosten wirklich sind, welche Förderprogramme 2026 gelten und wie sich das System langfristig auf Deine Heizkosten auswirkt.

Arten von Wärmepumpen und was sie kosten

Die Kosten für eine Wärmepumpe hängen vor allem von der Art der Anlage, der Wärmequelle und den baulichen Gegebenheiten ab. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist in der Regel günstiger in der Anschaffung, während Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen zwar höhere Investitionskosten verursachen, dafür aber oft effizienter arbeiten.

Zu den wichtigsten Preisfaktoren gehören:

  • der Wärmepumpentyp,
  • der Hersteller,
  • die Heizleistung,
  • die Effizienzklasse,
  • der Installationsaufwand,
  • die Dämmung des Hauses und
  • die Art der Wärmeverteilung (beispielsweise über Heizkörper oder Fußbodenheizung).

Im Durchschnitt kostet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ohne Installation zwischen 10.000 und 15.000 Euro, eine Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) zwischen 12.000 und 18.000 Euro und eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser) zwischen 12.000 und 20.000 Euro. Diese Werte gelten für typische Einfamilienhäuser mit rund 120 Quadratmetern Wohnfläche.

Anschaffungsnebenkosten & Preise im Überblick

Bei der Planung einer neuen Heizungsanlage ist es wichtig, alle Kostenkomponenten im Blick zu behalten. Die Gesamtausgaben setzen sich aus dem Kaufpreis der Wärmepumpe, den Kosten für den Einbau, den hydraulischen Anschluss, die Regelungstechnik sowie gegebenenfalls notwendigen Umbauten zusammen.

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die in Deutschland am weitesten verbreitete Lösung. Sie nutzt die Umgebungsluft als Energiequelle und ist vergleichsweise einfach zu installieren, da keine Bohrungen oder Erdarbeiten erforderlich sind. Typische Gesamtkosten inklusive Installation liegen hier zwischen 14.000 und 22.000 Euro.

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, die auf Erdwärme basiert, ist deutlich effizienter, erfordert jedoch Bohrungen oder Erdarbeiten. Dadurch steigen die Investitionskosten auf etwa 18.000 bis 33.000 Euro, abhängig von der Tiefe der Sonden und den örtlichen Bodenverhältnissen.

Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser als Energiequelle, gilt als besonders leistungsstark, setzt aber eine gute Wasserqualität und behördliche Genehmigungen voraus. Hier bewegen sich die Gesamtkosten in der Regel zwischen 20.000 und 35.000 Euro.

Kosten für eine Wärmepumpe inklusive Einbau & Montage

Neben dem Preis für das Gerät selbst machen die Installationskosten einen wesentlichen Teil der Gesamtausgaben aus. Diese liegen in der Regel zwischen 3.000 und 8.000 Euro, können in Einzelfällen aber auch höher ausfallen, beispielsweise bei schwierigen baulichen Bedingungen, Erdsondenbohrungen oder einer umfangreichen Anpassung der bestehenden Heizungsanlage.

Die tatsächlichen Kosten hängen stark davon ab, wie Dein Haus gebaut ist und welche technischen Voraussetzungen vorhanden sind. Sie variieren außerdem je nach Art der Wärmepumpe, die Du installieren lässt.

Was beeinflusst die Installationskosten?

  1. Gebäudetyp und Baujahr
    Neubauten sind in der Regel einfacher und kostengünstiger für den Einbau einer Wärmepumpe geeignet. Die Leitungen, die Dämmung und die Heizsysteme sind bereits auf niedrige Vorlauftemperaturen ausgelegt. In Altbauten kann der Einbau dagegen aufwendiger werden, wenn Heizkörper ausgetauscht oder Pufferspeicher ergänzt werden müssen.
  2. Wärmebedarf und Dämmung
    Ein gut gedämmtes Haus benötigt weniger Leistung zum Heizen und somit auch eine kleinere Wärmepumpe. In unsanierten Altbauten mit hohem Wärmebedarf hingegen steigt der Stromverbrauch. Daher ist es sinnvoll, zunächst die Gebäudehülle zu prüfen oder Teilsanierungen (z. B. neue Fenster, Dachisolierung) in die Planung einzubeziehen.
  3. Art der Wärmeverteilung
    Wärmepumpen arbeiten am effizientesten mit niedrigen Vorlauftemperaturen, wie sie bei Fußboden- oder Wandheizungen üblich sind. Auch klassische Heizkörper können genutzt werden, sofern sie groß genug dimensioniert sind oder ausgetauscht werden. In manchen Fällen ist der Einbau zusätzlicher Heizflächen erforderlich, wodurch sich die Gesamtkosten um einige Tausend Euro erhöhen können.
  4. Aufstellort und Platzbedarf
    Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe muss zunächst entschieden werden, ob sie innen oder außen aufgestellt wird. Eine Außenaufstellung spart Platz im Haus, erfordert jedoch ein stabiles Fundament, ein witterungsbeständiges Gehäuse und eine gute Schalldämmung. Dies verursacht in der Regel zusätzliche Kosten zwischen 500 und 1.500 Euro.Eine Innenaufstellung benötigt hingegen mehr Platz im Heizungsraum und eine gute Luftführung (Zuluft/Abluft), was die Installationsplanung etwas aufwendiger macht.
  5. Hydraulischer Anschluss und Integration
    Ein weiterer Kostentreiber ist der Anschluss der Wärmepumpe an das bestehende Heizsystem (Heizkreislauf, Warmwasserbereitung, Pufferspeicher, Steuerung). Insbesondere beim Austausch alter Gas- oder Ölheizungen muss häufig ein Hydraulikmodul installiert werden. Der Aufwand hierfür hängt stark vom Zustand der vorhandenen Anlage ab und liegt in der Regel zwischen 1.000 und 3.000 Euro.
  6. Installateur und Region
    Die Lohnkosten variieren regional stark. In Süddeutschland sind Installationen häufig teurer als im Norden oder Osten. Auch die Verfügbarkeit erfahrener Fachbetriebe spielt eine Rolle: In Regionen mit hoher Nachfrage kann der Einbaupreis höher ausfallen oder es können sich längere Lieferzeiten ergeben.

Was bei der Planung wichtig ist

Eine fachgerechte Planung ist entscheidend, um unnötige Kosten und Effizienzverluste zu vermeiden. Ein zertifizierter Installateur oder Energieberater kann die erforderliche Wärmepumpenleistung für Dein Haus berechnen. Dabei werden Faktoren wie Heizlast, Dämmstandard, Warmwasserbedarf und das regionale Klima berücksichtigt.

Gerade bei Altbauten empfiehlt sich eine energetische Analyse vorab. Dabei prüft der Fachbetrieb, ob die Heizkörper angepasst oder zusätzliche Dämmmaßnahmen erforderlich sind. So lässt sich das System optimal auslegen und es wird vermieden, dass die Wärmepumpe im Alltag überdimensioniert ist oder zu stark belastet wird.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Integration in bestehende Systeme. Wenn Du bereits eine Photovoltaikanlage besitzt oder eine solche Anlage planst, kann die Wärmepumpe über ein Energiemanagementsystem gesteuert werden. So nutzt sie bevorzugt selbst erzeugten Strom und reduziert die laufenden Kosten spürbar.

Wärmepumpe Kosten für verschiedene Haustypen

Die tatsächlichen Gesamtkosten von Wärmepumpen hängen stark davon ab, in welchem Gebäudetyp sie installiert wird. Während ein Neubau meist optimale Voraussetzungen bietet, sind bei Altbauten häufig zusätzliche Arbeiten nötig. Auch die Größe und Nutzung des Hauses sowie die Art der Wärmeverteilung beeinflussen die Investitionskosten spürbar.

Einfamilienhaus (ca. 120 m²)

Der Gesamtpreis für eine Wärmepumpe inklusive Einbau und Inbetriebnahme liegt für ein klassisches Einfamilienhaus mit rund 120 Quadratmetern Wohnfläche in der Regel zwischen 20.000 und 35.000 Euro.

Am häufigsten wird die Luft-Wasser-Wärmepumpe gewählt, da sie vergleichsweise günstig und unkompliziert zu installieren ist. Sie benötigt keine Erdsonden oder Brunnen, sondern nutzt die Außenluft als Wärmequelle. Der durchschnittliche Gerätepreis liegt bei 10.000 bis 15.000 Euro, hinzu kommen Installationskosten von 3.000 bis 7.000 Euro.

Wer sich für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) entscheidet, zahlt zwar höhere Anschaffungskosten, profitiert aber von einem deutlich höheren Wirkungsgrad. Dadurch sind auf lange Sicht geringere Betriebskosten möglich, besonders wenn das Haus einen höheren Wärmebedarf hat. Auch Wasser-Wasser-Systeme (Grundwasser) können sich lohnen, sofern die Wasserqualität und die örtlichen Genehmigungen stimmen.

Ein gut gedämmtes Einfamilienhaus erreicht mit einer modernen Luft-Wasser-Wärmepumpe eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von rund 3,5 bis 4,0, das heißt, aus einer Kilowattstunde Strom werden 3,5 bis 4 Kilowattstunden Heizwärme erzeugt – und das dauerhaft und zuverlässig.

Mehrfamilienhaus

In einem Mehrfamilienhaus sind die Investitionskosten naturgemäß höher, da leistungsstärkere Wärmepumpen oder sogar mehrere Geräte im Verbundsystem erforderlich sind. Die Preisspanne liegt hier in der Regel zwischen 40.000 und 80.000 Euro und ist abhängig von der Zahl der Wohneinheiten, der Heizlast sowie der geplanten Wärmeverteilung im Gebäude.

Bei größeren Anlagen spielt die Planung eine besonders wichtige Rolle, da Rohrleitungen, Wärmespeicher und Regeltechnik optimal aufeinander abgestimmt sein müssen. Oft wird zusätzlich ein Pufferspeicher installiert, der die Wärme gleichmäßig im System verteilt und Spitzenlasten ausgleicht.

In neueren Mehrfamilienhäusern werden zunehmend Hybridlösungen eingesetzt, also Kombinationen aus Wärmepumpe und Photovoltaikanlage oder Gas-Brennwertgerät. Damit lässt sich der Strom- und Wärmeverbrauch flexibel anpassen. Für Eigentümergemeinschaften oder VermieterInnen kann sich die Investition durch geringere Betriebskosten und steigende Energieeffizienzklassen besonders lohnen, da sie den Immobilienwert langfristig steigert.

Altbau

Entgegen vieler Vorurteile ist der Einsatz einer Wärmepumpe auch im Altbau heute gut möglich. Moderne Geräte erreichen einen effizienten Betrieb auch bei Vorlauftemperaturen bis 60 °C, sofern das Gebäude einigermaßen gedämmt ist. Wichtig ist, dass die Heizkörper groß genug dimensioniert sind oder durch Niedertemperatur-Heizflächen ergänzt werden.

Die typischen Gesamtkosten im Altbau bewegen sich zwischen 25.000 und 45.000 Euro und sind abhängig von der Wärmepumpenart sowie dem Umfang der Anpassungsarbeiten. In der Regel müssen alte Rohrleitungen, Heizkörper oder die Warmwasseraufbereitung modernisiert werden. Eine hydraulische Feinabstimmung ist besonders wichtig, um die Effizienz voll auszuschöpfen.

Mehr zum Thema Wärmepumpe im Altbau erfährst du in unserem Blogbeitrag Wärmepumpe im Altbau – geht das überhaupt?

Ein Beispiel aus der Praxis

Bei einem Einfamilienhaus aus den 1990er-Jahren mit rund 150 Quadratmetern Wohnfläche und einem jährlichen Wärmebedarf von etwa 15.000 kWh wird eine Luft-Wasser-Wärmepumpe installiert. Bei einer Jahresarbeitszahl von 3,3 ergibt sich ein Stromverbrauch von etwa 4.500 kWh pro Jahr. Bei einem Strompreis von 0,39 Euro pro Kilowattstunde entstehen somit jährliche Heizkosten von rund 1.750 Euro.

Zum Vergleich: Eine moderne Gasheizung würde bei gleicher Heizleistung meist 1.600 bis 2.200 Euro kosten, hinzu kommen steigende CO₂-Abgaben. Die Wärmepumpe ist also nicht nur klimafreundlicher, sondern auch wirtschaftlicher – insbesondere bei Eigenstromnutzung durch eine Photovoltaikanlage.

Betriebskosten & langfristige Ausgaben

Neben der Anschaffung sind die laufenden Kosten entscheidend für die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe. Dazu gehören der Stromverbrauch, die Wartung sowie eventuelle Versicherungen.

Stromverbrauch und laufende Kosten

Wärmepumpen nutzen Strom, um Umweltwärme in Heizenergie umzuwandeln. Wie viel Strom dabei tatsächlich verbraucht wird, hängt von der Effizienz der Anlage und dem Wärmebedarf des Hauses ab.

Wenn Dein Haus beispielsweise jährlich 10.000 kWh Wärme benötigt und die Wärmepumpe eine JAZ von 3,5 erreicht, verbraucht sie etwa 2.850 kWh Strom. Bei einem Strompreis von 0,39 Euro pro kWh belaufen sich die jährlichen Betriebskosten auf rund 1.110 Euro.

Je nach Energieversorger kannst Du spezielle Wärmepumpen-Stromtarife mit niedrigeren Preisen nutzen. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage sinken die Stromkosten noch weiter, da Du den selbst erzeugten Solarstrom für den Betrieb nutzen kannst.

Wartung und Lebensdauer

Moderne Wärmepumpen sind zwar wartungsarm, sollten aber regelmäßig überprüft werden. Die jährlichen Wartungskosten liegen je nach Gerätetyp und Wartungsvertrag zwischen 150 und 400 Euro.

Die Lebensdauer beträgt in der Regel 15 bis 25 Jahre, bei Erdwärmepumpen sogar oft länger. Durch eine regelmäßige Inspektion wird sichergestellt, dass die Anlage effizient bleibt und es nicht zu teuren Ausfällen kommt.

Förderung & finanzielle Unterstützung 2026

Der Staat unterstützt den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme mit großzügigen Zuschüssen. Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sind auch im Jahr 2026 attraktive Förderungen erhältlich.

KfW- und BEG-Förderung

Die KfW bezuschusst den Heizungstausch mit einer Förderung von bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Diese setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen:

  • 30 % Grundförderung für alle förderfähigen Wärmepumpen
  • 20 % Klimageschwindigkeitsbonus, wenn eine alte Öl- oder Gasheizung ersetzt wird
  • 30 % Einkommensbonus für selbstgenutzte Immobilien bei bestimmten Einkommensgrenzen

Insgesamt können pro Wohneinheit bis zu 30.000 Euro förderfähig sein. Im besten Fall erhältst Du somit einen Zuschuss von bis zu 21.000 Euro.

BAFA-Zuschüsse

Das BAFA unterstützt ebenfalls Wärmepumpen, sofern sie auf der offiziellen Liste der förderfähigen Geräte stehen und eine hohe Effizienz nachweisen, beispielsweise eine Jahresarbeitszahl von über 4,0. Der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt werden.

Fördervoraussetzungen

Damit Du die Förderung erhältst, müssen einige Bedingungen erfüllt sein:

✔️ Die Wärmepumpe wird von einem zertifizierten Fachbetrieb installiert.
✔️ Das Gerät ist auf der BAFA-Liste geführt.
✔️ Der Antrag erfolgt vor Beginn der Installation.

Gerade bei älteren Häusern kann die Förderung den Preis einer Wärmepumpe deutlich senken und die Investition schneller rentabel machen.

Gesamtkosten & Wirtschaftlichkeit

Bei der Entscheidung für eine Wärmepumpe spielen neben den Anschaffungskosten auch die langfristige Wirtschaftlichkeit eine entscheidende Rolle. Zwar ist eine Wärmepumpe in der Anschaffung teurer als eine Gas- oder Ölheizung, doch gleicht sie diese Mehrkosten in den folgenden Jahren durch geringere Betriebskosten und staatliche Förderung oft vollständig aus.

Amortisationszeit und langfristige Einsparungen

Die Amortisationszeit, also der Zeitraum, bis sich die Investition durch Heizkosteneinsparungen bezahlt gemacht hat, liegt je nach Wärmepumpentyp, Förderhöhe und Strompreis meist zwischen acht und 15 Jahren. Danach fallen nur noch Stromkosten und minimale Wartungskosten an.

Ein Beispiel: Wenn Du etwa 22.000 Euro in eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Einbau investierst und 40 Prozent Förderung erhältst, reduziert sich dein Eigenanteil auf 13.200 Euro. Wenn Du im Vergleich zu einer Gasheizung rund 700 Euro Heizkosten pro Jahr sparst, hat sich die Investition nach rund zehn bis zwölf Jahren amortisiert. Durch steigende CO₂-Preise und Gasgrundkosten verkürzt sich diese Zeit zusätzlich.

Darüber hinaus sind die laufenden Ausgaben besser planbar, da die Wärmepumpe so effizient arbeitet, dass ihr Stromverbrauch im Verhältnis zur erzeugten Wärme gering bleibt, obwohl die Strompreise schwanken.

Ein weiterer wirtschaftlicher Vorteil ergibt sich, wenn Du die Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage kombinierst. So kannst Du einen Teil des benötigten Stroms selbst erzeugen und nutzen. In der Praxis lassen sich dadurch oft 20 bis 40 Prozent der Stromkosten einsparen, was sich enorm auf die Gesamtwirtschaftlichkeit über die Lebensdauer der Anlage auswirkt.

Wirtschaftlichkeitsvergleich zu alternativen Heizsystemen

Im direkten Vergleich zu klassischen Heizsystemen zeigt sich: Die Wärmepumpe ist langfristig die wirtschaftlichste und klimafreundlichste Lösung.

  • Gasheizung:
    Zwar liegen die Anschaffungskosten mit 10.000 bis 13.000 Euro deutlich niedriger, doch die Betriebskosten sind aufgrund des Gaspreises und der steigenden CO₂-Abgaben deutlich höher. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einem Wärmebedarf von 15.000 kWh musst Du derzeit mit Heizkosten von 1.800 bis 2.200 Euro pro Jahr rechnen. Zusätzlich entstehen Wartungskosten von 150 bis 300 Euro pro Jahr.
  • Ölheizung:
    Sie sind nicht nur teurer im Betrieb, sondern auch kaum zukunftsfähig. Neben den hohen Emissionen schlagen hier die stark schwankenden Ölpreise und die hohen Wartungsaufwendungen zu Buche. Die Gesamtkosten pro Jahr liegen meist über 2.000 Euro und steigen weiter.
  • Wärmepumpe:
    Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,5 beträgt der jährliche Stromverbrauch für Heizung und Warmwasser etwa 3.000 kWh. Bei einem Preis von 0,39 Euro pro kWh ergeben sich daraus jährliche Heizkosten von rund 1.170 Euro – und das nahezu CO₂-frei.

Bereits nach wenigen Jahren zeigen sich deutliche Einsparungen. Über eine Nutzungsdauer von zwei Jahrzehnten kann eine Wärmepumpe (je nach Entwicklung der Energiekosten) 10.000 bis 20.000 Euro weniger an Betriebskosten verursachen als eine Gasheizung.

Langlebigkeit und Werterhalt

Für die Wirtschaftlichkeit spielt neben den laufenden Kosten auch die Lebensdauer eine große Rolle. Moderne Wärmepumpen haben eine Lebensdauer von durchschnittlich 15 bis 25 Jahren, Erdwärmepumpen sogar oft bis zu 30 Jahre. Damit überdauern sie viele fossile Heizsysteme, die meist nach 15 Jahren ersetzt oder umfassend gewartet werden müssen.

Hinzu kommt, dass eine Wärmepumpe den Wert Deiner Immobilie steigert. Durch die hohe Energieeffizienz und die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen verbessert sich in der Regel die Energieeffizienzklasse des Hauses. Das kann sich positiv auf den Verkauf oder die Vermietung auswirken.

Ist eine Wärmepumpe zu teuer? Für wen lohnt sie sich?

Viele HausbesitzerInnen fragen sich, ob sich der Umstieg auf eine Wärmepumpe finanziell lohnt. Die Antwort lautet: Ja, in den meisten Fällen langfristig eindeutig.

Vorteile auf einen Blick

✔️ Deutlich niedrigere Betriebskosten als bei Gas- oder Ölheizungen
✔️ Hohe Förderquoten senken die Einstiegskosten
✔️ Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen
✔️ Beitrag zum Klimaschutz
✔️ Zukunftssicheres System mit stabilen Energiepreisen

Typische Hürden und Mythen

Es ist ein häufiger Irrtum, dass Wärmepumpen in Altbauten nicht funktionieren. Moderne Geräte erreichen jedoch auch bei Vorlauftemperaturen von bis zu 60 Grad Celsius gute Wirkungsgrade. Entscheidend sind eine gute Planung, eine ausreichende Dämmung und eine angepasste Größe der Heizkörper.

Auch das Argument, Strom sei zu teuer, ist trügerisch. Eine Wärmepumpe erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage kann ein großer Teil des benötigten Stroms sogar selbst erzeugt werden, wodurch die Stromrechnung sinkt und Du unabhängiger vom Energieversorger wirst.

Für wen lohnt sich eine Wärmepumpe besonders?

  • Neubauten mit geringem Wärmebedarf
  • sanierte Altbauten mit moderner Dämmung
  • Haushalte mit eigenen Solaranlagen, die den Strom selbst produzieren
  • Menschen, die langfristig Heizkosten sparen und ihre CO₂-Bilanz verbessern wollen

Wer in eine Wärmepumpe investiert, legt den Grundstein für ein intelligentes, nachhaltiges Energiesystem. Dieses lässt sich mit PV-Anlagen, Batteriespeichern oder E-Autos kombinieren.

Fazit

Die Kosten für eine Wärmepumpe hängen stark von der Art des Systems sowie den baulichen Voraussetzungen ab. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist in der Regel die günstigste Lösung, während Erd- und Wasser-Wasser-Systeme durch ihre höhere Effizienz überzeugen. Inklusive Einbau liegen die Preise meist zwischen 15.000 und 35.000 Euro, bei größeren Projekten auch darüber.

Dank der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) können bis zu 70 Prozent der Investitionskosten gespart werden. Dadurch sinkt der Eigenanteil häufig auf 10.000 bis 15.000 Euro. Durch die geringeren Betriebskosten kann sich diese Investition in wenigen Jahren amortisieren.

Wenn Du den Umstieg planst, lohnt sich eine Beratung durch einen Fachbetrieb, der die Gegebenheiten Deines Hauses genau analysiert. Ob Neubau, Altbau oder Sanierung – eine richtig ausgelegte Wärmepumpe kann in fast jedem Fall effizient und zuverlässig Wärme und Warmwasser liefern.

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Dominik BroßellRedakteur

Als euer Experte für Solartechnik und erneuerbare Energien informiert euch Dominik regelmäßig im priwatt-Blog über alles Wissenswerte rund um die Themen Balkonkraftwerk, PV, Stromtarife, Batteriespeicher und Co.

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