Wärmepumpe Wintereffizienz – So effizient ist eine Wärmepumpe im Winter

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Dominik Broßell

Redakteur

WärmepumpeLesezeit 9 Minuten
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Die Leistungsfähigkeit von Wärmepumpen im Winter ist einer der meistdiskutierten Aspekte moderner Heiztechnik. Der Grund dafür liegt in der Arbeitsweise dieser Systeme: Sie nutzen Umweltenergie aus Luft, Erdreich oder Grundwasser. Da sich diese Wärmequellen mit der Jahreszeit verändern, stellt sich die Frage, wie stabil und effizient eine Wärmepumpe bei Frost tatsächlich arbeitet. Sinkende Außentemperaturen werfen daher die Frage auf, wie stabil und effizient eine Wärmepumpe bei Frost tatsächlich arbeitet.

Technisch gesehen stellen die Wintermonate jedoch kein Hindernis für den Betrieb dar. Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen sind für tiefe Temperaturen ausgelegt und erzielen auch an sehr kalten Tagen zuverlässige COP-Werte. Erd- und Grundwasserwärmepumpen arbeiten im Winter sogar nahezu konstant, da ihre Wärmequellen kaum Temperaturschwankungen unterliegen. Zwar nimmt die Effizienz bei fallenden Temperaturen etwas ab, sie bleibt jedoch in einem Bereich, der eine wirtschaftliche und stabile Wärmeversorgung sicherstellt.

In diesem Beitrag erfährst Du, wie Wärmepumpen in der kalten Jahreszeit funktionieren, welche Unterschiede zwischen den einzelnen Systemen bestehen und welche Rolle Kennzahlen wie COP und Jahresarbeitszahl für die Einschätzung der Wintereffizienz spielen. Zudem wird aufgezeigt, welche baulichen und technischen Faktoren die Leistung im Winter beeinflussen und wie sich eine Anlage optimal auf die Heizperiode vorbereiten lässt. So erhältst Du einen klaren Überblick darüber, wie zuverlässig und leistungsfähig eine Wärmepumpe gerade in den Wintermonaten arbeiten kann.

Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Winter zuverlässig?

Die erste wichtige Erkenntnis lautet: Ja, eine Wärmepumpe funktioniert auch im Winter, und das zuverlässig. Dies gilt für Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen gleichermaßen. Die Heiztechnologie ist so ausgelegt, dass sie auch bei Minustemperaturen Wärmeenergie aus der Umwelt gewinnt und ins Haus überträgt. Der physikalische Prozess basiert nicht darauf, „warme Luft“ zu nutzen, sondern auf einem Kältemittelkreislauf, der selbst aus sehr kalter Umgebungsluft noch Energie extrahieren kann.

Moderne Wärmepumpen arbeiten mit Kältemitteln, die bereits bei extrem niedrigen Temperaturen verdampfen. Dadurch bleibt die Funktion auch bei Temperaturen von –15 bis –20 °C oder teilweise sogar darunter gewährleistet. Für die meisten Regionen in Deutschland ist dieser Temperaturbereich völlig ausreichend. Selbst an besonders kalten Wintertagen schwankt die Leistung daher weniger als viele vermuten. Wichtig ist dabei das Zusammenspiel zwischen Gerätetechnik, Wärmequelle und dem Wärmebedarf des Gebäudes.

Besonders deutlich wird dies bei Anlagen, die im Erdreich oder im Grundwasser arbeiten. Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen greifen auf Wärmequellen zu, die deutlich stabilere Temperaturen haben als die Außenluft. Erdreich und Grundwasser bleiben selbst bei strengem Frost weit oberhalb von Minustemperaturen, sodass ihre Effizienz im Winter kaum nachlässt. Das führt dazu, dass diese beiden Arten eine besonders hohe Wintereffizienz besitzen und ihren Wirkungsgrad stabil halten können.

Allgemeine Informationen zur Funktionsweise einer Wärmepumpe findest Du in unserem Beitrag „Wie funktioniert eine Wärmepumpe?”.

Warum sinkt die Effizienz bei manchen Systemen im Winter?

Der Wirkungsgrad einer Wärmepumpe hängt direkt von der Temperatur ihrer Wärmequelle ab. Je niedriger diese ist, desto mehr Strom muss die Anlage einsetzen, um das erforderliche Temperaturniveau für die Heizung zu erreichen. Dieser Effekt zeigt sich vor allem bei Luft-Wasser-Wärmepumpen, da die Außenluft im Winter deutlich stärker abkühlt als das Erdreich oder Grundwasser. Fällt die Lufttemperatur auf Minusgrade, sinkt die verfügbare Wärmeenergie und die Wärmepumpe benötigt mehr elektrische Energie, um dieselbe Heizleistung zu erzeugen. Zusätzlich können Abtauvorgänge am Verdampfer den Stromverbrauch kurzzeitig erhöhen, wodurch sich die Effizienz weiter reduziert.

Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen sind davon weniger betroffen, da Erdreich und Grundwasser über das ganze Jahr hinweg relativ konstante Temperaturen bieten. Dadurch bleibt der Wirkungsgrad dieser Systeme im Winter deutlich stabiler und sie erreichen auch bei Kälte hohe COP-Werte.

Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass ein sinkender COP-Wert im Winter nicht bedeutet, dass die Wärmepumpe ineffizient oder unwirtschaftlich wird. Selbst unter ungünstigen Bedingungen liefern sie in der Regel mehr Wärmeenergie, als sie an elektrischer Energie aufnehmen. Ein COP von 2,5 oder 3 bedeutet, dass die Wärmepumpe weiterhin ein Vielfaches der eingesetzten Strommenge in Wärme umwandelt – ein Verhältnis, das fossile Heizsysteme nicht erreichen können. Da extreme Minusgrade in Deutschland selten über längere Zeiträume auftreten, bleibt die Effizienz insgesamt über das Jahr hinweg hoch. Moderne Anlagen sind zudem darauf ausgelegt, auch bei sehr tiefen Temperaturen zuverlässig zu arbeiten und den Wärmebedarf sicher zu decken..

COP-Werte im Winter: Wie effizient arbeiten Wärmepumpen bei niedrigen Temperaturen?

Die Effizienz einer Wärmepumpe lässt sich im Winter gut über den COP-Wert (Coefficient of Performance) ablesen. Dieser beschreibt das Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom unter standardisierten Laborbedingungen. Er ist ein wichtiger Indikator, um zu vergleichen, wie gut eine Wärmepumpe unter standardisierten Bedingungen arbeitet.

Bei milden Außentemperaturen erreichen viele moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen COP-Werte zwischen 3,4 und 4,1, während Sole-Wasser-Wärmepumpen häufig Werte zwischen 4,4 und 4,8 erzielen. Noch effizienter sind Wasser-Wasser-Wärmepumpen mit COP-Werten zwischen 4,9 und 5,8.

Im Winter sinken diese Werte naturgemäß etwas ab. Typische COP-Werte bei etwa −7 °C liegen für Luftwärmepumpen in einem Bereich von 2,5 bis 3,5. Das bedeutet, dass aus 1 kWh Strom mehr als das Doppelte an Wärmeenergie erzeugt wird. Diese Werte zeigen: Auch unter frostigen Bedingungen bleibt die Wärmepumpe im Winter effizient.

COP ist jedoch nur ein Momentwert. Um die tatsächliche Wintereffizienz zu bewerten, ist die Jahresarbeitszahl (JAZ) entscheidend. Sie berücksichtigt die Effizienz über ein ganzes Jahr hinweg und spiegelt daher auch alle winterlichen Effekte wider. Systeme mit einer JAZ von 3,0 bis 4,5 sind heute Standard und zeigen, dass moderne Wärmepumpen ganzjährig wirtschaftlich arbeiten können, auch in Regionen, in denen es regelmäßig zu Frost kommt.

Wintereffizienz der verschiedenen Wärmepumpentypen im Vergleich

Luft-Wasser-Wärmepumpe: starke Technik, trotz niedriger Außentemperaturen

In Deutschland ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe das am weitesten verbreitete System, vor allem im Neubau. Moderne Geräte sind speziell für winterliche Bedingungen ausgelegt. Dank Fortschritten bei den Kältemitteln, einem verbesserten Abtau-Management und optimierten Wärmetauschern bleibt die Wärmepumpe auch bei Kälte effizient.

Selbst bei Temperaturen von –15 bis –20 °C ist ein Betrieb möglich. Zwar sinkt die Effizienz, doch der durchschnittliche Wirkungsgrad ist immer noch höher als bei vielen fossilen Heizsystemen. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist daher eine verlässliche Heizlösung, sofern das Gebäudeniveau und die Heizlast gut aufeinander abgestimmt sind.

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme): hohe Wintereffizienz, stabile Leistung

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, die auch als Erdwärmepumpe bezeichnet wird, nutzt die konstante Temperatur des Erdreichs als Wärmequelle. In einer Tiefe von etwa 1,5 Metern bleibt der Boden im Winter deutlich wärmer als die Außenluft. Das bedeutet, dass die Wärmepumpe auch bei Schnee, Eis und längeren Frostperioden stabil arbeitet und hohe COP- sowie JAZ-Werte erzielt.

Aufgrund ihrer konstanten Wintereffizienz gehören diese Systeme zu den effizientesten Heizsystemen in ganz Deutschland – sowohl in Neubauten als auch in sanierten Bestandsgebäuden. Die Energiequelle Erde bietet eine der stabilsten Temperaturumgebungen, wodurch sich der Stromverbrauch im Winter in Grenzen hält.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe: die effizienteste Winterlösung

Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser als Wärmequelle. Da Grundwasser ganzjährig eine nahezu konstante Temperatur von etwa 8 bis 12 °C aufweist, zählt dieses System zu den effizientesten Heiztechnologien – auch und gerade im Winter.

Ihre Wintereffizienz ist außergewöhnlich hoch und der Wirkungsgrad bleibt bei Frost nahezu unverändert. Damit ist diese Technologie eine der besten Optionen für HausbesitzerInnen, die langfristig sehr niedrige Betriebskosten erzielen wollen.

Allerdings ist die Genehmigungssituation in manchen Regionen herausfordernd, weshalb die praktische Nutzung von wasserbasierten Systemen teilweise eingeschränkt ist.

Wie beeinflussen Temperaturen und Winterbedingungen die Wärmepumpe?

Einfluss der Umgebungstemperatur

Die Umgebungstemperatur ist einer der wichtigsten Faktoren, die die Effizienz einer Wärmepumpe im Winter beeinflussen. Luftwärmepumpen reagieren besonders stark auf Temperaturschwankungen, da die Außenluft als Wärmequelle deutlich schneller abkühlt als Erdreich oder Grundwasser. Sinkt die Lufttemperatur, muss die Wärmepumpe mehr Energie aufwenden, um das benötigte Temperaturniveau für die Heizung oder Warmwasserbereitung zu erreichen. Das erklärt, warum der COP-Wert bei tiefen Temperaturen spürbar sinkt.

Trotzdem bleibt der Wirkungsgrad moderner Systeme hoch genug, um wirtschaftlich zu arbeiten. Die Technik ist heute so ausgereift, dass auch längere Phasen mit Frost, Schneefall oder starken Temperaturschwankungen zuverlässig überbrückt werden können. Wichtig dabei ist, dass die Außeneinheit ausreichend Luft ziehen kann, d. h., sie darf nicht mit Schnee, Eis oder Laub bedeckt sein. In den meisten Fällen reicht eine regelmäßige Sichtkontrolle aus, um den Betrieb sicherzustellen.

Bei Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen fällt dieser Temperatureffekt geringer aus, da Erdreich und Grundwasser selbst im Winter relativ konstante Temperaturbereiche aufweisen. Deshalb arbeiten diese Systeme besonders stabil und effizient, selbst bei zweistelligen Minusgraden.

Abtauzyklen, Vereisung und Frost

Neben der Temperatur spielt auch die Witterung eine Rolle, insbesondere bei hoher Luftfeuchtigkeit und niedrigen Außentemperaturen. In solchen Situationen kann sich an der Außeneinheit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe Frost oder Eis bilden. Diese Vereisung ist physikalisch völlig normal und beeinträchtigt den Betrieb nur, wenn die Wärmepumpe nicht über ein effektives Abtau-Management verfügt.

Moderne Wärmepumpen sind deshalb mit automatischen Abtauzyklen ausgestattet. Sobald sich eine Eisschicht bildet, schaltet die Anlage für kurze Zeit um, um den Wärmetauscher freizutauen. Dieser Vorgang dauert in der Regel nur wenige Minuten und hat kaum spürbare Auswirkungen auf die Wärmeversorgung im Haus. Die Heizleistung bleibt dadurch nahezu durchgehend verfügbar, selbst bei frostigen Bedingungen.

Damit diese Prozesse reibungslos funktionieren, ist eine freie Luftzirkulation rund um die Außeneinheit essenziell. Schnee, Laub oder festgefrorene Äste sollten deshalb entfernt werden, um den Luftstrom nicht zu behindern. Technisch gesehen bleibt der Betrieb auch unter schwierigen Wetterbedingungen zuverlässig. Selbst Minustemperaturen von –15 °C oder tiefer stellen keine grundsätzliche Einschränkung dar.

Tipps: So hälst Du Deine Wärmepumpe im Winter effizient

Damit eine Wärmepumpe auch im Winter effizient arbeiten kann, sind neben den technischen Eigenschaften der Anlage auch der Zustand des Gebäudes und die richtigen Einstellungen entscheidend. Eine gute Dämmung ist dabei einer der wichtigsten Faktoren: Je besser die Gebäudehülle isoliert ist, desto geringer fällt der Wärmebedarf aus und desto weniger Strom benötigt die Wärmepumpe, um angenehme Temperaturen zu halten. Das wirkt sich besonders in den Wintermonaten deutlich auf den Energieverbrauch aus.

Auch die Heizkurve spielt eine zentrale Rolle für die Wintereffizienz. Sie legt fest, welche Vorlauftemperatur bei bestimmten Außentemperaturen erforderlich ist. Ist diese Kurve optimal eingestellt, arbeitet die Wärmepumpe deutlich sparsamer. Zwar passen sich viele moderne Systeme automatisch an, dennoch kann eine fachkundige Feinjustierung durch InstallateurInnen zusätzliche Einsparpotenziale erschließen.

Dies ist besonders bei einer Wärmepumpe im Altbau interessant, da hier häufig höhere Vorlauftemperaturen benötigt werden. Mit passenden Modernisierungsmaßnahmen, wie neuen Heizkörpern oder einer verbesserten Dämmung, lässt sich die Effizienz jedoch deutlich steigern.

Ein weiterer relevanter Faktor ist zudem die regelmäßige Wartung. Ein sauberer, gut durchströmter Wärmetauscher, intakte Sensoren und eine freie Luftzufuhr sind entscheidend dafür, dass die Anlage im Winter zuverlässig arbeitet. Schnee, Eis oder Laub sollten deshalb rund um die Außeneinheit regelmäßig entfernt werden, damit die Wärmepumpe jederzeit ausreichend Luft ansaugen kann.

Worauf Du im Winter achten solltest:

  • gute Gebäudedämmung für niedrigeren Wärmebedarf
  • optimal eingestellte Heizkurve zur Reduktion der Vorlauftemperaturen
  • regelmäßige Wartung und funktionierende Sensorik
  • Wärmetauscher sauber und frei von Verschmutzungen halten
  • Außeneinheit von Schnee, Eis und Laub befreien
  • ausreichend Luftzirkulation rund um die Anlage sicherstellen

Fazit zur Wärmepumpe-Wintereffizienz

Wärmepumpen zählen zu den zuverlässigsten und effizientesten Heizsystemen in Deutschland, und das gilt auch für die Wintermonate. Moderne Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen erzielen selbst bei tiefen Temperaturen stabile COP-Werte und lassen sich somit auch bei strengem Frost effizient betreiben.

Während Luftwärmepumpen bei sehr niedrigen Außentemperaturen etwas an Effizienz verlieren, bleiben Sole- und Wasser-Wasser-Systeme dank stabiler Wärmequellen nahezu konstant leistungsfähig. Insgesamt zeigt sich somit, dass Wärmepumpen im Winter keineswegs an ihre Grenzen stoßen, sondern ein zuverlässiges Heizsystem für Neubauten und Bestandsgebäude darstellen.

Die Wintereffizienz lässt sich zudem durch eine gute Gebäudedämmung, eine optimierte Heizkurve und regelmäßige Pflege weiter steigern. HausbesitzerInnen, die diese Faktoren beachten, profitieren das ganze Jahr über von niedrigen Betriebskosten, einem klimafreundlichen Heizsystem und einem hohen Wohnkomfort – ganz ohne Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

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Dominik BroßellRedakteur

Als euer Experte für Solartechnik und erneuerbare Energien informiert euch Dominik regelmäßig im priwatt-Blog über alles Wissenswerte rund um die Themen Balkonkraftwerk, PV, Stromtarife, Batteriespeicher und Co.

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