Wärmepumpe warten: Was Du wissen musst

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Dominik Broßell

Redakteur

WärmepumpeLesezeit 9 Minuten
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Wärmepumpen gelten als moderne, effiziente und vergleichsweise wartungsarme Heizlösung. Deshalb fragen sich viele: Muss ich eine Wärmepumpe überhaupt warten lassen und wenn ja, wie aufwendig ist die Wartung im Vergleich zu einer Gas- oder Ölheizung überhaupt?

Dieser Beitrag gibt Dir einen strukturierten Überblick darüber, wie wartungsintensiv Wärmepumpen wirklich sind, welche Wartungsarbeiten der Fachbetrieb übernimmt, welche Pflegemaßnahmen Du selbst durchführen kannst, mit welchen Wartungskosten Du rechnen solltest und warum eine regelmäßige Wartung trotz des geringen Wartungsaufwands sinnvoll ist, vor allem mit Blick auf Effizienz, Stromverbrauch und Lebensdauer der Anlage.

Wie wartungsintensiv sind Wärmepumpen?

Warum die Wartung von Wärmepumpen weniger umfangreich ist

Wärmepumpen gelten als wartungsarm, da sie im Gegensatz zu Gas- und Ölheizungen ohne Verbrennung arbeiten. Es entstehen weder Ruß noch Abgase und es gibt keinen Brenner, der regelmäßig eingestellt werden muss. Dadurch entfällt ein Großteil der klassischen Wartungsarbeiten, die bei konventionellen Heizsystemen verpflichtend oder technisch notwendig sind. Wärmepumpen arbeiten stattdessen mit einem geschlossenen Kältemittelkreislauf, der deutlich weniger Verschleiß verursacht.

Trotzdem ist eine Wärmepumpe nicht vollkommen wartungsfrei. Ihre Funktionsfähigkeit hängt von verschiedenen Komponenten ab, beispielsweise dem Kältemittelkreislauf, der Elektrik, den Pumpen, Ventilen und Filtern sowie der Regelung. Hier können sich im Laufe der Zeit Abweichungen einschleichen, die frühzeitig erkannt und korrigiert werden sollten, um Störungen zu verhindern und die Effizienz zu erhalten.

Vergleich mit Öl- und Gasheizungen

Der Wartungsaufwand ist bei Gas- und Ölheizungen deutlich unterschiedlich. Dort sind jährliche Wartungen praktisch Standard und oft normativ vorgeschrieben. Typische Aufgaben wie die Reinigung von Brennern, das Einstellen der Düsen, die Kontrolle des Wärmetauschers oder Abgasmessungen sind Pflicht, damit die Anlage sicher und effizient bleibt.

Bei Wärmepumpen beschränkt sich die Wartung hingegen meist auf Kontrollen und kleinere Justierungen. Intensive Reinigungsarbeiten fallen selten an und viele Komponenten laufen über Jahre hinweg stabil. Die Folge sind längere Wartungsintervalle und insgesamt ein geringerer Aufwand. Trotzdem lohnt sich die regelmäßige Überprüfung der Anlage, da ein gut gewartetes System weniger Strom verbraucht, zuverlässiger arbeitet und eine längere Lebensdauer erreicht.

Die technischen Gründe hinter der Wartungsarmut

Der geringe Wartungsaufwand hängt unmittelbar mit der Funktionsweise der Wärmepumpe zusammen. Im Zentrum steht ein geschlossenes System aus Verdampfer, Verflüssiger, Verdichter, Pumpen und Elektronik. Da keine Verbrennungsrückstände entstehen, wie es bei Heizungen mit Flamme der Fall ist, können sich auch keine Ablagerungen bilden, die die Anlage belasten könnten. Dadurch bleiben Verschleiß und Verschmutzung deutlich geringer.

Lediglich die Wärmequelle kann in bestimmten Fällen zusätzliche Aufmerksamkeit erfordern. Vor allem Luft-Wasser- und Luft-Luft-Wärmepumpen sind witterungsbedingt stärker äußeren Einflüssen ausgesetzt. Laub, Staub, Pollen oder Schnee können den Verdampfer blockieren und die Luftzufuhr einschränken. In solchen Fällen empfiehlt sich eine gelegentliche Reinigung der Außeneinheit, damit die Anlage dauerhaft effizient arbeitet.

Bei Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen ist die Wärmequelle konstanter, da das Erdreich oder das Grundwasser nur geringe Schwankungen aufweisen. Das reduziert potenzielle äußere Störfaktoren zusätzlich, weshalb diese Systeme besonders stabil und wartungsarm laufen.

Regelmäßige Wartung durch den Fachbetrieb

Empfohlenes Wartungsintervall

Auch wenn die Technik robust ist, empfehlen Hersteller und Fachbetriebe eine regelmäßige Wartung. Üblich ist ein Intervall von etwa einem Jahr. Teilweise sind jedoch auch Kontrollen im Abstand von ein bis zwei Jahren vorgesehen, je nach Wärmepumpentyp und Herstellerangaben.Neben dem Fachbetrieb kannst auch Du selbst einiges zur Pflege der Anlage beitragen. Dabei handelt es sich um vergleichsweise simple Eingriffe, die Du ohne spezielles Werkzeug erledigen kannst.

Besonders wichtig ist der Bereich rund um die Außeneinheit einer Luft-Wasser- oder Luft-Luft-Wärmepumpe. Die Luft muss frei zuströmen können. Laub, Pflanzen, Schnee oder andere Hindernisse sollten deshalb regelmäßig entfernt werden. So verhinderst Du, dass der Verdampfer blockiert wird und die Wärmepumpe unnötig viel Strom benötigt, um die gewünschte Wärme bereitzustellen.

In vielen Systemen sind außerdem Filter verbaut, die die Heizungs- oder Solekreise vor Verschmutzungen schützen. Eine gelegentliche Kontrolle und bei Bedarf eine Reinigung gemäß den Herstellerangaben hilft, den Durchfluss aufrechtzuerhalten und Schäden an Pumpen oder Ventilen zu vermeiden. Hierzu findest Du meist konkrete Informationen in der Bedienungsanleitung Deiner Geräte.

Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen wird eine jährliche Inspektion oft als Best Practice genannt, da die Außeneinheit Witterungseinflüssen und somit auch Verschmutzungen ausgesetzt ist. Sole-Wasser- und Wasser-Wärmepumpen können etwas längere Wartungsintervalle haben, die ebenfalls im Bereich von ein bis zwei Jahren liegen.

In jedem Fall gilt die Regel, dass die genauen Intervalle an die jeweilige Art der Anlage, die Herstellerempfehlungen und die Betriebsbedingungen im Haus angepasst werden sollten.

Was der Fachbetrieb überprüft

Bei einem professionellen Wärmepumpen-Service durch den Fachbetrieb geht es weniger um aufwändige Eingriffe, sondern um eine gründliche Kontrolle des gesamten Systems. Typische Schritte sind zum Beispiel:

  • Sichtprüfung auf Undichtigkeiten, Beschädigungen und ungewöhnliche Geräusche
  • Überprüfung von Kältemittel-Druck und -Temperaturen
  • Kontrolle der elektrischen Anschlüsse, Sicherungen und Steuerung
  • Prüfung von Pumpen, Ventilen und Filtern im Heizkreis
  • Funktionsprüfung von Warmwasserbereitung und Heizbetrieb
  • Optimierung der Einstellungen, etwa der Heizkurve

Die Dichtheitskontrolle ist besonders wichtig bei Anlagen mit größeren Kältemittelmengen. Sind mehr als drei Kilogramm eines bestimmten Kältemittels im System (maßgeblich ist das CO₂-Äquivalent nach F-Gase-Verordnung), sind in vielen Fällen regelmäßige Prüfungen vorgeschrieben. Diese Arbeiten dürfen nur von zertifizierten Fachbetrieben durchgeführt werden.

Der Vorteil solcher Überprüfungen liegt auf der Hand: Mögliche Ursachen für Störungen werden früh erkannt, bevor sie zu Ausfällen oder teuren Reparaturen führen. Gleichzeitig hilft die Wartung der Wärmepumpe, deren Effizienz stabil zu halten und den Stromverbrauch im Rahmen zu halten.

Einfache Wartung, die Du selbst übernehmen kannst

Pflege im Alltag

Neben dem Fachbetrieb kannst auch Du selbst einiges zur Pflege der Anlage beitragen. Dabei handelt es sich um vergleichsweise simple Eingriffe, die Du ohne spezielles Werkzeug erledigen kannst.

Besonders wichtig ist der Bereich rund um die Außeneinheit einer Luft-Wasser- oder Luft-Luft-Wärmepumpe. Die Luft muss frei zuströmen können. Laub, Pflanzen, Schnee oder andere Hindernisse sollten deshalb regelmäßig entfernt werden. So verhinderst Du, dass der Verdampfer blockiert wird und die Wärmepumpe unnötig viel Strom benötigt, um die gewünschte Wärme bereitzustellen.

In vielen Systemen sind außerdem Filter verbaut, die die Heizungs- oder Solekreise vor Verschmutzungen schützen. Eine gelegentliche Kontrolle und bei Bedarf eine Reinigung gemäß den Herstellerangaben hilft, den Durchfluss aufrechtzuerhalten und Schäden an Pumpen oder Ventilen zu vermeiden. Hierzu findest Du meist konkrete Informationen in der Bedienungsanleitung Deiner Geräte.

Was Du besser dem Fachbetrieb überlässt

Arbeiten am Kältemittelkreislauf sollten stets von einem Fachbetrieb durchgeführt werden. Dies gilt auch für das Nachfüllen von Kältemittel sowie für Eingriffe in Druck und Ventile. Gleiches gilt für elektrische Arbeiten. Wenn Du ungewöhnliche Geräusche, Fehlermeldungen, starke Leistungsschwankungen oder direkte Störungen bemerkst, ist es am besten, einen Heizungsfachbetrieb zu kontaktieren und eine fachgerechte Diagnose erstellen zu lassen.

Übersicht: Wartungsintervalle und Kosten

Typische Wartungsintervalle nach Wärmepumpen-Typ

Je nach Wärmepumpen Typ können die Intervalle etwas variieren. Grob lassen sie sich so zusammenfassen:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: meist jährliche Wartung sinnvoll
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdsonden oder Flächenkollektoren): Wartung alle ein bis zwei Jahre
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpen (Grundwasser): jährliche Kontrolle von Brunnenanlage und Filtern
  • Warmwasser-Wärmepumpen: Kontrolle und ggf. Entkalkung alle ein bis zwei Jahre, abhängig von Wasserhärte und Nutzung

Kosten für die Wartung der Wärmepumpe im Überblick

Die Kosten für die Wartung hängen vom Umfang der Arbeiten, der Art der Anlage und der Region ab. Bei einem typischen Einfamilienhaus liegen die Kosten für die Wartung einer Wärmepumpe pro Termin meist zwischen 100 und 400 Euro.

Einige Punkte, die sich auf die Kosten auswirken können:

  • Art der Wärmepumpe (Luft, Sole, Wasser)
  • Erreichbarkeit der Anlage und Anzahl der Komponenten
  • Ob zusätzliche Arbeiten wie Entkalken oder umfangreiche Reinigungen anfallen
  • Ob eine Dichtheitsprüfung nach F-Gase-Verordnung erforderlich ist

Müssen Teile ausgetauscht werden oder kommen zusätzliche Reparaturen hinzu, können die Kosten entsprechend steigen. Eine regelmäßige Wartung trägt jedoch dazu bei, teure Schäden und lange Ausfälle zu vermeiden, was sich im Winter im Zweifel bezahlt macht.

Tipps für einen effizienten und langlebigen Betrieb

Warum Wartung einer Wärmepumpe trotz fehlender Pflicht sinnvoll ist

Anders als bei bestimmten Gasfeuerungsanlagen besteht für die meisten Wärmepumpen keine generelle gesetzliche Pflicht zur Wartung. Trotzdem empfehlen Hersteller und Fachbetriebe eine regelmäßige Wartung, da diese einen zentralen Einfluss auf die Lebensdauer der Anlage hat.

Im laufenden Betrieb können kleine Abweichungen, Verschmutzungen oder falsche Einstellungen dazu führen, dass sich der Stromverbrauch schleichend erhöht. Werden diese Punkte im Rahmen eines Wartungstermins korrigiert, bleibt die Anlage im besten Fall viele Jahre effizient und zuverlässig. Das schont nicht nur Deinen Geldbeutel, sondern auch die Umwelt, da weniger Strom für die gleiche Menge Wärme benötigt wird.

Wartung, Stromverbrauch und Betriebskosten

Werden Wärmepumpen nicht regelmäßig geprüft, können sich Ablagerungen im System bilden, die Filter können sich verschmutzen und die Vorlauftemperaturen können zu hoch sein. Zwar erreicht die Heizung dann noch die gewünschte Temperatur, dafür wird jedoch mehr Strom benötigt. Langfristig steigen somit die Betriebskosten, ohne dass es Dir im Alltag direkt auffällt.

Die Wartung von Wärmepumpen ist daher immer auch eine Investition in die Effizienz. Eine gut eingestellte Anlage mit sauber arbeitenden Komponenten benötigt weniger Energie, um Dein Haus zu heizen und Warmwasser bereitzustellen. Das entlastet nicht nur Deinen Stromzähler, sondern macht die Wärmepumpe als Heizlösung im Vergleich zu Gas oder Öl erst richtig attraktiv.

Wartungsvertrag mit dem Fachbetrieb

Um keine Termine zu vergessen und die Wartungsintervalle konsequent einzuhalten, kann ein Wartungsvertrag mit einem Fachbetrieb sinnvoll sein. Darin werden die durchzuführenden Wartungsarbeiten, die im Störungsfall enthaltenen Leistungen und die Abrechnungsmodalitäten festgelegt.

Ein solcher Vertrag sorgt für Planungssicherheit bei den Kosten und stellt sicher, dass Deine Anlage regelmäßig von Fachleuten überprüft wird. Gerade wenn Fragen zur Effizienz, zur Einstellung der Heizkurve oder zur Einbindung einer PV-Anlage auftauchen, hast Du so eine verlässliche Ansprechperson. Mehr dazu erfährst Du in unserem Beitrag "Deine Wärmepumpe vom Fachbetrieb".

Fazit: Wartungsarm, aber nicht wartungsfrei

Im Vergleich zu vielen älteren Heizsystemen sind Wärmepumpen relativ wartungsarm. Es fallen weder eine Brennerreinigung noch eine Abgasmessung an und es gibt weniger Verschleißteile als bei Gas- oder Öl-Anlagen. Trotzdem ist es sinnvoll, die Wartung der Wärmepumpe ernst zu nehmen und in regelmäßigen Abständen einen Fachbetrieb hinzuzuziehen.

Eine klare Übersicht über die Wartungsintervalle, die Kontrolle von Kältemittel, Filtern und Regelung sowie eine einfache Pflege im Alltag helfen dabei, die Effizienz und Lebensdauer der Anlage zu sichern. In Kombination mit passenden Stromtarifen und gegebenenfalls einer eigenen Solaranlage wird die Wärmepumpe so zu einer langfristig wirtschaftlichen und zuverlässigen Lösung zum Heizen und zur Warmwasserbereitung im eigenen Haus.

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Dominik BroßellRedakteur

Als euer Experte für Solartechnik und erneuerbare Energien informiert euch Dominik regelmäßig im priwatt-Blog über alles Wissenswerte rund um die Themen Balkonkraftwerk, PV, Stromtarife, Batteriespeicher und Co.

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