Wärmepumpe & Warmwasserspeicher als effiziente Warmwasserlösung

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Dominik Broßell

Redakteur

WärmepumpeLesezeit 13 Minuten
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Die Kombination aus Wärmepumpe und Warmwasserspeicher ist für Dich als ModernisiererIn oder Neubau-PlanerIn eines der wichtigsten Themen überhaupt. Seit dem Heizungsgesetz 2024 rücken effiziente Heizsysteme in den Fokus, und steigende Gaspreise machen fossile Alternativen immer unattraktiver. Eine gut geplante Warmwasserlösung spart Dir nicht nur bares Geld, sondern sorgt auch für zuverlässigen Komfort im Alltag.

Die Warmwasserbereitung bei Wärmepumpen funktioniert grundsätzlich auf zwei Wegen: Entweder übernimmt Deine Heizungs-Wärmepumpe beide Aufgaben – Heizen und Warmwasser – oder Du setzt auf eine reine Brauchwasser-Wärmepumpe, die ausschließlich Dein Trinkwasser erwärmt. In beiden Fällen nutzt das System Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und hebt diese auf die benötigte Temperatur an.

Ob Du einen separaten Warmwasserspeicher brauchst, hängt von Deiner Situation ab: Kompakte Wärmepumpen mit integriertem Speicher (meist 170-200 Liter) reichen für kleinere Haushalte oft völlig aus. Bei größeren Familien, mehreren Bädern oder dem Wunsch nach Solarthermie-Integration ist ein externer Speicher die bessere Wahl. In diesem Ratgeber erfährst Du alles über die richtige Speichergröße nach Haushaltsgröße, das Prinzip der Schichtung, den Legionellenschutz, die Effizienz Deiner Anlage und die smarte Kombination mit einer PV-Anlage.

Wie macht Deine Wärmepumpe Warmwasser?

Warmwasser stellt andere Anforderungen an Deine Wärmepumpe als Heizwärme. Während Deine Fußbodenheizung typischerweise mit 30-40 °C Vorlauftemperatur auskommt, braucht Trinkwasser mindestens 45-55 °C, um hygienisch einwandfrei und komfortabel nutzbar zu sein. Dieser Temperaturunterschied hat direkte Auswirkungen auf die Effizienz Deines Systems.

Die meisten Heizungs-Wärmepumpen, egal ob Luft-Wasser, Sole-Wasser oder Wasser-Wasser, können sowohl Heizung als auch Warmwasser übernehmen. Dafür wird entweder ein interner Wärmetauscher genutzt oder ein externer Warmwasserspeicher hydraulisch eingebunden. Die Wärmepumpe lädt den Speicher auf, indem sie die Wärmeenergie über den Wärmetauscher an das Trinkwasser abgibt.

Wichtig zu wissen: Je höher die Warmwassertemperatur, desto niedriger fällt der COP (Coefficient of Performance) Deiner Wärmepumpe aus. Bei 45 °C Speichertemperatur arbeitet Dein System deutlich effizienter als bei 60 °C.

Integrierter vs. externer Warmwasserspeicher

Kompakt-Wärmepumpen mit integriertem Speicher sind seit etwa 2018 zum Standard im Einfamilienhaus-Neubau geworden. Diese Geräte vereinen Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger, Expansionsventil und einen 170-200 Liter Speicher in einer Einheit.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Du sparst Platz,
  • die Hydraulik ist perfekt abgestimmt, und
  • die Installation gelingt schnell und unkompliziert.

Externe Warmwasserspeicher mit 200-500 Liter Volumen bieten Dir dagegen mehr Flexibilität. Du kannst die Größe an Deinen Haushalt anpassen, einen zusätzlichen Wärmetauscher für Solarthermie integrieren oder einen Elektro-Heizstab nachrüsten. Gerade bei größeren Haushalten mit vier oder mehr Personen, mehreren Bädern oder dem Wunsch nach bivalenter Wärmeversorgung ist der externe Speicher die bessere Lösung.

Die Kosten für externe Kombispeicher liegen typischerweise bei 2.000 bis 3.000 Euro für ein Einfamilienhaus, hinzu kommen Installation und Verrohrung. Bei integrierten Systemen ist der Speicher im Gerätepreis bereits enthalten.

Reine Warmwasser-Wärmepumpe (Brauchwasser-Wärmepumpe)

Eine Brauchwasser-Wärmepumpe ist ein eigenständiges Gerät mit integriertem Speicher (meist 200-300 Liter), das ausschließlich Warmwasser bereitet, ohne Heizfunktion. Das System nutzt die Umgebungsluft aus dem Keller oder Technikraum als Wärmequelle und entfeuchtet nebenbei die Raumluft.

Diese Lösung eignet sich besonders gut, wenn Du Deinen Gas- oder Ölkessel im Sommer abschalten möchtest, aber noch nicht komplett auf eine Wärmepumpenheizung umsteigen willst. Auch als Ergänzung zu einer bestehenden Heizungsanlage im Altbau macht eine Brauchwasser-Wärmepumpe Sinn: Du nutzt die Abwärme aus dem Keller und senkst Deine Gasrechnung, ohne die gesamte Heizung umzubauen.

Welcher Warmwasserspeicher passt zu Deiner Wärmepumpe?

Die richtige Wahl bei Speicherart und -größe entscheidet darüber, wie komfortabel, effizient und hygienisch Deine Warmwasserversorgung im Alltag funktioniert. Im Wärmepumpen-Kontext sind verschiedene Speichertypen relevant:

  • reine Warmwasserspeicher,
  • Kombispeicher,
  • Schichtspeicher und
  • Hygienespeicher mit Frischwasserstation.

Ein entscheidender Punkt, den viele unterschätzen: Bei Wärmepumpen muss die Wärmetauscherfläche deutlich größer ausgelegt sein als bei Gas- oder Ölheizungen. Der Grund liegt in den niedrigeren Vorlauftemperaturen. Während ein Gaskessel problemlos 70 °C liefert, arbeitet Deine Wärmepumpe effizient mit 45-50 °C und diese Wärme muss über eine größere Fläche übertragen werden.

Reiner Warmwasserspeicher für Wärmepumpen

Ein typischer Wärmepumpenspeicher mit 200-500 Liter Volumen ist mit einem großflächigen Glattrohr-Wärmetauscher ausgestattet. Diese Tauscherfläche sollte mindestens 3-5 m² betragen, damit auch mit 45-50 °C Vorlauf genügend Warmwasser nachgeladen werden kann.

Wichtige Ausstattungsmerkmale für die Praxis sind:

  • eine hochwertige PU-Hartschaumdämmung (50–100 mm Polyurethan Hartschaum) zur Minimierung der Wärmeverluste,
  • ein emaillierter Behälter für lange Lebensdauer,
  • eine Magnesium- oder Titananode zum Korrosionsschutz und
  • ein Anschluss für einen Elektro-Heizstab als Reserve.

Mit einer guten Isolierung liegen die Bereitschaftsverluste unter 1 kWh pro Tag.

Kombispeicher & Schichtspeicher

Ein Kombispeicher vereint Heizungs- und Trinkwasserfunktion in einem Behälter. Das spart Platz und ist besonders sinnvoll bei größeren Haushalten, in Kombination mit Solarthermie oder wenn der Technikraum knapp bemessen ist. Die Kombination von Heizwärme und Brauchwasser in einem System vereinfacht zudem die Hydraulik.

Das Prinzip des Schichtspeichers nutzt die physikalische Eigenschaft, dass warmes Wasser nach oben steigt. Die heiße Schicht oben (55-65 °C) steht für den Zapfkomfort bereit, während die kühleren Zonen unten (ca. 10-20 °C Rücklauf) den effizienten Wärmepumpenbetrieb ermöglichen. Der Vorteil für Dich: stabile Warmwassertemperatur auch bei mehreren Zapfungen hintereinander und eine bessere Nutzung niedriger Vorlauftemperaturen. Ohne saubere Schichtung steigen die Wärmeverluste durch Mischung um 10–20 %.

Hygienespeicher & Frischwasserstation

Hygienespeicher arbeiten mit einem integrierten Edelstahl-Wellrohr oder einer externen Frischwasserstation, bei der das Trinkwasser im Durchlauf erwärmt wird. Der große Vorteil: Es steht kaum Trinkwasser im Speicher, wodurch das Legionellenrisiko deutlich sinkt.

Diese Lösung ist besonders spannend für Mehrfamilienhäuser, Hotels oder selten genutzte Ferienhäuser mit Wärmepumpe. Überall dort, wo Wasser längere Zeit steht und das Risiko einer Verkeimung höher ist, bietet die Frischwassertechnik echten Mehrwert für Hygiene und Sicherheit.

Die richtige Speichergröße: Wie viele Liter brauchst Du wirklich?

Als Faustformel gilt: Pro Person und Tag rechnest Du mit 30-50 Liter Warmwasser bei 40 °C Zapftemperatur. Allerdings variieren Komfortanspruch und Duschgewohnheiten stark. Duschst Du viel und badest selten, kommst Du mit weniger Speichervolumen aus. Liebst Du lange Bäder oder habt ihr eine Regendusche, solltest Du großzügiger planen.

Ein zu groß dimensionierter Speicher erhöht die Bereitschaftsverluste unnötig, das Wasser steht warm herum und kühlt ab. Ein zu kleiner Speicher nervt im Alltag, weil das Warmwasser nicht reicht und die Wärmepumpe ständig mit hohen Temperaturen nachladen muss.

Faustregeln für Ein- und Mehrfamilienhäuser

Für die Praxis haben sich folgende Richtwerte bewährt:

  • 1-2 Personen: 150-200 Liter Speichervolumen
  • 3-4 Personen: 200-300 Liter Speichervolumen
  • 5+ Personen: 300-500 Liter Speichervolumen

Diese Angaben gelten bei Standardkomfort und 45-50 °C Speichertemperatur. Eine Badewanne, eine Regendusche oder zeitgleiche Zapfungen (z. B. zwei Bäder morgens) treiben die Speichergröße nach oben. Als Richtwert für Pufferspeicher gilt: etwa 60 Liter pro kW Heizleistung.

Typische Planungsfehler bei der Speichergröße

Der häufigste Fehler: Der Speicher vom alten Gasgerät wird 1:1 übernommen, ohne auf die besonderen Anforderungen einer Wärmepumpe zu achten. Ein Standard-Speicher mit kleiner Wärmetauscherfläche funktioniert mit niedrigen Vorlauftemperaturen nicht optimal.

Zu klein dimensioniert: Die Familie steht regelmäßig unter der kalten Dusche, die Wärmepumpe muss häufig und mit hohen Temperaturen nachladen, das kostet Effizienz und Strom.

Zu groß dimensioniert: Unnötig hohe Bereitschaftsverluste, längere Laufzeiten auf hohem Temperaturniveau und damit Effizienzeinbußen. Ein Fachbetrieb sollte die Heizlast und den Warmwasserbedarf rechnerisch nach VDI 6002 oder ähnlichen Richtlinien ansetzen.

Effizienz-Booster: So holst Du das Maximum aus Wärmepumpe und Speicher

Warmwasser ist der „teure” Teil im Wärmepumpensystem, weil höhere Temperaturen nötig sind als für die Heizung. Die gute Nachricht: Mit ein paar Stellschrauben – Temperatur, Schichtung, Wärmedämmung, Zeitprogramme – senkst Du Deine Stromkosten deutlich. Ein gut dimensioniertes System spart bis zu 400 kWh Strom pro Jahr, was bei 20 Cent pro kWh etwa 80 Euro jährlich ausmacht.

Optimale Warmwassertemperaturen einstellen

Der optimale Betriebsbereich liegt zwischen 45 und 50 °C Speichertemperatur, je nach Deinem Komfortwunsch und den Leitungswegen im Haus. Ein Dauerbetrieb bei 60 °C ist bei Wärmepumpen ineffizient, weil der COP stark sinkt, diese Temperatur brauchst Du nur für gelegentliche Legionellenschaltungen.

Ein Mischer am Ausgang des Speichers kann den Verbrühschutz sicherstellen, während im Speicher selbst höher temperiert wird. So kombinierst Du Sicherheit mit Effizienz, ohne im Normalbetrieb unnötig Energie zu verschwenden.

Schichtung & kurze Leitungswege

Eine stabile Temperaturschichtung im Speicher ist entscheidend für den effizienten Betrieb. Oben sollte heißes Wasser für die Zapfung bereitstehen (55-65 °C), unten kühleres Wasser als Rücklauf für die Wärmepumpe. Diese Schichtung ermöglicht es Deiner Wärmepumpe, bei niedrigen Vorlauftemperaturen optimal zu arbeiten.

Praxis-Tipp: Platziere den Speicher möglichst nah an den Hauptverbrauchsstellen. Eine Zirkulationsleitung ist nur sinnvoll, wenn die Wege wirklich lang sind und dann unbedingt mit Zeitschaltuhr, um Wärmeverluste zu minimieren. Gut gedämmte Speicher und Leitungen (mindestens GEG-Standard, besser darüber) reduzieren die Wärmeverluste erheblich.

Elektro-Heizstab: sinnvolle Reserve oder Effizienz-Killer?

Der Heizstab hat seinen Platz für Spitzenlasten, Legionellenschaltungen und als Notbetrieb im Störungsfall. Bei der thermischen Desinfektion verbraucht er nur etwa 0,5-1 kWh pro Zyklus, das ist vertretbar.

Wichtig: Dauerbetrieb des Heizstabs macht aus Deiner effizienten Wärmepumpe praktisch einen teuren Direktstromboiler. Die Stromkosten explodieren, und der ganze Effizienzvorteil ist dahin. Begrenze den Heizstab im Regler (z. B. max. 1-2 kW, nur in definierten Zeitfenstern) und kopple ihn wenn möglich mit PV-Überschuss.

Legionellenschutz beim Warmwasserspeicher: sicher & effizient

Legionellen sind Bakterien, die sich im Temperaturbereich 25-45 °C im Trinkwasser vermehren können. In Einfamilienhäusern mit geringem Leitungsvolumen ist das Risiko meist überschaubar, trotzdem solltest Du die Regeln für hygienisch einwandfreies Trinkwasser beachten.

Thermische Desinfektion & andere Schutzkonzepte

Bei der thermischen Desinfektion wird die Speichertemperatur zeitweise auf ca. 60 °C angehoben, um Legionellen abzutöten. Bei vielen Wärmepumpen erfolgt diese Schaltung programmierbar alle 24-48 Stunden, oft mit Unterstützung des Elektro-Heizstabs. Das entspricht den Anforderungen der DIN 1988-100.

Alternativen sind Hygienespeicher oder Frischwasserstationen, die das Legionellenrisiko durch Durchlauferhitzung minimieren. Besprich das Thema mit Deinem Fachbetrieb und gegebenenfalls mit dem zuständigen Wasserversorger, insbesondere bei Mehrfamilienhäusern, Hotels oder Vermietung gelten strengere Prüfpflichten.

Hydraulische und bauliche Maßnahmen für mehr Hygiene

Kurze Leitungswege, vermeidbare Totstränge und korrekt ausgelegte Zirkulationssysteme verhindern Stagnation im Rohrnetz. Nutze regelmäßig sämtliche Zapfstellen, auch die Dusche im Gäste-Bad, die nur selten zum Einsatz kommt.

Eine gute Planung schon in der Bauphase verhindert spätere Probleme und kostspielige Nachrüstungen. Bei Bestandsgebäuden lohnt sich eine kritische Prüfung des Rohrnetzes vor der Wärmepumpen-Installation.

Warmwasserspeicher für Wärmepumpe im Altbau vs. Neubau

Die Anforderungen und Möglichkeiten unterscheiden sich erheblich zwischen Bestandsgebäuden und Neubauten. Dein Haus aus den 80ern stellt andere Herausforderungen als ein aktueller KfW-40-Neubau.

Neubau: alles aus einem Guss planen

Im Neubau empfehlen sich Kompakt-Wärmepumpensysteme mit integriertem Speicher für Standard-Einfamilienhäuser (3–4 Personen, 150–180 m²). Die Bauweise ermöglicht eine perfekt abgestimmte Einheit, die Platz spart und sofort einsatzbereit ist.

Du kannst das Speichersystem direkt mit einer PV-Anlage, einer Flächenheizung und gegebenenfalls einer kontrollierten Wohnraumlüftung abstimmen. Die Kombination aller Komponenten von Anfang an ermöglicht maximale Energieeffizienz. Aktuelle Förderprogramme (Bundesförderung effiziente Gebäude, BEG) unterstützen den Einbau, informiere Dich bei BAFA und KfW über die aktuellen Konditionen oder lies unseren Ratgeber zur Förderung von Wärmepumpen in 2026.

Altbau & Modernisierung: was ist realistisch?

Bei der Modernisierung hast Du verschiedene Optionen: Austausch des alten Warmwasserspeichers gegen einen wärmepumpentauglichen Speicher, Kombination mit der bestehenden Heizung im bivalenten Betrieb oder Umstieg auf eine reine Brauchwasser-Wärmepumpe als erster Schritt.

Typische Herausforderungen sind begrenzter Platz im Heizraum, alte Leitungsführung und größere Warmwasserverbräuche durch mehrere Bäder. Lass eine Vor-Ort-Analyse (Hydraulik, Rohrnetz, Zapfstellen) durch einen Fachpartner durchführen, bevor Du einen Speicher bestellst – das spart böse Überraschungen. Erfahre hier alles rund um den Einsatz einer Wärmepumpe im Altbau.

Kombi mit Photovoltaik & Solarthermie: so nutzt Du kostenlosen Sonnenstrom und -wärme

Warmwasser ist ein idealer „Energiespeicher” für Solarstrom, weil Du die Erwärmung zeitlich verschieben kannst. Deine Wärmepumpe als intelligenter PV-Verbraucher macht die Solaranlage deutlich wirtschaftlicher.

Wärmepumpe + PV: Warmwasser als Stromspeicher

Der Regler Deiner Wärmepumpe oder ein Energiemanagementsystem kann die Warmwasserbereitung gezielt in sonnenreiche Stunden verschieben. Das funktioniert so: Tagsüber hebt das System die Speichertemperatur auf 50-55 °C an, nachts senkt es ab, und der Heizstab springt nur bei PV-Überschuss an.

Das Ergebnis: Dein Eigenverbrauch steigt deutlich, und die Wirtschaftlichkeit Deiner PV-Anlage verbessert sich spürbar. In einem 4-Personen-Haushalt mit 200-Liter-Speicher deckt die Wärmepumpe 80-90 % des Warmwasserbedarfs, mit PV-Unterstützung sinken die Stromkosten nochmals erheblich.

Wärmepumpe + Solarthermie: bivalente Speicherlösungen

Ein bivalenter Speicher mit zwei Wärmetauschern nutzt beide Energiequellen optimal: unten die Solarthermie, oben die Wärmepumpe. Im Jahresverlauf deckt die Solaranlage im Sommer oft fast den kompletten Warmwasserbedarf, während die Wärmepumpe an trüben Tagen und im Winter einspringt.

Diese Kombination lohnt sich insbesondere bei hohem Warmwasserbedarf (5+ Personen, Einliegerwohnung, Vermietung) und wenn ohnehin eine Solarthermie-Anlage vorhanden oder geplant ist.

Was kostet ein Warmwasserspeicher für die Wärmepumpe und wann rechnet er sich?

Die typischen Preisbereiche für Speicher (ohne Installation) liegen bei:

  • 200-300 Liter Wärmepumpenspeicher: 800-1.500 Euro
  • Kombispeicher 500-800 Liter: 2.000-3.500 Euro
  • Brauchwasser-Wärmepumpe 200-300 Liter: 1.500-2.500 Euro

Rechne damit, dass Einbau, Verrohrung und Regelung oft genauso viel kosten wie der Speicher selbst. Die realistischen Gesamtkosten für einen externen Warmwasserspeicher liegen bei 2.000 bis 4.000 Euro inklusive Montage.

Beispielrechnung für einen 4-Personen-Haushalt

Ein 4-Personen-Einfamilienhaus mit 200 m², Luft-Wasser-Wärmepumpe und 250-Liter-Speicher. Der Warmwasserbedarf liegt bei etwa 50 Liter pro Person und Tag.

Mit einer Jahresarbeitszahl von 3,5 für die Warmwasserbereitung und einem Jahres-Warmwasserbedarf von etwa 3.000 kWh benötigt die Wärmepumpe rund 850 kWh Strom. Bei 25 Cent pro kWh sind das etwa 210 Euro jährliche Warmwasserkosten.

Zum Vergleich: Ein altes Gasgerät verursacht für die gleiche Warmwassermenge schnell 300-400 Euro pro Jahr, Tendenz steigend durch CO₂-Abgabe. Die Ersparnis von 100-200 Euro jährlich amortisiert die Mehrinvestition für einen wärmepumpentauglichen Speicher in 10-15 Jahren.

Fazit

Der passende Warmwasserspeicher ist entscheidend für Komfort, Effizienz und Hygiene Deiner Wärmepumpenheizung. Ein integrierter Speicher reicht für kleinere Haushalte im Neubau völlig aus, während größere Familien, Altbauten oder Kombinationen mit Solarthermie von externen Schicht- oder Hygienespeichern profitieren.

Mit der richtigen Planung – passender Speichertyp, optimale Größe, effiziente Temperatureinstellung, Legionellenschutz und clevere PV-Einbindung – sparst Du langfristig Strom und Nerven. Die Investition rechnet sich über die Betriebskosten, und Du profitierst von zuverlässigem Warmwasserkomfort ohne böse Überraschungen.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß sollte der Warmwasserspeicher bei einer Wärmepumpe für 2 / 4 / 6 Personen sein?

Für 2 Personen reichen 150-200 Liter, für 4 Personen solltest Du 200-300 Liter einplanen, und bei 6 Personen sind 300-500 Liter empfehlenswert. Diese Werte gelten bei normalem Duschverhalten und gelegentlicher Badewannennutzung. Liebst Du lange Duschen oder habt ihr mehrere Bäder, die morgens gleichzeitig genutzt werden, wähle die größere Variante.

Reicht eine Warmwasser-Wärmepumpe aus oder brauche ich eine komplette Heizungs-Wärmepumpe?

Eine reine Brauchwasser-Wärmepumpe ist ein guter Einstieg oder eine sinnvolle Ergänzung zu einer bestehenden Heizung. Sie lässt sich schnell installieren und senkt die Energiekosten für Warmwasser spürbar. Für eine komplett fossile Heizung unabhängige Zukunft ist aber eine vollständige Wärmepumpenheizung die bessere Lösung, die Heizung und Warmwasser aus einer Hand liefert.

Muss ich wegen Legionellen immer auf 60 °C aufheizen?

Nicht dauerhaft, aber regelmäßig. In Einfamilienhäusern genügt meist eine thermische Desinfektion einmal pro Woche, bei der die Speichertemperatur kurzzeitig auf 60 °C angehoben wird. Alternativ bieten Hygienespeicher oder Frischwasserstationen konstruktionsbedingt mehr Schutz. Bei Mehrfamilienhäusern oder Vermietung gelten strengere Regeln – lass Dich von Deinem Fachbetrieb beraten.

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Dominik BroßellRedakteur

Als euer Experte für Solartechnik und erneuerbare Energien informiert euch Dominik regelmäßig im priwatt-Blog über alles Wissenswerte rund um die Themen Balkonkraftwerk, PV, Stromtarife, Batteriespeicher und Co.

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