Smart Meter Gateway: Was Du über das Herzstück des intelligenten Messsystems wissen musst

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Sandra

Redakteurin

EnergiemanagementLesezeit 12 Minuten
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Viele HausbesitzerInnen denken, ihr neuer digitaler Zähler sei bereits ein Smart Meter. Ist er aber nicht. Erst das Smart Meter Gateway macht aus einer modernen Messeinrichtung ein wirklich intelligentes Messsystem, und eröffnet Dir die Möglichkeit für dynamische Stromtarife, optimierten Eigenverbrauch und reduzierte Netzentgelte.

Dieser Ratgeber erklärt Dir, was ein Smart Meter Gateway genau ist, wann Du eins benötigst und wie es Deine Energiekosten senken kann. Du erfährst auch, welche Pflichten 2026 gelten und warum das Gateway gerade für Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen so wertvoll ist.

Warum die Begriffe Smart Meter, Gateway und digitaler Zähler so oft verwechselt werden

Die Bezeichnung „Smart Meter" wird im Alltag fast immer falsch verwendet. Die meisten Haushalte, die in den letzten Jahren einen neuen Stromzähler bekommen haben, besitzen lediglich eine moderne Messeinrichtung (mME), also einen digitalen Zähler mit Display. Der zeigt Dir zwar Deinen Verbrauch an und speichert Verbrauchsdaten über 24 Monate, hat aber weder eine Internetverbindung noch eine Datenübertragung an Netzbetreiber oder Energieversorger. Ein manuelles Ablesen der Zählerstände ist damit zwar einfacher geworden, aber von einem „smarten" System kann keine Rede sein.

Das eigentliche Herzstück ist das Smart Meter Gateway (SMGW) – die Kommunikationseinheit, die Deinen Zähler erst intelligent macht. Es ist eine BSI-zertifizierte Schnittstelle zwischen der modernen Messeinrichtung und externen Marktteilnehmern wie Netzbetreiber, Messstellenbetreiber und Stromlieferanten.

Erst die Kombination aus beiden Komponenten, also mME plus Smart Meter Gateway, ergibt das intelligente Messsystem (iMSys). Das ist das, was der Volksmund „Smart Meter" nennt. Und erst mit diesem Messsystem werden Funktionen wie dynamische Stromtarife, Fernauslesung, §14a-Steuerung und Eigenverbrauchsoptimierung möglich.

Die entscheidenden Unterschiede auf einen Blick

Moderne Messeinrichtung (mME)Smart Meter Gateway (SMGW)Intelligentes Messsystem (iMSys)
Was ist das?Digitaler Zähler mit DisplayBSI-zertifizierte KommunikationseinheitmME + SMGW = Komplettlösung
FunktionVerbrauch anzeigen, 24 Monate speichernVerschlüsselte Datenübertragung und SteuerungFernablesung, dynamische Tarife, Steuerung
InternetverbindungNeinJa (DSL, Mobilfunk, Breitband Powerline)Ja
DatenübertragungKeineVerschlüsselt an MarktteilnehmernVerschlüsselt alle 15 Minuten
Kosten pro JahrMax. 25 €Teil des iMSys-EntgeltsMax. 20–50 € je nach Verbrauch
Dynamische Tarife möglich?NeinNur mit Zähler zusammenJa

Smart Meter Gateway im Detail: Das Kommunikationsmodul erklärt

Das Smart Meter Gateway ist die zentrale Kommunikationseinheit des intelligenten Messsystems. Es verbindet Deinen Zähler mit dem Stromnetz und allen relevanten Marktteilnehmern, vom Netzbetreiber über den Energieversorger bis zum Messstellenbetreiber. Dabei übernimmt das SMGW die Verarbeitung, Verschlüsselung und Übertragung Deiner Messwerte in 15-Minuten-Intervallen.

Das SMGW ist eine sichere Schnittstelle zwischen der modernen Messeinrichtung und externen Marktteilnehmern. Es ermöglicht bidirektionale Kommunikation zwischen Verbrauchern und dem Netz, das bedeutet:

  • Daten fließen vom Zähler zum Netzbetreiber
  • Empfang von Steuer- und Regelbefehlen

Das SMGW vernetzt Photovoltaikanlagen, Wallboxen und andere intelligente Geräte mit dem Stromnetz. Es integriert Zähler in ein Kommunikationsnetzwerk zur Datenerfassung und ermöglicht die automatische Übertragung von Verbrauchsdaten. Die Verbrauchsdaten sind über Apps oder Online-Portale einsehbar – ein manuelles Ablesen der Zählerstände ist nicht mehr notwendig.

BSI-Zertifizierung: Maximale Sicherheit nach Common Criteria

Smart Meter Gateways müssen vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert sein. Die Grundlage bilden das Schutzprofil BSI-Common Criteria PP-0073 sowie die Technische Richtlinie BSI TR-03109. Diese Vorgaben stellen sicher, dass die Datenübertragung nach hohen Sicherheitsstandards verschlüsselt erfolgt – auf einem Niveau, das mit Online-Banking vergleichbar ist.

Das Zertifikat gilt 8 Jahre, wobei alle 2 Jahre eine Überprüfung der technischen Aktualität stattfindet, etwa bezüglich kryptographischer Verfahren. Die TR-03109 umfasst mehrere Teile:

  • TR-03109-1: Funktionale Anforderungen, Interoperabilität, Schnittstellen
  • TR-03109-2: Schutzprofil für das Sicherheitsmodul (physische Sicherheit, Manipulationsschutz)
  • TR-03109-3: Kryptographische Anforderungen und Schlüsselverwaltung
  • TR-03109-4: Public-Key-Infrastruktur für Zertifikatsketten
  • TR-03109-5: CLS-Komponenten (Controllable Local Systems) für Steuerboxen – seit 1. Januar 2024 in Kraft
  • TR-03109-6: Verwaltung und Administration durch den Smart Meter Gateway Administrator

Anders als bei vielen Smart Home Lösungen gibt es keine unkontrollierte Cloud-Abhängigkeit, die Daten werden lokal verarbeitet und nur verschlüsselt weitergeleitet. Das Smart Meter Gateway überträgt Daten verschlüsselt an den Messstellenbetreiber.

Kommunikationsschnittstellen des Gateways

Das Gateway kommuniziert über lokale und weitreichende Netzwerke. Drei Kommunikationsebenen machen das SMGW zur zentralen Schnittstelle:

  • LMN (Lokales Metrologisches Netz): Verbindet das SMGW mit den Zählern, also Deiner modernen Messeinrichtung, aber auch mit Gas- oder Wärmezählern. Hier findet die Erfassung der Messwerte statt.
  • WAN (Wide Area Network): Das Weitverkehrsnetz stellt die Außenverbindung her, über DSL, Mobilfunk oder Breitband Powerline. Darüber werden Verbrauchsdaten an Netzbetreiber, Stromlieferanten und weitere Marktteilnehmer übermittelt.
  • HAN (Home Area Network): Dein Hausnetzwerk. Über diese Schnittstelle kannst Du Verbrauchsdaten lokal einsehen und steuerbare Geräte im Haushalt ansprechen.
  • CLS-Schnittstelle: Ein Teil des HAN, speziell für steuerbare Geräte wie Wärmepumpen, Wallboxen und Batteriespeicher. Über die CLS-Schnittstelle empfängt die Steuerbox Befehle vom Netzbetreiber – die Grundlage für §14a EnWG.

Wann ist ein Smart Meter Gateway Pflicht? Der aktuelle Rollout-Plan

Seit dem 1. Januar 2025 gilt die Smart Meter Gateway Pflicht für klar definierte Gruppen. Der Rollout von Smart Meter Gateways folgt einem verbindlichen Zeitplan nach dem Messstellenbetriebsgesetz (MsbG). Die Pflicht zur Installation gilt bis 2032 für bestimmte Haushalte.

ZeitpunktZielStatus
Ab 1. Januar 2025Pflicht startet, gleichzeitig Recht auf iMSys für alleIn Kraft
Ende 2025Mind. 20 % der Pflichteinbaufälle23,3 % erreicht (Q4/2025, BNetzA)
Ende 202850 % der PflichteinbaufälleGeplant
Ende 203095 % der PflichteinbaufälleGeplant
Ende 2032Vollständiger Abschluss, alle Messstellen mit mind. mMEGeplant

Der Messstellenbetreiber muss Dich mindestens drei Monate vorher schriftlich über den geplanten Einbau informieren (§36 MsbG). Laut Bundesnetzagentur sind moderne Messeinrichtungen bereits bei 53,8 % aller Messstellen verbaut. In 2025 wurden knapp 400.000 intelligente Messsysteme installiert.

Die vier Pflichtgruppen nach §29 MsbG

Ein Smart Meter ist Pflicht bei über 6.000 kWh Jahresverbrauch. Doch es gibt insgesamt vier klar definierte Pflichtgruppen:

PflichtgruppeSchwellenwertBeispiele
Hoher StromverbrauchJahresverbrauch über 6.000 kWh (Durchschnitt der letzten 3 Abrechnungsjahre)Große Haushalte, elektr. Warmwasser
PV-BetreiberInstallierte Leistung über 7 kWDach-PV ab ca. 16–18 Modulen
Steuerbare Verbraucher (§14a EnWG)Ab 4,2 kW, neu installiert ab 01.01.2024Wärmepumpe, Wallbox, Klimaanlage, Batteriespeicher
Erzeugungseinrichtungen mit SteuerungspflichtAb 2025 gemäß Rollout-VorgabenGrößere EE-Anlagen

Wichtig zu wissen:

  • Balkonkraftwerke unter 7 kWp benötigen kein iMSys, hier reicht eine moderne Messeinrichtung.
  • Photovoltaikanlagen ab 7 kW müssen ein Smart Meter Gateway installieren.
  • Ein durchschnittlicher deutscher Haushalt verbraucht ca. 3.500 kWh pro Jahr, die 6.000-kWh-Grenze betrifft also vor allem größere Haushalte oder solche mit elektrischer Warmwasserbereitung.
  • Smart Meter Gateways sind ab 7 kW Pflicht für PV-Anlagen.

Freiwillige Installation: Dein Recht auf intelligentes Messsystem

Auch wenn Du keiner Pflichtgruppe angehörst, hast Du seit 2025 das Recht, ein iMSys zu beantragen. Du stellst den Antrag bei Deinem Messstellenbetreiber, das ist meist der lokale Netzbetreiber als grundzuständiger Betreiber. Alternativ kannst Du nach §5 MsbG auch einen wettbewerblichen Messstellenbetreiber wählen, der möglicherweise bessere Konditionen oder Zusatzservices bietet.

Was kostet ein Smart Meter Gateway? Die neuen Preisobergrenzen 2025

Die Kosten für ein intelligentes Messsystem sind durch das MsbG gesetzlich gedeckelt. Die MsbG-Novelle vom Februar 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 51) hat die Preisobergrenzen neu festgelegt, damit Du als VerbraucherIn vor überhöhten Kosten geschützt bist. Der Einbau eines Smart Meter Gateways erfolgt meist durch den Messstellenbetreiber. Die Installation eines Smart Meter Gateways kann zwischen 30 und 100 Euro kosten.

Achtung: Nicht durch die Preisobergrenzen gedeckt sind Umbauten am Zählerschrank. Falls Dein Zählerschrank nicht kompatibel ist, was gerade in Altbauten vorkommt, können Kosten zwischen 500 und 2.000 Euro entstehen, in Einzelfällen auch mehr. Diese tragen GebäudeeigentümerInnen.

Kostenvergleich: moderne Messeinrichtung vs. intelligentes Messsystem

KategorieJährliche Kosten (brutto, max.)Was ist enthalten?
Moderne Messeinrichtung (mME)25 €/JahrDigitaler Zähler ohne Kommunikation
iMSys: 6.000–10.000 kWh Jahresverbrauch40 €/JahrZähler + Gateway + Datenübertragung
iMSys: 10.000–20.000 kWh / PV 7–15 kW / steuerbare Verbraucher50 €/JahrWie oben, ggf. mit Steuerbox
iMSys: 20.000–50.000 kWh / PV 15–25 kW110 €/JahrErweiterte Messung und Steuerung
iMSys: 50.000–100.000 kWh / PV 25–100 kW140 €/JahrFür gewerbliche Anlagen und Unternehmen
Steuerungseinrichtung (§14a EnWG)bis 50 €/Jahr zusätzlichSteuerbox für WP, Wallbox etc.
  • Die jährliche Preisobergrenze für 6.000–10.000 kWh beträgt 40 Euro.
  • Die jährliche Preisobergrenze für 10.000–20.000 kWh beträgt 50 Euro.
  • Die jährliche Preisobergrenze für 20.000–50.000 kWh beträgt 110 Euro.
  • Die jährliche Preisobergrenze für 50.000–100.000 kWh beträgt 140 Euro.

Zertifizierungen müssen die Anforderungen des MsbG erfüllen. Die gesetzliche Deckelung sorgt für Kostentransparenz, unabhängig davon, welchen Messstellenbetreiber Du wählst.

Diese Vorteile bringt Dir das Smart Meter Gateway

Das Gateway ermöglicht Dir Echtzeit-Steuerung und echte Kostenoptimierung. Durch genaue Verbrauchsdaten können Einsparpotenziale identifiziert werden, die ohne das SMGW unsichtbar bleiben. Das Sparpotenzial liegt, je nach Verbrauchsprofil, bei 15 bis 30 Prozent. Das SMGW unterstützt intelligentes Energiemanagement und ist die Grundlage für moderne Energiekonzepte. Besonders wertvoll wird es, wenn Du eine PV-Anlage, Wärmepumpe oder einen Batteriespeicher betreibst.

Smart Meter Gateways ermöglichen die Integration erneuerbarer Energien ins Stromnetz und unterstützen Netzbetreiber bei der Stabilität des Stromnetzes. Damit ist das SMGW ein wichtiger Baustein der Energiewende und der Digitalisierung der Energieversorgung.

Dynamische Stromtarife: Spare durch günstiges Laden und Heizen

Das SMGW ermöglicht die Nutzung von dynamischen Stromtarifen. Seit 2025 sind alle Stromlieferanten verpflichtet, mindestens einen variablen Tarif anzubieten. Ohne iMSys kannst Du diese Tarife im Haushalt nicht nutzen, denn nur die 15-Minuten-Messung des Gateways liefert die nötige Datengrundlage.

Das Sparpotenzial liegt bei 15 bis 30 Prozent, abhängig von Deinem Verbrauchsprofil. Die Einsparungen entstehen, weil Du Strom dann beziehst, wenn er günstig ist, etwa nachts oder wenn viel Windstrom im Netz ist. Besonders profitierst Du, wenn Du Geräte automatisch steuern lässt:

  • Wärmepumpe: Heizt bevorzugt in Niedrigtarif-Zeiten
  • Wallbox: Lädt Dein E-Auto, wenn der Strompreis am niedrigsten ist
  • Batteriespeicher: Speichert günstigen Strom für teure Stunden

Beispiel: Ein Haushalt mit Wärmepumpe und 8.000 kWh Jahresverbrauch kann durch einen dynamischen Tarif und intelligente Steuerung via SMGW rund 300 bis 500 Euro pro Jahr sparen, verglichen mit einem klassischen Festpreistarif.

§14a EnWG: Reduzierte Netzentgelte für steuerbare Geräte

Wärmepumpe, Wallbox, Klimaanlage und Speicher profitieren von Netzentgelt-Rabatten, wenn sie als steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach §14a EnWG angemeldet sind. Die Voraussetzung: Ein iMSys mit Steuerbox muss installiert sein. Ohne Smart Meter Gateway ist die Teilnahme nicht möglich.

Die Anmeldung erfolgt beim Netzbetreiber. Im Gegenzug erlaubst Du, dass Deine steuerbare Anlage in Fällen von Netzengpässen kurzzeitig gedrosselt wird, Dein Komfort wird dabei nicht spürbar beeinträchtigt. Das Gateway ermöglicht die notwendige Fernsteuerung über die CLS-Schnittstelle.

Ende der 60 %-Begrenzung für PV-Anlagen

PV-Anlagen ab 2 kWp ohne intelligentes Messsystem dürfen nach dem Solarspitzengesetz (§9 Abs. 2 EEG) maximal 60 Prozent ihrer Modulleistung einspeisen. Mit einem iMSys und Steuerbox entfällt diese Begrenzung, Du kannst die volle Einspeiseleistung nutzen.

Gerade bei großen PV-Anlagen macht das einen deutlichen Unterschied. Bei einer 10-kWp-Anlage bedeuten 40 Prozent zusätzliche Einspeiseleistung spürbar höhere Vergütungserlöse. Das SMGW optimiert die Eigenversorgung mit selbst erzeugtem Strom und ermöglicht gleichzeitig eine netzdienliche Steuerung.

Eigenverbrauchsoptimierung durch 15-Minuten-Messung

Die Erfassung von Verbrauchsdaten in 15-Minuten-Intervallen ist die Grundlage für jedes Energiemanagementsystem (EMS). Die Messung liefert Dir und Deinem System Echtzeit-Daten, mit denen Du:

  • Ladezeiten Deines Batteriespeichers optimal anpasst
  • Überschüsse aus der PV-Anlage gezielt nutzt
  • Steuerbare Geräte automatisch schaltest
  • Deinen Eigenverbrauchsanteil maximierst

Die Integration in Smart-Home-Systeme ist über die HAN-Schnittstelle möglich. So wird Dein SMGW zur Schaltzentrale eines effizienten Energiesystems.

Praktische Bedeutung für PV- und Wärmepumpe

Photovoltaikanlagen ab 7 kW müssen Smart Meter Gateways installieren, aber die Pflicht bringt gleichzeitig maximale Vorteile. Du bekommst nicht nur die Freigabe für volle Einspeiseleistung, sondern auch die Basis für dynamische Tarife und §14a-Netzentgeltrabatte.

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Die optimale Kombination für maximale Wirtschaftlichkeit: PV-Anlage + Batteriespeicher + dynamischer Stromtarif + iMSys. Mit dieser Konstellation steuerst Du Deinen Eigenverbrauch in Echtzeit, speicherst günstigen Strom und speist Überschüsse zum bestmöglichen Zeitpunkt ein.

Für Wärmepumpen und Klimaanlagen gilt: Die Vorteile nach §14a EnWG sind nur mit Gateway und Steuerbox nutzbar. Die Anmeldung beim Netzbetreiber ist Pflicht für steuerbare Verbraucher ab 4,2 kW, die nach dem 1. Januar 2024 installiert wurden.

Was Dein Installateur beachten muss: Vor der Installation eines iMSys sollte die Zählerplatz-Kompatibilität geprüft werden. In älteren Gebäuden kann ein Umbau des Zählerschranks nötig sein – kläre das frühzeitig, um Überraschungen zu vermeiden.

Vehicle-to-Grid: Das Auto als Hausspeicher

Das SMGW ermöglicht bidirektionale Kommunikation zwischen Verbrauchern und dem Netz – und genau das ist die Voraussetzung für V2G (Vehicle-to-Grid) und V2H (Vehicle-to-Home). Über die CLS-Schnittstelle und eine kompatible Wallbox wird Dein Elektroauto zum zusätzlichen Hausspeicher.

Bidirektionales Laden bedeutet: Dein Fahrzeug nimmt günstigen Strom auf, wenn er verfügbar ist, und speist ihn bei Bedarf zurück ins Hausnetz. Diese Zukunftstechnologie wird bereits heute durch die Gateway-Infrastruktur vorbereitet. Die TR-03109-5 regelt die technischen Anforderungen für solche CLS-Komponenten.

Deine Rechte und Pflichten beim Gateway-Einbau

Für alle Verbraucherinnen und Verbraucher, die zu einer Pflichtgruppe gehören, gilt: Der Einbau muss geduldet werden. Du kannst den Einbau nicht verhindern – weder als Anschlussnutzer noch als Gebäudeeigentümer (§36 Abs. 3 MsbG). Ein Smart Meter Gateway ist bis 2032 für viele Haushalte Pflicht.

Ausnahmen gibt es nur bei:

  • Technischer Unmöglichkeit, etwa wenn am Anschluss kein Mobilfunkempfang oder Breitband verfügbar ist
  • Unbilliger Härte, in besonders gelagerten Einzelfällen

Ein Bußgeld droht bei Verweigerung nicht direkt. Allerdings kann der Messstellenbetreiber einen gerichtlichen Duldungstitel erwirken.

Dein wichtigstes Verbraucherrecht: Die freie Wahl des Messstellenbetreibers nach §5 MsbG. Du bist nicht an den grundzuständigen Betreiber gebunden, ein Wechsel zu einem wettbewerblichen Anbieter mit besseren Konditionen ist möglich.

Ablauf der Gateway-Installation

  1. Schriftliche Ankündigung: Dein Messstellenbetreiber informiert Dich mindestens drei Monate vor dem geplanten Einbau. Dabei wirst Du auf Dein Auswahlrecht hingewiesen.
  2. Terminvereinbarung: Der Messstellenbetreiber koordiniert einen Installationstermin mit Dir.
  3. Vor-Ort-Installation: Die Montage dauert in der Regel ein bis zwei Stunden. Der alte Zähler wird ausgebaut, die moderne Messeinrichtung mit dem Gateway im Zählerschrank installiert.
  4. Inbetriebnahme und Einweisung: Nach der Installation erhältst Du Informationen zur Bedienung und zu den Möglichkeiten Deines neuen Systems.

Häufige Fragen

Ist mein digitaler Zähler schon ein Smart Meter?

Nein. Ein digitaler Zähler ist eine moderne Messeinrichtung (mME), er zeigt Deinen Verbrauch an, überträgt aber keine Daten. Erst zusammen mit dem Smart Meter Gateway entsteht das intelligente Messsystem, das gesetzlich als „Smart Meter" gilt.

Wann bekomme ich ein Smart Meter Gateway?

Wenn Du zu einer der vier Pflichtgruppen gehörst (über 6.000 kWh Verbrauch, PV über 7 kW, steuerbare Verbraucher), wirst Du im Zeitraum bis 2032 ausgestattet. Der Messstellenbetreiber kündigt den Einbau mindestens drei Monate vorher schriftlich an.

Was kostet das Gateway pro Jahr?

Die jährlichen Kosten sind gesetzlich gedeckelt: 40 Euro bei 6.000–10.000 kWh Verbrauch, 50 Euro bei steuerbaren Geräten oder PV 7–15 kW. Eine mME ohne Gateway kostet maximal 25 Euro pro Jahr.

Kann ich den Einbau ablehnen?

Als Teil einer Pflichtgruppe nicht. Es besteht eine Duldungspflicht nach §36 MsbG. Ausnahmen gelten nur bei technischer Unmöglichkeit oder unbilliger Härte. Ein Bußgeld gibt es nicht, aber der Betreiber kann den Einbau gerichtlich durchsetzen.

Welche Vorteile habe ich mit PV-Anlage?

Das SMGW hebt die 60 %-Einspeisebegrenzung auf, ermöglicht dynamische Tarife und optimiert Deinen Eigenverbrauch. Photovoltaikanlagen ab 7 kW müssen Smart Meter Gateways installieren und profitieren gleichzeitig am stärksten.

Wie sicher sind meine Daten?

Sehr sicher. Smart Meter Gateways sind vom BSI nach Common Criteria zertifiziert. Die Datenübertragung erfolgt automatisch und verschlüsselt. Es gibt keine Cloud-Abhängigkeit, die Daten werden lokal verarbeitet und nur an berechtigte Marktteilnehmer weitergeleitet.

Kann ich meinen Messstellenbetreiber wechseln?

Ja. Nach §5 MsbG hast Du das Recht auf freie Wahl des Messstellenbetreibers. Das kann Dir günstigere Entgelte oder bessere Zusatzservices bringen.

Brauche ich als Balkonkraftwerk-BesitzerIn ein Gateway?

Nein. Erzeugungseinrichtungen unter 7 kW benötigen kein intelligentes Messsystem. Eine moderne Messeinrichtung reicht aus. Du kannst ein iMSys aber freiwillig beantragen, um z. B. dynamische Tarife zu nutzen.

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SandraRedakteurin

Für mich ist die Energiewende kein neues Thema: Mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund und Fokus auf Nachhaltigkeit, regionale Wirtschaftskreisläufe und die Agenda 2030 schreibe ich seit 2022 über PV, Wärmepumpen und Balkonkraftwerke.

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