Mini-Wärmepumpe für kleine Räume: Lohnt sich das kompakte System für Dich?

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Dominik Broßell

Redakteur

WärmepumpeLesezeit 12 Minuten
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Du wohnst in einer kleinen Stadtwohnung, planst ein Tiny House oder suchst eine effiziente Heizlösung für Dein Gartenhaus? Dann ist eine Mini-Wärmepumpe möglicherweise genau das Richtige für Dich. Diese kompakten Luft-Wärmepumpen mit einer Heizleistung von typischerweise 1 bis 6 kW sind speziell für kleine Räume und Wohnungen konzipiert und bieten Dir eine clevere Alternative zu teuren Elektroheizungen oder unflexiblen Gassystemen.

In diesem Ratgeber erfährst Du, welche Mini-Wärmepumpen-Typen es gibt, für welche Einsatzzwecke sie sich eignen und wie Du mit der Kombination aus Mini-Wärmepumpe und Photovoltaik Deine Heizkosten auf ein Minimum reduzierst.

Mini-Wärmepumpe kurz erklärt: Passt das zu Deiner Wohnung oder Deinem Tiny House?

Eine Mini-Wärmepumpe lohnt sich für Dich, wenn Du eine kleine, gut gedämmte Wohnfläche heizt, sei es ein Tiny House, eine Einzimmerwohnung, ein Gartenhaus oder ein einzelnes Zimmer wie Dein Homeoffice. Mit Heizleistungen zwischen 1 und 6 kW decken diese kompakten Luftwärmepumpen den Wärmebedarf kleinerer Räume effizient ab, ohne dass Du eine aufwendige zentrale Heizungsanlage installieren musst.

Der große Vorteil für Dich: Mini-Wärmepumpen brauchen wenig Platz, sind oft deutlich günstiger in der Anschaffung als klassische Wärmepumpen für Einfamilienhäuser und lassen sich teilweise sogar steckerfertig oder mobil betreiben. Das macht sie besonders attraktiv für Mietwohnungen, in denen bauliche Veränderungen schwierig sind. Viele Modelle können im Sommer zusätzlich kühlen – Du bekommst also Heizung und Klimaanlage in einem Gerät.

Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:

  • wenig Platzbedarf durch kompakte Bauweise
  • niedrigere Einstiegskosten als große Wärmepumpensysteme
  • teilweise DIY-Installation bei portablen Geräten möglich
  • Heizen und Kühlen mit einem Gerät
  • Warmwasserbereitung optional integrierbar
  • geringere CO₂-Emissionen, vor allem mit Ökostrom oder eigener PV-Anlage

Warum Mini-Wärmepumpen für kleine Räume so spannend sind

Gerade 2025 interessieren sich immer mehr Menschen mit kleinen Wohnflächen für Mini-Wärmepumpen. Steigende Energiepreise, das wachsende Bewusstsein für klimafreundliches Heizen und der Boom von Tiny Houses und flexiblen Wohnkonzepten treiben diese Entwicklung voran.

Der Status quo in vielen kleinen Wohnungen sieht häufig so aus: Elektrische Direktheizungen wie Heizlüfter oder Infrarotstrahler verbrauchen enorm viel Strom, alte Nachtspeicherheizungen sind ineffizient und unflexibel, Gas-Etagenheizungen binden Dich an fossile Brennstoffe mit steigenden Preisen und CO₂-Abgaben. Keine dieser Lösungen bietet Dir eine Kühlfunktion für heiße Sommertage.

In diesen Alltagsszenarien sind Mini-Wärmepumpen besonders sinnvoll:

  • 30-m²-Stadtwohnung mit Nachtspeicherheizung, die Du durch ein effizientes Split-System ersetzen möchtest
  • 25-m²-Tiny House auf dem Land, das eine autarke Heizlösung mit Warmwasseroption braucht
  • Gartenhaus als Hobbyraum, der im Winter frostfrei und im Sommer kühl bleiben soll
  • Homeoffice-Raum im Dachgeschoss, der separat temperiert werden muss
  • kleine Einliegerwohnung, die unabhängig vom Haupthaus beheizt wird
  • Ferienhaus, das nur saisonal genutzt wird und schnell aufheizbar sein soll

Das Einsparpotenzial ist beachtlich: Mit einer Mini-Wärmepumpe und realistischen Jahresarbeitszahlen von 3,0 bis 4,0 kannst Du 40 bis 70 % weniger Strom verbrauchen als mit einem Heizlüfter oder Nachtspeicher.

Was genau ist eine Mini-Wärmepumpe?

Der Begriff Mini-Wärmepumpe beschreibt keine eigenständige technische Kategorie, sondern kompakte Luft-Luft- und Luft-Wasser-Systeme mit Heizleistungen bis etwa 6 kW. Der Durchschnitt liegt bei rund 3 kW, ideal für Nischenanwendungen wie einzelne Räume, kleine Wohnungen oder Tiny Houses.

Der Unterschied zu klassischen Wärmepumpen für Einfamilienhäuser liegt vor allem in der Größe und Leistung: Während Standardanlagen mit 9 bis 16 kW für ganze Häuser dimensioniert sind und eine zentrale Heizungsanlage erfordern, zielen Mini-Systeme auf dezentrale Lösungen mit geringerem Installationsaufwand.

Die typischen Leistungsbereiche:

  • 1 bis 3 kW für einzelne Räume oder sehr kleine Wohnungen
  • 3 bis 6 kW für Tiny Houses, gut gedämmte Wohnungen bis 60 m² oder kleine Ferienhäuser

Mini-Wärmepumpen gibt es sowohl für die Raumheizung und Kühlung als auch speziell für die Warmwasserbereitung. Eine Brauchwasser-Wärmepumpe mit integriertem Speicher kann beispielsweise einen elektrischen Boiler ersetzen und Deinen Warmwasserbedarf effizient decken.

Die wichtigsten Mini-Wärmepumpen-Typen im Überblick

Um Dir die Orientierung zu erleichtern, hier eine Übersicht der gängigen Wärmepumpenarten im Mini-Format:

Luft-Luft-Mini-Wärmepumpe (Split-Klimagerät): Diese Geräte arbeiten in Split-Bauweise mit einer Außeneinheit und einem Innengerät. Sie heizen und kühlen einzelne Räume direkt über die Raumluft, ohne Heizkörper oder Fußbodenheizung. Typische Leistung: 2 bis 5 kW. Ideal für Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Homeoffice.

Luft-Wasser-Monoblock für kleine Heizsysteme: Diese kompakten Luft-Wasser-Wärmepumpen in Monoblock-Bauweise vereinen alle Komponenten in einer Außeneinheit. Sie übertragen die Wärme auf ein wassergeführtes System wie Fußbodenheizung oder Heizkörper. Leistung: 3 bis 6 kW. Ideal für Tiny Houses oder gut gedämmte kleine Häuser.

Brauchwasser-Wärmepumpe mit integriertem Speicher: Diese Geräte sind speziell für die Warmwasserbereitung konzipiert. Sie entziehen der Umgebungsluft oder Abluft Wärme und speisen sie in einen 200- bis 300-Liter-Speicher. Ideal für 1- bis 3-Personen-Haushalte.

Mobile und steckerfertige Mini-Wärmepumpen: Portable Split-Geräte ohne Kernbohrung, bei denen die Außeneinheit am Fenster oder auf dem Balkon montiert wird. Ideal für Mietwohnungen ohne bauliche Eingriffe.

Die Vor- und Nachteile der Mini-Wärmepumpentypen

SystemtypVorteileNachteile
Luft-Luft-Mini-Wärmepumpe (Split-Klimagerät)Einfache Nachrüstung ohne Heizkreis, Heizen und Kühlen in einem Gerät, ideal für Einzelräume.​Versorgt nur Raumluft, keine Warmwasserbereitung, mehrere Innengeräte nötig für ganze Wohnung.​
Luft-Wasser-Monoblock für kleine HeizsystemeWarmwasser integrierbar, Anbindung an Heizkörper/Fußbodenheizung möglich, keine Kältemittelarbeiten im Haus.​Höherer Installationsaufwand (Hydraulik, Verrohrung), Platzbedarf für Speicher und Technik.​
Brauchwasser-Wärmepumpe mit integriertem SpeicherDeutlich effizienter als Elektroboiler, senkt Warmwasserkosten stark, oft steckerfertig nachrüstbar.​Nur für Warmwasser, keine Raumheizung, begrenzte Leistung bei hoher Zapfmenge/kalter Umgebungsluft.​
Mobile / steckerfertige Mini-WärmepumpeRückbaubar und mietwohnungstauglich, keine Kernbohrung oder Genehmigung, schnelle Installation.​Begrenzte Heiz-/Kühlleistung, geringere Effizienz, optisch oft auffällig an Fenster/Balkon.​

So funktioniert eine Mini-Wärmepumpe – einfach erklärt

Das Funktionsprinzip einer Mini-Wärmepumpe ist identisch mit dem größerer Anlagen: Sie entzieht der Außenluft Wärmeenergie – selbst bei niedrigen Temperaturen – und gibt diese auf höherem Temperaturniveau an Deinen Wohnraum ab. Dafür nutzt sie einen Kältemittelkreislauf mit Verdampfer, Verdichter und Wärmetauscher.

Der entscheidende Vorteil: Für jede Kilowattstunde Strom, die Du investierst, erhältst Du etwa 3 bis 4 Kilowattstunden Wärme. Dieses Verhältnis nennt sich Jahresarbeitszahl (JAZ). Eine JAZ von 3,5 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 3,5 kWh nutzbare Wärme. Das macht Wärmepumpen deutlich effizienter als jede Elektroheizung mit einem COP von 1.

Die Technik in Mini-Wärmepumpen ist die gleiche wie in großen Anlagen, nur kompakter und für geringere Heizleistungen optimiert.

Luft-Luft-Mini-Wärmepumpe (Split & portable Systeme)

Luft-Luft-Wärmepumpen werden häufig als Klimaanlagen verkauft, können aber vollwertig heizen. Sie arbeiten nach dem Prinzip der Split-Wärmepumpe: Ein Außengerät mit Ventilator und Kompressor entzieht der Umgebungsluft Wärme durch Verdampfung eines Kältemittels. Diese Energie wird über Kältemittelleitungen zum Innengerät transportiert, das die Wärme über einen Wärmetauscher direkt an die Raumluft abgibt.

Der typische Einsatz: Beheizung und Kühlung einzelner Räume wie Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Homeoffice. Ein 2,5- bis 3,5-kW-Split-Gerät reicht für 20 bis 40 m² Wohnfläche. Das Innengerät wird meist an der Wand montiert, die Außeneinheit am Balkon, im Garten oder an der Fassade.

Für Mietwohnungen gibt es portable Split-Lösungen ohne Kernbohrung: Die Außeneinheit hängt am Fenster oder an einer Balkontür, das System ist steckerfertig und lässt sich beim Auszug einfach wieder abbauen.

Mini-Luft-Wasser-Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser

Mini-Luft-Wasser-Wärmepumpen in Monoblock-Bauweise sind die richtige Wahl, wenn Du ein wassergeführtes Heizsystem versorgst, etwa eine Fußbodenheizung im Tiny House oder Niedertemperatur-Heizkörper in einer kleinen Wohnung.

Der Aufbau ist praktisch: Alle Kälteteile wie Verdichter, Plattenwärmetauscher, Umschaltventil und Regelung befinden sich in einer wetterfesten Außeneinheit. Im Innenraum brauchst Du nur Hydraulik wie einen Pufferspeicher und gegebenenfalls einen Warmwasserspeicher. Das vereinfacht die Installation erheblich, da keine Kältemittelarbeiten im Haus nötig sind.

Typische Einsatzszenarien sind Tiny Houses mit 20 bis 40 m², kleine Doppelhaushälften mit sehr guter Dämmung oder Einliegerwohnungen. Die Leistung liegt meist bei 2 bis 6 kW. Moderne Monoblock-Luftwärmepumpen mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan) erreichen Vorlauftemperaturen bis 75 °C – ausreichend auch für ältere Heizkörper.

Für dieses Monoblock-System ist eine Fachinstallation nötig, aber der Aufwand bleibt durch die kompakte Bauweise überschaubar.

Brauchwasser-Mini-Wärmepumpe (Warmwasserbereitung)

Eine Brauchwasser-Wärmepumpe ist die kompakte Lösung, wenn Du nur Warmwasser effizient erzeugen möchtest, ohne gleich ein komplettes Heizsystem zu installieren. Diese Geräte sind ideal für kleine Haushalte mit 1 bis 3 Personen.

Das Funktionsprinzip: Das Gerät entzieht der Raumluft oder Abluft Wärme und speist sie in einen integrierten 200- bis 300-Liter-Speicher ein. Statt eines COP von 1 wie beim klassischen Elektroboiler erreichst Du hier COP-Werte von 2,5 bis 3,0, das bedeutet deutlich weniger Stromverbrauch für die gleiche Menge Warmwasser.

Typische Anwendungen sind Wohnungen mit ineffizientem elektrischem Boiler, kleine Häuser ohne zentrale Warmwasserbereitung oder die Kombination mit PV-Strom zur Maximierung des Eigenverbrauchs. Die Geräte stehen meist im Keller, Hauswirtschaftsraum oder Abstellraum und entfeuchten nebenbei die Raumluft – ein praktischer Zusatznutzen.

Wo macht eine Mini-Wärmepumpe für Dich wirklich Sinn?

Ob eine Mini-Wärmepumpe die richtige Lösung für Dich ist, hängt stark von Deiner Wohnfläche, dem Dämmstandard und der geplanten Nutzung ab. In den folgenden Abschnitten findest Du konkrete Szenarien mit Leistungsangaben und praktischen Beispielen.

Tiny House (15-50 m²)

Im Tiny House kann eine Mini-Wärmepumpe als zentrales Heizsystem fungieren und gleichzeitig Warmwasser liefern. Die kompakte Bauweise passt perfekt zu den Platzbeschränkungen, und die niedrige Heizlast moderner Tiny Houses harmoniert ideal mit den kleinen Leistungsklassen.

Für gut gedämmte Tiny Houses mit modernem Standard benötigst Du typischerweise 2 bis 4 kW Heizleistung. Mit einer Jahresarbeitszahl von 3,5 bis 4,5 arbeiten diese Systeme besonders effizient. Die Kombination mit einer Fußbodenheizung oder Wandheizung ist optimal, da die niedrigen Vorlauftemperaturen den Wirkungsgrad der Wärmepumpe maximieren.

Beispielrechnung für ein 30-m²-Tiny House:

Ein gut gedämmtes Tiny House hat einen Heizwärmebedarf von etwa 1.500 kWh pro Jahr. Mit einer Mini-Wärmepumpe und einer JAZ von 3,5 benötigst Du rund 430 kWh Strom. Bei einem Strompreis von 0,30 €/kWh liegen Deine jährlichen Heizkosten bei etwa 130 Euro. Mit einer kleinen PV-Anlage auf dem Tiny-House-Dach kannst Du einen Großteil dieses Stroms selbst erzeugen und die Kosten weiter senken.

Kleine Wohnung (Ein- bis Zwei-Zimmer, 25-60 m²)

In einer kleinen Wohnung kannst Du mit einer Mini-Luft-Luft-Wärmepumpe gezielt einzelne Räume heizen und kühlen – unabhängig von der zentralen Gebäudeheizung.

Für Eigentumswohnungen: Festinstallierte Split-Geräte mit einer Außeneinheit an Fassade oder Balkon sind die effizienteste Lösung. Du brauchst die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft und solltest Schallschutzanforderungen beachten.

Für Mietwohnungen: Portable Split-Mini-Wärmepumpen ohne bauliche Maßnahmen sind Deine Alternative. Sie sind steckerfertig und lassen sich bei einem Umzug mitnehmen. Die Außeneinheit wird am Fenster oder auf dem Balkon befestigt.

Eine typische Heizleistung von 2 bis 3,5 kW pro Innengerät reicht für 40 bis 50 m² gut gedämmte Wohnfläche. Bei festen Außengeräten brauchst Du in der Regel die Zustimmung Deines Vermieters – kläre das vorab.

Kostenvergleich für eine 50-m²-Wohnung:

Mit einer bisherigen Nachtspeicherheizung und 4.000 kWh Heizbedarf pro Jahr zahlst Du bei 0,30 €/kWh etwa 1.200 Euro jährlich. Eine Luft-Luft-Mini-Wärmepumpe mit JAZ 3,5 verbraucht nur rund 1.140 kWh Strom – das sind etwa 340 Euro Heizkosten. Du sparst also rund 860 Euro pro Jahr.

Gartenhaus, Homeoffice & Hobbyraum

Für selten genutzte oder saisonal beheizte Räume sind Mini-Wärmepumpen besonders attraktiv. Ein Luft-Luft-System heizt schnell auf, benötigt kein Wasser im System (keine Frostgefahr bei Nichtnutzung) und kann im Sommer zusätzlich kühlen.

Ein typisches Setup für ein 15- bis 25-m²-Gartenhaus oder Homeoffice: 2 bis 2,5 kW Luft-Luft-Split. Die Geräte reduzieren im Sommer auch die Luftfeuchtigkeit und schützen so vor Schimmelbildung – ein wichtiger Bonus für Gartenhäuser.

Kostenschätzung bei Wochenendnutzung:

Angenommen, Du nutzt Dein Gartenhaus 100 Tage im Jahr und heizt jeweils 4 Stunden mit 2 kW Leistung. Mit einem Elektroheizlüfter (COP 1) verbrauchst Du 800 kWh und zahlst etwa 240 Euro jährlich. Die Mini-Wärmepumpe mit JAZ 3 verbraucht nur 270 kWh – das sind rund 80 Euro. Deine Ersparnis: 160 Euro pro Jahr.

Mini-Wärmepumpe nur für Warmwasser

Eine Brauchwasser-Wärmepumpe ist perfekt, wenn Du nur Deine Warmwasserbereitung optimieren willst. Das typische Szenario: ein 2-Personen-Haushalt mit ineffizientem Elektroboiler oder eine kleine Einliegerwohnung mit hohem Duschanteil.

Vergleich Elektroboiler vs. Brauchwasser-Wärmepumpe:

Ein 2-Personen-Haushalt verbraucht etwa 1.500 kWh pro Jahr für Warmwasser. Der Elektroboiler mit COP 1 zieht dafür 1.500 kWh aus dem Netz, Kosten bei 0,30 €/kWh: 450 Euro. Die Brauchwasser-Wärmepumpe mit COP 2,8 benötigt nur 535 kWh, das sind 160 Euro. Du sparst rund 290 Euro pro Jahr.

Praxis-Tipp: Kombiniere die Brauchwasser-Wärmepumpe mit einer Balkon-PV oder Dach-PV-Anlage. So erzeugst Du Dein Warmwasser größtenteils mit eigenem Solarstrom und maximierst Deinen Eigenverbrauch.

Vorteile und Grenzen von Mini-Wärmepumpen

Mini-Wärmepumpen sind kein Allheilmittel, aber extrem sinnvoll, wenn die Rahmenbedingungen passen. Hier erfährst Du, was sie Dir konkret bringen und wo ihre Grenzen liegen.

Was Dir Mini-Wärmepumpen konkret bringen

  • deutlich niedrigere laufende Kosten: Im Vergleich zu Direktstromheizungen oder alten Nachtspeichern sparst Du 40 bis 70 Prozent der Heizkosten.
  • Heizen und Kühlen in einem Gerät: Mehr Komfort im Sommer ohne zusätzliche Klimaanlage.
  • kompakte Bauweise: Oft keine großen Umbauten nötig, passt auch in kleine Räume.
  • teilweise steckerfertige Systeme: Ideal für Mietwohnungen, da rückbaubar und ohne Genehmigung installierbar.
  • geringere CO₂-Emissionen: Vor allem in Kombination mit Ökostrom oder eigener PV-Anlage heizt Du klimafreundlich.
  • dezentrale Steuerung: Jeder Raum ist individuell regelbar, Du heizt nur dort, wo Du Wärme brauchst.
  • schnelle Amortisation: Durch die niedrigeren Anschaffungskosten rechnet sich eine Mini-Wärmepumpe oft schon nach wenigen Jahren.

Wo Mini-Wärmepumpen an ihre Grenzen stoßen

  • begrenzte Heizleistung: Für unsanierte Altbauwohnungen mit hohem Wärmebedarf oft nicht ausreichend als Alleinheizung.
  • Effizienz sinkt bei sehr niedrigen Außentemperaturen: Bei extremer Kälte kann eine elektrische Zusatzheizung nötig werden.
  • Schallentwicklung des Außengeräts: Nachbarabstände und Nachtbetrieb solltest Du beachten – typische Werte liegen bei 40 bis 55 dB.
  • Platzbedarf für Außengerät: Du brauchst einen geeigneten Standort an Balkon, Garten oder Fassade, eventuell mit Genehmigung.
  • Brauchwasser-Wärmepumpen brauchen Platz: Der Aufstellraum muss ausreichend Luftmenge bieten, damit das Gerät effizient arbeitet.
  • keine zentrale Warmwasserversorgung bei Luft-Luft: Split-Klimageräte heizen nur die Luft, nicht das Wasser.

Kosten einer Mini-Wärmepumpe: Anschaffung, Installation, Betrieb

Mini-Wärmepumpen steigen deutlich günstiger ein als große Systeme für Einfamilienhäuser. Allerdings schwankt der Preis je nach Typ erheblich. Hier bekommst Du konkrete Euro-Spannen für Investition und Betrieb.

Typische Anschaffungskosten nach Systemtyp

  • Luft-Luft-Split-Mini-Wärmepumpe (1 Innengerät): ca. 1.500-3.000 € komplett inkl. Installation
  • Multi-Split-Mini-Wärmepumpe (2-3 Räume): ca. 3.500-7.000 € komplett
  • Luft-Wasser-Monoblock 3-5 kW für Tiny House oder kleine Wohnung: ca. 3.000-6.000 € komplett (ohne große Heizflächen-Sanierung)
  • Brauchwasser-Wärmepumpe 200-300 Liter: ca. 1.500-3.000 € inkl. Einbau
  • Portable Split-Mini-Wärmepumpe: ca. 1.000-1.800 €, Installationsaufwand minimal

Regionale Handwerkerpreise und bauliche Besonderheiten wie Kernbohrung oder Elektrik-Erweiterung beeinflussen die Gesamtkosten. Hole Dir mehrere Angebote ein, bevor Du Dich entscheidest.

Laufende Kosten im Vergleich zu Stromdirektheizung und Gas

Beispiel 1: 30-m²-Tiny House mit 1.500 kWh Wärmebedarf pro Jahr

HeizsystemStromverbrauchKosten bei 0,30 €/kWh
Mini-Wärmepumpe (JAZ 3,5)ca. 430 kWhca. 130 € pro Jahr
Elektrische Direktheizung (COP 1)1.500 kWhca. 450 € pro Jahr

Die Ersparnis liegt bei etwa 320 Euro jährlich. Bei Anschaffungskosten von 1.500 bis 2.500 Euro für ein Split-System amortisiert sich die Investition in 4 bis 6 Jahren.

Beispiel 2: 50-m²-Wohnung mit 4.000 kWh Heizbedarf pro Jahr

HeizsystemStromverbrauchKosten bei 0,30 €/kWh
Mini-Wärmepumpe (JAZ 3,5)ca. 1.140 kWhca. 340 € pro Jahr
Nachtspeicherheizung (COP 1)4.000 kWhca. 1.200 € pro Jahr

Die jährliche Ersparnis: rund 860 Euro. Die Amortisation erfolgt je nach Investitionshöhe in 3 bis 5 Jahren.

Mit PV-Eigenstrom sinken die Kosten weiter: Bei Stromgestehungskosten von 8 bis 12 Cent pro kWh statt 30 Cent Netzstrom reduzieren sich Deine Heizkosten um weitere 60 bis 70 Prozent.

Staatliche Förderung und Rahmenbedingungen (Deutschland 2025/2026)

Die großen BEG-Förderungen betreffen vor allem Luft-Wasser-Systeme. Luft-Luft-Mini-Wärmepumpen werden teils durch kommunale Programme unterstützt.

Förderchancen für kleine Luft-Wasser-Mini-Wärmepumpen

Die BEG-EM- und KfW-Förderung für Luft-Wasser-Wärmepumpen funktioniert nach einem Baukastenprinzip: Grundförderung plus verschiedene Boni können einen Fördersatz von bis zu 70 Prozent ergeben. Auch kleine Luft-Wasser-Systeme in Tiny Houses oder kleinen Gebäuden sind förderfähig, wenn sie als zentrales Heizsystem dienen.

Beispiel: Bei einer Investition von 8.000 Euro und einem Fördersatz von 50 Prozent beträgt Dein Eigenanteil nur 4.000 Euro. Das macht die Monoblock-Wärmepumpe für Dein Tiny House deutlich attraktiver.

Wichtige Voraussetzung: Die Förderung greift nur bei Installation durch einen Fachhandwerker. Außerdem müssen bestimmte Effizienzanforderungen wie Mindest-JAZ und maximale Vorlauftemperatur erfüllt sein.

Was gilt für Luft-Luft-Mini-Wärmepumpen & Brauchwasser-WPs?

Luft-Luft-Geräte fallen meist nicht unter die klassische Heizungsförderung, da sie als Klimageräte eingestuft werden. Trotzdem gibt es Möglichkeiten:

  • Kommunale Klimaschutzförderungen – einige Städte bezuschussen effiziente Klimageräte mit Heizfunktion
  • Steuerermäßigung bei selbst genutztem Eigentum unter bestimmten Bedingungen
  • Brauchwasser-Wärmepumpen sind teilweise als Einzelmaßnahme förderfähig

Tipp: Mach vor dem Kauf einen Fördercheck über die offiziellen Portale von BAFA und KfW oder die Seiten Deiner Kommune. So verpasst Du keine Zuschüsse. Informiere Dich auch gern ausführlich in unserem Ratgeber zur Förderung 2026.

Praxis: Planung, Dimensionierung und Installation Deiner Mini-Wärmepumpe

Eine gute Planung entscheidet, ob Dein System später effizient und komfortabel läuft. Hier findest Du die wichtigsten Punkte.

Welche Leistung brauchst Du wirklich?

Die benötigte Heizleistung hängt von Wohnfläche, Dämmstandard, gewünschter Raumtemperatur und Deinem Standort in Deutschland ab. Für gut gedämmte kleine Gebäude gelten folgende Richtwerte:

  • Tiny House 20-30 m²: ca. 1,5-2,5 kW
  • 50-m²-Niedrigenergie-Wohnung: ca. 2-4 kW
  • Gartenhaus 15-25 m²: ca. 2-2,5 kW

Achtung vor Überdimensionierung: Ein zu großes Gerät taktet häufig ein und aus, was die Effizienz verschlechtert und den Verschleiß erhöht. Moderne Inverter-Geräte mit stufenloser Leistungsregelung vermeiden dieses Problem.

Bei Luft-Wasser-Systemen empfehlen wir Dir, eine Heizlastberechnung durch einen Fachbetrieb machen zu lassen. Das kostet wenig und schützt vor teuren Fehlplanungen.

Aufstellort und Schallschutz

Für das Außengerät gelten einige Grundregeln:

  • ausreichend Abstand zu Nachbargrundstücken (mindestens 3 Meter empfohlen)
  • freie Luftzufuhr gewährleisten, keine Nischen oder Verkleidungen, die den Luftstrom blockieren
  • fester Untergrund wie Betonplatte oder stabile Wandkonsole

Typische Schallwerte liegen bei 40 bis 55 dB für das Außengerät. Mit einfachen Maßnahmen wie Schwingungsdämpfern, Schallschutzhaube oder einem Nachtmodus lässt sich die Geräuschbelastung reduzieren.

In Mietwohnungen sind balkon- oder fenstermontierte portable Systeme eine gute Alternative. Sie sind rückbaubar und erfordern kein Gespräch mit der Eigentümergemeinschaft, nur die Hausordnung solltest Du checken.

Wie viel kannst Du selbst machen und wo brauchst Du Profis?

Luft-Luft-Split: Die Kältemittel-Arbeiten darf nur ein Fachbetrieb mit Kälteschein ausführen. Halterung montieren oder Kabelwege legen kannst Du aber als Eigenleistung übernehmen und so Kosten sparen.

Portable Split-Geräte: In der Regel komplett DIY-tauglich. Achte auf sichere Stromversorgung, keine Mehrfachsteckdosen, sondern eine eigene Steckdose.

Luft-Wasser-Monoblock & Brauchwasser-Wärmepumpe: Hier brauchst Du zwingend einen Fachhandwerker für Hydraulik und Elektroanschluss.

Kombi mit Photovoltaik: Mini-Wärmepumpe + PV = Mini-Heizkosten

Mini-Wärmepumpen und kleine PV-Anlagen passen perfekt zusammen. Der Grund ist einfach: Eigenproduzierter Solarstrom kostet Dich nur 8 bis 12 Cent pro kWh statt 30 Cent Netzstrom. Einen Großteil des Wärmepumpenstroms brauchst Du tagsüber, genau dann, wenn Deine PV-Anlage produziert.

Je nach Anlagenkonfiguration und Verbrauchsverhalten deckst Du 30 bis 60 % Deines Wärmepumpenstroms durch Solarenergie. Mit einem Batteriespeicher erhöhst Du diesen Anteil weiter, da Du überschüssigen Solarstrom für die Abend- und Morgenstunden speicherst.

Konkretes Beispiel:

Dein 30-m²-Tiny House braucht etwa 400 kWh Strom pro Jahr für die Mini-Wärmepumpe. Eine 3-kWp-PV-Anlage auf dem Dach liefert rund 2.800 kWh pro Jahr. Selbst mit nur 20 Prozent direktem Eigenverbrauch für die Heizung deckst Du über 500 kWh – mehr als genug für Deine Wärmepumpe. Der Rest fließt in andere Verbraucher oder ins Netz.

Für Mietwohnungen ist ein Balkonkraftwerk mit 600 bis 800 W eine niedrigschwellige Lösung. Es deckt zwar nicht Deinen gesamten Heiz- und Kühlstrom, aber jede selbst erzeugte Kilowattstunde senkt Deine Kosten und Deinen CO₂-Fußabdruck.

Fazit

Eine Mini-Wärmepumpe ist ideal für Dich, wenn Du eine gut gedämmte kleine Fläche beheizen willst, sei es ein Tiny House, eine Kleinstwohnung, ein Gartenhaus oder einzelne Räume wie Dein Homeoffice. Auch für die Warmwasserbereitung in kleinen Haushalten sind Brauchwasser-Wärmepumpen eine clevere Alternative zu ineffizienten Elektroboilern.

Wenn Du hingegen ein größeres, dauerhaft bewohntes Haus mit höherer Heizlast hast oder eine zentrale Warmwasserversorgung für mehrere Personen benötigst, ist eine größere Luft-Wasser-Wärmepumpe oder ein anderes zentrales System die bessere Wahl.

Häufig gestellte Fragen

Kann eine Mini-Wärmepumpe eine Gastherme oder Nachtspeicherheizung komplett ersetzen?

Ja, in kleinen und gut gedämmten Objekten wie Tiny Houses oder Niedrigenergie-Wohnungen ist das möglich. In schlecht gedämmten Altbauten mit hohem Wärmebedarf fungiert die Mini-Wärmepumpe eher als Ergänzung. Eine Heizlastberechnung durch einen Fachbetrieb gibt Dir Sicherheit bei der Entscheidung.

Kann ich eine Mini-Wärmepumpe in einer Mietwohnung einfach installieren?

Feste Split-Geräte mit Außeneinheit und Wanddurchbruch erfordern die Zustimmung Deines Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft. Portable Split-Lösungen ohne bauliche Veränderungen sind meist genehmigungsfrei – prüfe aber trotzdem Deine Hausordnung bezüglich Außengeräten an Fenster oder Balkon.

Lohnt sich eine Mini-Wärmepumpe auch ohne eigene PV-Anlage?

Definitiv. Schon mit Netzstrom rechnen sich Mini-Wärmepumpen im Vergleich zu Direktstromheizungen und Du sparst 40 bis 70 % der Heizkosten. Eine PV-Anlage ist ein zusätzlicher Hebel, um die Kosten weiter zu senken und Deinen CO₂-Fußabdruck zu minimieren. Aber auch ohne PV ist der Umstieg wirtschaftlich sinnvoll!

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Dominik BroßellRedakteur

Als euer Experte für Solartechnik und erneuerbare Energien informiert euch Dominik regelmäßig im priwatt-Blog über alles Wissenswerte rund um die Themen Balkonkraftwerk, PV, Stromtarife, Batteriespeicher und Co.

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