Hochtemperatur-Wärmepumpe: Effiziente Heizlösung für Altbau und hohe Vorlauftemperaturen

Dominik Broßell
Redakteur

Altbauten mit hohen Vorlauftemperaturen von 65 °C oder mehr stellen besondere Anforderungen an moderne Heizsysteme. Herkömmliche Wärmepumpen erreichen meist nur Temperaturen bis 55 °C und sind daher für viele Bestandsgebäude ungeeignet. Hier kommen Hochtemperatur-Wärmepumpen ins Spiel: Sie liefern Vorlauftemperaturen bis 100 °C und ermöglichen so den Umstieg auf eine umweltfreundliche Heizlösung ohne aufwendige Gebäudesanierung. In diesem Ratgeber erhältst Du einen Überblick über Kosten, Effizienz und Einsatzbereiche von Hochtemperatur-Wärmepumpen.
Was sind Hochtemperatur-Wärmepumpen?
Hochtemperatur-Wärmepumpen sind speziell entwickelte Wärmeerzeuger, die Vorlauftemperaturen zwischen 65 und 100 °C erreichen können. Im Unterschied zu einer Standard-Wärmepumpe, die typischerweise Temperaturen von 30 bis 55 °C liefert, bewältigen diese Anlagen auch hohe Temperaturanforderungen in schlecht gedämmten Gebäuden.
Wie funktioniert eine Hochtemperatur-Wärmepumpe?
Die wichtigste Besonderheit liegt in der Technik: Hochtemperatur-Wärmepumpen nutzen verstärkte Verdichter, spezielle Kältemittel und oft mehrstufige Kältemittelkreisläufe. Die Wahl des Kältemittels beeinflusst dabei maßgeblich die Effizienz und die erreichbaren Temperaturen, da bestimmte Kältemittel für einen höheren Temperaturbereich optimiert sind. Diese Komponenten ermöglichen es, auch bei niedrigen Außentemperaturen hohe Vorlauftemperaturen zu erreichen. Die erzeugte Wärme kann dabei an die Wand, Fußbodenheizungen oder andere Flächen abgegeben werden, um eine optimale Wärmeverteilung zu gewährleisten.
Die verschiedenen Bauarten umfassen Zweikreis-Hochtemperatur-Wärmepumpen mit zwei hintereinander geschalteten Kreisläufen, CO₂-Wärmepumpen für Temperaturen bis 90 °C und Heißgas-Wärmepumpen für die kombinierte Heizung und Warmwasserbereitung. Eine Hochtemperatur Luftwärmepumpe bietet insbesondere bei Sanierungen und Neubauten Vorteile, da sie hohe Vorlauftemperaturen auch bei niedrigen Außentemperaturen bereitstellen kann. Im Vergleich dazu sind Luft-Wärmepumpen meist günstiger in der Anschaffung und Installation, während eine Sole-Wasser-Wärmepumpe und eine Wasser-Wärmepumpe durch die Nutzung von Erd- oder Grundwasser als Wärmequelle besonders effizient bei hohen Temperaturen arbeiten. Eine Standard-Wärmepumpe eignet sich vor allem für gut gedämmte Gebäude mit niedrigen Vorlauftemperaturen, während eine Hochtemperatur-Wärmepumpe einen bestimmten Kreislauf oder eine spezielle Bauart nutzt, um auch in weniger gut gedämmten Altbauten zuverlässig zu heizen.
Funktionsweise und Technik von Hochtemperatur-Wärmepumpen
Das Grundprinzip entspricht dem einer herkömmlichen Wärmepumpe: Ein Kältemittel nimmt Wärmeenergie aus einer Wärmequelle auf und gibt sie auf einem höheren Temperaturniveau wieder ab. Allerdings stoßen herkömmliche Wärmepumpen bei einer hohen Vorlauftemperatur an ihre technischen und wirtschaftlichen Grenzen, da sie bei großen Temperaturdifferenzen ineffizient werden und der Stromverbrauch stark ansteigt. Besonders in Altbauten, die oft hohe Vorlauftemperaturen benötigen, sind herkömmliche Wärmepumpen daher meist nicht geeignet.
Im Vergleich dazu sind Zweikreis-Hochtemperatur-Wärmepumpen speziell für diese Anforderungen konzipiert. Sie lösen das Problem der hohen Vorlauftemperatur durch zwei hintereinander geschaltete Kältemittelkreisläufe. Der erste Kreislauf hebt die Temperatur auf ein mittleres Niveau, der zweite Kreislauf erreicht dann die gewünschte Endtemperatur. Durch diesen Doppelkreislauf können größere Temperaturunterschiede effizient überwunden werden, was die Flexibilität bei der Systemkonfiguration erhöht und den Stromverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Wärmepumpen deutlich senkt. Diese Lösung ermöglicht Vorlauftemperaturen bis 80 °C bei guter Effizienz.
CO₂-Wärmepumpen nutzen Kohlendioxid (R744) als natürliches Kältemittel. CO₂ kann in transkritischen Prozessen besonders hohe Temperaturen erreichen und eignet sich daher ideal für Anlagen mit Vorlauftemperaturen bis 90 °C.
Heißgas-Wärmepumpen nutzen das heiße Kältemittelgas direkt zur Warmwasserbereitung, während der Heizkreislauf über den normalen Kondensator versorgt wird. Diese Technik ermöglicht gleichzeitig Heizen und die Bereitung von Warmwasser mit Temperaturen über 65 °C.
Als Wärmequellen kommen Luft, Erdreich und Grundwasser zum Einsatz. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind in der Anschaffung günstiger, während Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wärmepumpen durch konstante Quellentemperaturen effizienter arbeiten.
Einsatzbereiche für Hochtemperatur-Wärmepumpen
Altbauten bilden das Haupteinsatzgebiet für Hochtemperatur-Wärmepumpen. Gebäude ohne ausreichende Dämmung benötigen hohe Vorlauftemperaturen, um mit kleinen Heizkörpern ausreichend Wärme zu übertragen. In unsanierten Altbauten entstehen Wärmeverluste häufig durch unzureichend isolierte Wände, was die Effizienz herkömmlicher Heizsysteme beeinträchtigt. Eine Hochtemperatur-Wärmepumpe im Altbau ersetzt Öl- oder Gasheizungen ohne kostspielige Sanierung des Heizsystems und stellt einen effektiven Weg dar, auch bei schlechter Dämmung ausreichend Wärme bereitzustellen.
In gut gedämmten Gebäuden sind Flächenheizungen wie Fußbodenheizung oder Wandheizung besonders effizient, da sie mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten. Eine Flächenheizung verteilt die Wärme gleichmäßig über den Boden oder die Wand und ermöglicht so einen energiesparenden Betrieb moderner Wärmepumpen. Die Kombination einer Wandheizung mit einer Hochtemperatur-Wärmepumpe kann zudem eine sinnvolle Lösung für Altbauten sein, in denen klassische Heizkörper nicht ausreichen. Fußbodenheizungen bieten einen weiteren Vorteil, da sie die Effizienz der Wärmepumpe steigern und eine Alternative zu herkömmlichen Heizkörpern darstellen.
Auch Denkmalgeschützte Gebäude profitieren besonders von dieser Technik, da hier oft keine Dämmmaßnahmen oder der Austausch von Heizkörpern möglich sind. Die Wärmepumpe für den Altbau arbeitet mit den vorhandenen Heizflächen und erreicht die nötigen Temperaturen für behagliche Räume.
Mehrfamilienhäuser mit hohen Warmwasseranforderungen benötigen Temperaturen über 60 Grad Celsius für den Legionellenschutz. Hochtemperatur-Wärmepumpen erfüllen diese Temperaturanforderungen zuverlässig und ermöglichen den Verzicht auf fossile Brennstoffe.
Industrielle Anwendungen in der Textil-, Papier- oder Lebensmittelindustrie nutzen Prozesswärme bei Temperaturen zwischen 60 und 90 °C. Hier bietet eine CO₂-Wärmepumpe einen besonders effizienten Ansatz, da sie hohe Temperaturen bereitstellt und industrielle Abwärme optimal nutzt. Hochtemperatur-Wärmepumpen können hier fossile Wärmeerzeuger ersetzen und gleichzeitig Abwärme zurückgewinnen.
Fernwärmenetze mit hohem Temperaturbedarf integrieren Hochtemperatur-Wärmepumpen zur dezentralen Wärmeerzeugung und Nutzung lokaler Wärmequellen wie Abwasser oder Erdwärme. Auch in diesem Bereich stellt die CO₂-Wärmepumpe eine effiziente Lösung für hohe Temperaturen dar.
Effizienz und Stromverbrauch bei hohen Vorlauftemperaturen
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) von Hochtemperatur-Wärmepumpen liegt typischerweise zwischen 2,0 und 2,5. Das bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom entstehen 2,0 bis 2,5 Kilowattstunden Wärme. Im Vergleich dazu erreichen Standard-Wärmepumpen Werte zwischen 3,0 und 5,0.
Im Hinblick auf den Stromverbrauch sind Hochtemperatur-Wärmepumpen effizienter als herkömmliche Heizsysteme, da sie auch bei hohen Vorlauftemperaturen einen moderaten Stromverbrauch ermöglichen. Dennoch ist der Stromverbrauch im Vergleich zu Standard-Wärmepumpen höher.
Der höhere Stromverbrauch resultiert aus der größeren Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und Vorlauftemperatur. Bei einem Wärmebedarf von 20.000 kWh jährlich und einer JAZ von 2,5 beträgt der Stromverbrauch 8.000 kWh. Herkömmliche Wärmepumpen würden bei gleicher Heizleistung nur 4.000 bis 6.700 kWh Strom benötigen.
Die Preise für Hochtemperatur-Wärmepumpen liegen in der Regel über denen von Standard-Wärmepumpen, was sich durch die höhere Effizienz bei hohen Temperaturen und die spezielle Technik erklärt. Der Preisunterschied zwischen den verschiedenen Wärmepumpenarten hängt von Faktoren wie Effizienz, Größe und Wärmequelle ab.
Die Kosten für eine Hochtemperatur-Wärmepumpe bewegen sich meist zwischen 20.000 und 40.000 Euro, inklusive Anschaffung und Installation. Trotz der höheren Investition können sich diese Kosten durch die Wirtschaftlichkeit und die mögliche Amortisation über die Jahre lohnen, insbesondere bei staatlichen Förderungen.
Vorlauftemperatur hat entscheidenden Einfluss auf Effizienz
Eine Erhöhung von 55 auf 70 °C reduziert die JAZ um etwa 20 bis 30 Prozent. Daher sollte die Vorlauftemperatur nur so hoch gewählt werden wie nötig.
Optimierungsmaßnahmen für bessere Effizienz umfassen:
- Kombination mit Photovoltaik zur Nutzung selbst erzeugten Stroms
- Hydraulischer Abgleich der Heizanlage
- Dämmung der Heizleitungen
- intelligente Regelung mit Außentemperaturführung
- Nutzung von Niedertemperatur-Heizkörpern in weniger genutzten Räumen
Umweltfreundlichkeit von Hochtemperatur-Wärmepumpen
Hochtemperatur-Wärmepumpen bieten Dir eine besonders umweltfreundliche Lösung für die Wärmeversorgung Deines Altbaus oder Gebäudes mit hohen Vorlauftemperaturen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Heizsystemen, die auf fossile Brennstoffe wie Öl oder Gas setzen, nutzen Hochtemperatur-Wärmepumpen die in der Umwelt gespeicherte Wärmeenergie – sei es aus Luft, Wasser oder dem Erdreich. Diese Wärmequellen stehen Dir nahezu unbegrenzt zur Verfügung und ermöglichen es, auch bei Vorlauftemperaturen von bis zu 100 °C effizient und nachhaltig zu heizen.
Hochtemperatur-Wärmepumpen meistern hohe Vorlauftemperaturen ohne aufwendige Sanierung
Gerade in Altbauten, die oft schlecht gedämmt sind und daher höhere Vorlauftemperaturen benötigen, können Hochtemperatur-Wärmepumpen ihre Stärken richtig ausspielen. Während herkömmliche Wärmepumpen bei solchen Anforderungen an ihre Grenzen stoßen, liefern Hochtemperatur-Modelle Dir zuverlässig die benötigte Wärme, ohne dass eine umfassende Sanierung oder der Austausch Deiner Heizkörper notwendig ist. So lässt sich auch Dein älteres Gebäude auf ein modernes, klimafreundliches Heizsystem umstellen – und das bei Investitionskosten, die sich meist innerhalb von 8 bis 12 Jahren durch die Energieeinsparungen amortisieren.
Aktiv Klimaschutz betreiben: Deutliche CO₂-Reduktion mit Hochtemperatur-Wärmepumpen
Ein wesentlicher Umweltvorteil liegt in der deutlichen Reduktion Deines CO₂-Ausstoßes. Da Hochtemperatur-Wärmepumpen auf erneuerbare Energien setzen und keinen direkten Ausstoß von Emissionen verursachen, trägst Du aktiv zum Klimaschutz bei. Besonders in Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage kann der für den Betrieb benötigte Strom umweltfreundlich erzeugt werden, was Deine CO₂-Bilanz weiter verbessert. Ein typisches Einfamilienhaus spart so jährlich etwa 3 bis 5 Tonnen CO₂ gegenüber einer Ölheizung ein – das entspricht etwa 15.000 bis 25.000 gefahrenen Kilometern mit einem Mittelklasse-PKW.
Wirtschaftliche Effizienz trotz Mehrverbrauch bei Hochtemperatur-Wärmepumpen
Natürlich ist zu beachten, dass der Stromverbrauch bei Hochtemperatur-Wärmepumpen aufgrund der höheren Vorlauftemperaturen und der größeren Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und Heizsystem etwas höher ausfällt als bei Standard-Wärmepumpen. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche liegt der Jahresverbrauch typischerweise bei 4.000 bis 6.000 kWh Strom. Bei einem Strompreis von 0,35 € pro kWh entspricht das Betriebskosten von etwa 1.400 bis 2.100 Euro jährlich. Dennoch bleibt Dein ökologischer Fußabdruck im Vergleich zu Öl- oder Gasheizungen deutlich geringer – vor allem, wenn Du den Strom aus erneuerbaren Quellen beziehst oder selbst erzeugst.
Hochtemperatur-Wärmepumpen passen sich jedem Gebäudetyp an
Auch die Flexibilität bei der Wahl der Wärmequelle, ob Luft, Wasser oder Erdreich, macht Hochtemperatur-Wärmepumpen zu einer nachhaltigen Lösung für unterschiedlichste Gebäudetypen. Selbst in Deinem Altbau mit klassischen Heizkörpern und ohne moderne Dämmung können sie für behagliche Wärme sorgen und gleichzeitig die Umwelt schonen. Du musst nicht erst aufwendig sanieren oder Dein komplettes Heizsystem erneuern, die Hochtemperatur-Technik passt sich an Deine vorhandenen Gegebenheiten an und arbeitet trotzdem hocheffizient.
Vor- und Nachteile von Hochtemperatur-Wärmepumpen
Vorteile:
- Hohe Vorlauftemperaturen bis 100 Grad Celsius ermöglichen Einsatz in jedem Gebäude
- Keine Sanierung des bestehenden Heizsystems mit Heizkörpern erforderlich
- Umweltfreundlicher Ersatz für Öl- und Gasheizungen
- Staatliche Förderung möglich durch BEG-Programm
- Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und Preisschwankungen
- Kombinierbar mit Photovoltaik für klimaneutrale Wärmeversorgung
- Die Wahl eines bestimmten Herstellers kann einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität, Effizienz und den Preis der Hochtemperatur-Wärmepumpe haben.
Nachteile:
- Höhere Anschaffungskosten zwischen 10.000 und 30.000 Euro je nach Geräte-Typ und Wärmequelle
- Geringere Effizienz und höherer Stromverbrauch im Vergleich zu Standard-Wärmepumpen
- Komplexere Technik erfordert fachkundige Installation und regelmäßige Wartung
- Größerer Platzbedarf für Außengeräte und technische Komponenten
- Bei sehr schlecht gedämmten Gebäuden hohe Betriebskosten möglich
- Im Vergleich zu herkömmlichen Wärmepumpen oder anderen Heizsystemen zeigen sich bei Hochtemperatur-Wärmepumpen zusätzliche Nachteilen, wie etwa ein höherer Stromverbrauch und ein insgesamt höherer Preis.
Vergleich zu Alternativen: Pelletheizungen erreichen ähnliche Vorlauftemperaturen bei geringeren Anschaffungskosten, benötigen aber Lagerraum und verursachen lokale Emissionen. Hybridlösungen aus Wärmepumpe und Gasbrennwert-Gerät reduzieren den Stromverbrauch, bleiben aber teilweise auf fossile Energie angewiesen. Die Preise für Hochtemperatur-Wärmepumpen liegen in der Regel über denen von Standard-Wärmepumpen, wobei der Hersteller und die gewählte Lösung einen erheblichen Einfluss auf die Gesamtkosten haben.
Kosten und Fördermöglichkeiten 2026
Die Anschaffungskosten für eine Hochtemperatur-Wärmepumpe variieren je nach Wärmepumpenart, Hersteller und Leistung. Die Preise für eine Luft-Wärmepumpe liegen meist zwischen 8.000 und 15.000 Euro, während Sole-Wasser-Wärmepumpen 12.000 bis 20.000 Euro kosten, zuzüglich 8.000 bis 12.000 Euro für die Erschließung der Erdwärme. Wasser-Wärmepumpen bewegen sich im Preisbereich von 15.000 bis 25.000 Euro, zuzüglich 5.000 bis 15.000 Euro für die Brunnenbohrung. Standard-Wärmepumpen sind in der Regel günstiger, bieten aber nicht immer die nötige Vorlauftemperatur für Altbauten. Die Preise unterscheiden sich deutlich je nach gewähltem System und Hersteller. Die Kosten für die Installation betragen zusätzlich 3.000 bis 8.000 Euro, abhängig von den örtlichen Gegebenheiten und erforderlichen Anpassungen an Dein Heizsystem.
Wer einen möglichst günstigen Einstieg sucht, für den kann eine Luft-Wärmepumpe eine wirtschaftliche Option sein, da Luft-Wärmepumpen meist einfacher zu installieren und günstiger in der Anschaffung sind. Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wärmepumpen bieten hingegen eine höhere Effizienz, sind aber mit höheren Kosten verbunden.
Die Gesamtkosten für eine Hochtemperatur-Wärmepumpe inklusive Installation liegen im Durchschnitt zwischen 20.000 und 40.000 Euro, abhängig von der gewählten Lösung, dem Hersteller und den individuellen Anforderungen.
BEG-Förderung 2026:
- Basis-Förderung: 30 Prozent der förderfähigen Kosten
- Effizienzbonus: 5 Prozent für Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln
- Klimageschwindigkeitsbonus: 20 Prozent beim Austausch alter Öl-, Gas- oder Nachtspeicherheizungen
- Einkommensbonus: 30 Prozent zusätzlich für Haushalte mit Jahreseinkommen unter 40.000 Euro
Maximal sind 70 Prozent Förderung möglich, begrenzt auf 30.000 Euro förderfähige Kosten pro Wohneinheit.
Wirtschaftlichkeitsberechnung: Bei 20 Jahren Betriebszeit und steigenden Energiepreisen amortisieren sich Hochtemperatur-Wärmepumpen trotz höherer Anschaffung meist nach 10 bis 15 Jahren gegenüber fossilen Heizsystemen.
Wann lohnt sich eine Hochtemperatur-Wärmepumpe?
Eine Hochtemperatur-Wärmepumpe lohnt sich in folgenden Situationen:
Altbauten ohne Sanierungsmöglichkeit: Wenn eine Dämmung aus baulichen, finanziellen oder denkmalschutzrechtlichen Gründen nicht möglich ist und Vorlauftemperaturen über 60 °C benötigt werden. In solchen Gebäuden entstehen Wärmeverluste häufig durch unzureichend isolierte Wände, Decken und Fenster. Hier kann eine Wandheizung als Flächenheizung eine sinnvolle Ergänzung sein, um die Wärmeverteilung zu verbessern.
Platzmangel für alternative Heizsysteme: Fehlt der Raum für Pelletlager oder Gastanks, bietet die kompakte Wärmepumpen-Technik eine praktische Lösung.
Hoher Warmwasserbedarf: Mehrfamilienhäuser, Gewerbe oder Haushalte mit großen Warmwasseranforderungen profitieren von den hohen Temperaturen für hygienische Warmwasserbereitung.
Industrielle Prozesse: Betriebe mit Wärmebedarf zwischen 60 und 90 °C können Prozesskosten senken und CO₂-Emissionen reduzieren.
Standard-Wärmepumpen reichen aus, wenn durch Teilsanierung (neue Fenster, Dämmung der obersten Geschossdecke) die Vorlauftemperatur auf 50 bis 55 °C gesenkt werden kann. Auch bei Kombination mit Flächenheizungen wie einer Fußbodenheizung oder größeren Heizkörpern arbeiten herkömmliche Wärmepumpen effizienter. Flächenheizungen, insbesondere Fußbodenheizungen, ermöglichen einen effizienten Betrieb von herkömmlichen Wärmepumpen, da sie mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommen und so die Effizienz steigern. Wer eine effiziente Lösung sucht, kann einen Wechsel auf Flächenheizung oder die Ergänzung um eine Wandheizung in Betracht ziehen, um die Vorteile moderner Heizsysteme optimal zu nutzen. Herkömmliche Wärmepumpen stoßen bei hohen Vorlauftemperaturen, wie sie in unsanierten Altbauten mit schlecht gedämmten Wänden benötigt werden, an ihre Grenzen – hier sind Hochtemperatur-Modelle die bessere Option.
Unsere professionelle Energieberatung hilft Dir bei der Entscheidung zwischen verschiedenen Lösungen und bewertet das Potenzial für Effizienzmaßnahmen am Gebäude.
FAQ
Welche Vorlauftemperaturen erreichen verschiedene Hochtemperatur-Modelle?
Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen bis 75 °C, Sole-Wasser-Wärmepumpen bis 80 °C und CO₂-Wärmepumpen bis 90 °C. Zweikreis-Systeme schaffen ebenfalls 80 °C bei guter Effizienz. Der Hersteller hat dabei einen Einfluss auf die erreichbaren Temperaturen, die Effizienz und den Preis der jeweiligen Hochtemperatur-Wärmepumpe.
Wie hoch ist der Stromverbrauch bei 20.000 kWh Wärmebedarf?
Bei einer JAZ von 2,5 beträgt der Stromverbrauch 8.000 kWh jährlich. Das entspricht Stromkosten von etwa 2.400 Euro bei 30 Cent pro kWh. Eine PV-Anlage kann diese Kosten deutlich reduzieren. Im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen ist der Stromverbrauchs bei Hochtemperatur-Wärmepumpen für hohe Vorlauftemperaturen deutlich niedriger.
Funktionieren Hochtemperatur-Wärmepumpen mit bestehenden Heizkörpern?
Ja, das ist der große Vorteil. Hochtemperatur-Wärmepumpen arbeiten mit vorhandenen Heizkörpern und dem bestehenden Heizkreislauf. Ein hydraulischer Abgleich optimiert die Effizienz.
Welcher Mindestdämmstandard ist für wirtschaftlichen Betrieb nötig?
Ein Heizwärmebedarf unter 150 kWh pro Quadratmeter und Jahr gilt als sinnvolle Obergrenze. Bei schlechteren Werten sind Dämmmaßnahmen oder Hybridlösungen wirtschaftlicher.
Wie lange halten Hochtemperatur-Wärmepumpen?
Die Lebensdauer beträgt 15 bis 20 Jahre. Industrielle Anlagen schaffen oft über 30.000 Betriebsstunden wartungsfrei. Regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer und erhält die Effizienz.
Welche Alternativen gibt es für Altbauten?
Hybridheizungen kombinieren Wärmepumpe und Gasbrennwerttherme, Teilsanierungen reduzieren die Vorlauftemperatur für Standard-Wärmepumpen, und Pelletheizungen bieten eine weitere klimafreundliche Option für hohe Temperaturen. Für bestimmte Anforderungen kann eine Hochtemperatur-Wärmepumpe einen entscheidenden Vorteil bieten.

Als euer Experte für Solartechnik und erneuerbare Energien informiert euch Dominik regelmäßig im priwatt-Blog über alles Wissenswerte rund um die Themen Balkonkraftwerk, PV, Stromtarife, Batteriespeicher und Co.
