Sind Wärmepumpen teuer? Wir rechnen’s Dir vor.

Dominik Broßell
Redakteur

Viele HausbesitzerInnen fragen sich, ob Wärmepumpen teuer sind und ob sich die Investition im Vergleich zu Gas- oder Ölheizungen wirklich lohnt. Da die Kosten für eine Wärmepumpe stark von der Art der Wärmepumpe, dem Gebäudezustand und den örtlichen Installationserfordernissen abhängen, wirken die Preise auf den ersten Blick oft hoch. Eine fundierte Bewertung umfasst jedoch nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die langfristigen Betriebskosten, die staatliche Förderung und die Effizienz im realen Betrieb.
Dieser Ratgeber erklärt, woher die Investitionskosten kommen, wie sie sich zusammensetzen und warum Wärmepumpen in Deutschland trotz eines teils höheren Anfangspreises langfristig zu den günstigsten Heizsystemen gehören.
Warum Wärmepumpen so teuer wirken
Auf den ersten Blick wirken Wärmepumpen teurer als Gas- oder Ölheizungen. Der Grund ist einfach: Ihre Anschaffungskosten liegen in der Regel höher. Viele HausbesitzerInnen vergleichen dabei jedoch ausschließlich die Preise der Geräte, ohne die Gesamtkosten über die gesamte Lebensdauer zu berücksichtigen.
Zwar kostet eine Gasheizung in der Anschaffung häufig nur 8.000 bis 15.000 Euro, jedoch fallen über die Zeit hohe und stark schwankende Kosten für Gas, regelmäßige Wartung, Schornsteinfegerarbeiten und zukünftig immer höhere CO₂-Abgaben an. Eine Wärmepumpe ist zwar teurer in der Installation, reduziert die laufenden Kosten jedoch erheblich – und zwar über viele Jahre hinweg.
Der Eindruck, Wärmepumpen seien teuer, hängt in der Praxis mit fünf Faktoren zusammen:
- Die öffentliche Wahrnehmung wird von den teuersten Modellen (z. B. Erdwärmepumpen) geprägt, nicht von den weitaus günstigeren Luft-Wasser-Systemen.
- Die hohen Fördersummen werden häufig nicht in den Vergleich einbezogen.
- In Berichten wird oft der teuerste „Sonderfall“ dargestellt, etwa im Kontext einer Wärmepumpe im Altbau mit schlechter Dämmung und aufwendiger Erschließung.
- Die Kosten entstehen nicht durch die Wärmepumpe selbst, sondern durch Begleitmaßnahmen wie Hydraulik, Modernisierung und Elektrik, die auch bei anderen Heizsystemen erforderlich wären.
- Die langfristigen Betriebskosten werden im Vergleich selten berücksichtigt.
Die entscheidenden Kostenfaktoren einer Wärmepumpe
Um die Kosten einer Wärmepumpe richtig einzuordnen, ist es nicht ausreichend, lediglich den Preis des Geräts zu betrachten. Die Gesamtausgaben setzen sich immer aus mehreren Bausteinen zusammen, die je nach Gebäude, Heizsystem und Art der Wärmepumpe ganz unterschiedlich ausfallen können. Neben den Anschaffungskosten spielen die Installationsarbeiten eine zentrale Rolle. Ebenso ist die Erschließung der Wärmequelle zu berücksichtigen, die bei Erd- oder Grundwasserwärmepumpen schnell zum größten Kostenpunkt werden kann. Hinzu kommen hydraulische Anpassungen im Haus, wie die Einbindung in bestehende Heizkreise, der Anschluss an die Elektrik und Steuerungstechnik sowie die fachgerechte Inbetriebnahme. In manchen Fällen wird zusätzlich eine Modernisierung des Heizsystems notwendig, etwa der Austausch einzelner Heizkörper oder die Optimierung der Heizflächen.
Diese Faktoren wirken sich je nach Wärmepumpenart unterschiedlich stark aus. So kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe meist ohne große Erdarbeiten installiert werden und bleibt dadurch vergleichsweise günstig, während bei Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen deutlich stärker in Erschließung und Planung investiert werden muss. Dadurch erklären sich die großen Kostenunterschiede zwischen den verschiedenen Wärmepumpentypen und die Notwendigkeit, jedes Projekt individuell zu betrachten.
Wärmepumpe Kosten im Detail: Ein Überblick über die wichtigsten Technologien
Um die tatsächlichen Kosten einer Wärmepumpe richtig einschätzen zu können, lohnt sich ein Blick auf die drei in Deutschland wichtigsten Wärmepumpenarten. Jede nutzt eine andere Wärmequelle, stellt unterschiedliche Anforderungen an Grundstück und Gebäude und unterscheidet sich deutlich im Preis. Der größte Einflussfaktor ist dabei die Art der Erschließung: Während Luftwärme ohne zusätzliche Erdarbeiten genutzt werden kann, sind für Erdreich und Grundwasser aufwendigere Maßnahmen erforderlich.
Im Folgenden erhältst Du eine gut strukturierte Übersicht über die Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit ihren jeweiligen typischen Kosten, Anwendungsbereichen und Besonderheiten.
1. Luft-Wasser-Wärmepumpe: die günstigste und flexibelste Lösung
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist in Deutschland mit Abstand am weitesten verbreitet, da sie technisch unkompliziert ist und fast überall eingesetzt werden kann. Sie nutzt die Außenluft als Wärmequelle und erfordert weder Bohrungen noch Erdarbeiten. Dadurch bleiben die Installationskosten vergleichsweise gering und die Umstellung auf eine Wärmepumpenheizung lässt sich oft innerhalb weniger Tage realisieren.
Die Kosten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe liegen typischerweise zwischen 12.000 und 25.000 Euro. Sie sind abhängig von der Leistung des Geräts, den Gegebenheiten im Haus und dem Umfang der Installation. Besonders günstig ist sie in Gebäuden, die bereits über gut ausgelegte Heizflächen wie Fußbodenheizungen oder modernisierte Niedertemperatur-Heizkörper verfügen.
Für welche Gebäude eignet sich diese Wärmepumpe besonders?
- Einfamilienhäuser und Doppelhäuser
- Neubauten mit durchgehend niedrigen Vorlauftemperaturen
- sanierte Altbauten mit modernisierten Heizkörpern
- Häuser, in denen kein Platz oder kein Budget für Erdwärmebohrungen besteht
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe dominiert den Markt aus gutem Grund: Sie ist preislich attraktiv, flexibel einsetzbar und technisch gut beherrschbar. Ein besonderer Vorteil ist, dass keine Erschließung der Wärmequelle notwendig ist, wodurch sich die Kosten für den Einbau spürbar senken lassen.
Warum sie so weit verbreitet ist
- vergleichsweise geringe Anschaffungskosten
- kurze Installationszeit (oft 2–4 Tage)
- funktioniert in nahezu jeder Region
- platzsparende Aufstellung an der Hauswand oder im Garten
- moderater Aufwand bei Wartung und Betrieb
Für viele HausbesitzerInnen ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe daher der ideale Einstieg in die erneuerbare Heiztechnik, denn das Verhältnis von Investition und Leistung ist sehr gut.
2. Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe): höhere Kosten, sehr hohe Effizienz
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, die auch als Erdwärmepumpe bezeichnet wird, nutzt die konstante Temperatur im Erdreich. Die Wärme wird dabei entweder über Flächenkollektoren oder Tiefenbohrungen gewonnen. Diese Art der Erschließung sorgt für eine hohe Zuverlässigkeit und eine hervorragende Effizienz, allerdings sind die Kosten für die Installation höher.
Die Kosten für eine Erdwärmepumpe liegen in der Regel zwischen 25.000 und 50.000 Euro. Der große Preisunterschied ergibt sich vor allem aus der Art der Erschließung: Flächenkollektoren sind vergleichsweise günstig, benötigen jedoch viel Platz. Tiefenbohrungen sind dagegen nahezu überall realisierbar, aber deutlich teurer und genehmigungspflichtig.
Typische Kostentreiber
- Tiefe und Anzahl der Bohrungen
- Bodenbeschaffenheit (felsig = teurer)
- Genehmigungen und Gutachten
- benötigte Erdwärmesonden und Verrohrung
Der höhere Preis macht sich jedoch durch eine sehr gute Jahresarbeitszahl bemerkbar. Erdwärmepumpen arbeiten oft mit JAZ-Werten über 4,0 und sind somit besonders effizient. Dadurch reduziert sich der jährliche Stromverbrauch im Betrieb spürbar.
Wann lohnt sich eine Erdwärmepumpe besonders?
- für Gebäude mit hohem Wärmebedarf
- in Regionen mit kalten Wintern
- bei Neubauten mit guter Planungssicherheit
- für HausbesitzerInnen, die langfristig möglichst niedrige Betriebskosten wünschen
Die Erdwärmepumpe zählt zu den effizientesten Heizsystemen überhaupt. Ihre hohe Effizienz gleicht die höheren Anschaffungskosten in der Regel über viele Jahre hinweg wieder aus.
3. Wasser-Wasser-Wärmepumpe: sehr effizient, aber genehmigungspflichtig
Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser als Wärmequelle. Da das Grundwasser ganzjährig relativ konstant temperiert ist, erreicht dieses System äußerst hohe Effizienzwerte und niedrige Betriebskosten. Gleichzeitig ist die Installation technisch anspruchsvoll, da zwei Brunnen benötigt werden: ein Förder- und ein Schluckbrunnen.
Die Kosten für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe liegen typischerweise zwischen 30.000 und 50.000 Euro, je nach Region, Wasserqualität und Tiefe des Grundwassers. Auch hier ist der Preis stark von der Erschließung abhängig, denn der Brunnenbau ist der größte Kostenfaktor.
Wichtige Voraussetzungen und Anforderungen
- Genehmigungspflicht in allen Bundesländern
- ausreichende Grundwasserqualität (nicht zu viel Eisen/Mangan)
- geeigneter Abstand zu Schutzgebieten
- stabile Wasserfördermenge
- ausreichender Platz für zwei Brunnenanlagen
Sind diese Bedingungen erfüllt, zählt die Wasser-Wasser-Wärmepumpe zu den effizientesten Wärmeerzeugern auf dem Markt. Ähnlich wie die Erdwärmepumpe erreicht sie hohe Jahresarbeitszahlen und ist dadurch im Betrieb sehr kostengünstig.
Wo ist diese Lösung sinnvoll?
- in Regionen mit verlässlicher Grundwassersituation
- für Gebäude mit hohem Energiebedarf
- wenn langfristig minimale Heizkosten gewünscht sind
- bei EigentümerInnen, die bereit sind, in eine aufwendigere Erschließung zu investieren
Allerdings ist sie nicht überall möglich: In einigen Städten und Regionen, wie etwa Teilen von Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz, sind Grundwasserentnahmen stark eingeschränkt.
Vergleich: Was kostet eine Wärmepumpe im Vergleich zu Gas und Öl?
Ob sich eine Wärmepumpe lohnt, zeigt sich erst im direkten Vergleich der laufenden Kosten. Bei einer Wärmepumpenheizung entscheidet vor allem die Effizienz über den jährlichen Stromverbrauch, während bei Gas- und Ölheizungen dauerhaft Brennstoffkosten entstehen, die stark vom Marktpreis und der politischen Entwicklung abhängen. Zudem werden fossile Heizsysteme zunehmend durch die steigende CO2-Abgabe belastet. Dieser Kostenfaktor wächst Jahr für Jahr und betrifft ausschließlich Gas- und Ölheizungen.
Fossile Heizsysteme verursachen im laufenden Betrieb nicht nur Brennstoffkosten, sondern auch eine Reihe zusätzlicher Ausgaben. Dazu gehören regelmäßige Termine mit dem Schornsteinfeger, jährliche Wartungen am Brenner, Reinigungsarbeiten am Wärmetauscher sowie ein höheres Risiko für Verschleiß und Reparaturen. Gerade ältere Anlagen verbrauchen mehr Energie und treiben die Heizkosten zusätzlich in die Höhe.
Bei Wärmepumpen entfällt dieser gesamte Verbrennungskomplex. Zwar benötigen sie Strom, durch ihre hohe Effizienz nutzen sie aber ein Vielfaches dieser eingesetzten Energie in Form kostenloser Umweltwärme. In vielen Gebäuden liegen die jährlichen Betriebskosten deutlich unter denen einer Gas- oder Ölheizung, selbst bei höheren Strompreisen oder in Regionen ohne speziellen Wärmepumpenstromtarif. Gut ausgelegte Systeme profitieren zudem von niedrigen Vorlauftemperaturen und arbeiten dadurch besonders sparsam.
Kurz gesagt: Gas und Öl sind dauerhaft kostenintensiv, da laufend Brennstoff gekauft und CO₂-Abgaben bezahlt werden müssen. Wärmepumpen reduzieren diese Abhängigkeit, da sie überwiegend Umweltenergie nutzen und dadurch die Heizkosten im Alltag spürbar senken.
Laufende Kosten im Vergleich
Gas- und Ölheizung:
- regelmäßiger Kauf von Gas oder Heizöl
- jährlich steigende CO₂-Abgabe
- Schornsteinfegerpflicht
- höhere Wartungs- und Reparaturkosten
- hoher Energieverbrauch durch Verbrennung
Wärmepumpe:
- Stromkosten als Hauptfaktor
- sehr hohe Effizienz (1 kWh Strom → 3–4 kWh Wärme)
- keine CO₂-Abgabe
- geringerer Wartungsaufwand
- Einsparpotenzial durch PV-Strom und günstige Wärmepumpentarife
Warum Wärmepumpen langfristig günstiger heizen
Der wichtigste wirtschaftliche Vorteil einer Wärmepumpe ist ihre Effizienz. Während eine Gas- oder Ölheizung jede Kilowattstunde Wärme durch die Verbrennung eines Brennstoffs erzeugen muss, nutzt die Wärmepumpe überwiegend kostenlose Umweltenergie. Zwar wird für den Betrieb Strom benötigt, dieser vervielfacht sich jedoch in Form nutzbarer Wärmeenergie. Je nach System lassen sich so aus 1 kWh Strom zwischen 2,5 und 5 kWh Wärme gewinnen. Dieser Effizienzfaktor wird als Jahresarbeitszahl (JAZ) bezeichnet und ist entscheidend für die späteren Betriebskosten.
Typische Werte liegen bei:
- Luft-Wasser-Wärmepumpen: JAZ etwa 2,5 bis 4,0
- Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen: JAZ etwa 3,5 bis 5,0
Je höher die JAZ, desto geringer ist der Stromverbrauch und desto niedriger fallen die jährlichen Heizkosten aus. Da Umweltenergie kostenlos zur Verfügung steht, zahlst Du im Wesentlichen nur für die elektrische Energie, die das System benötigt, um diese Wärme nutzbar zu machen. Das unterscheidet Wärmepumpen grundlegend von fossilen Heizsystemen und erklärt, warum sie sich langfristig als günstiger erweisen.
Warum dieser Effizienzvorteil so entscheidend ist
Es gibt mehrere Entwicklungen, die klar für die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen und gegen fossile Heizsysteme sprechen:
- Gaspreise schwanken stark, da sie von internationalen Lieferketten und geopolitischen Krisen abhängig sind.
- CO₂-Abgaben steigen jedes Jahr, was fossile Heizungen kontinuierlich verteuert.
- Ölpreise sind volatil, weil sie direkt vom Weltmarkt und globalen Fördermengen abhängen.
- Wärmepumpen nutzen stabile, kostenlose Umweltenergie, die weder knapper wird noch politischen Schwankungen unterliegt.
Durch diese Kombination verhält sich eine Wärmepumpe wie eine Investition in langfristige Kostensicherheit. Während fossile Energieträger immer teurer und unberechenbarer werden, profitieren Wärmepumpen von gleichbleibender Umweltwärme und einer stetig optimierten Technik. Wer sein Haus damit beheizt, wird unabhängiger von den fossilen Märkten und kann seine laufenden Kosten Jahr für Jahr senken.

Wie Energiepreisentwicklungen die Wirtschaftlichkeit beeinflussen
Die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe hängt nicht nur von ihrer Effizienz, sondern auch von der langfristigen Entwicklung der Energiepreise in Deutschland ab. Der Trend ist dabei eindeutig: Der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix steigt Jahr für Jahr, während fossile Brennstoffe politisch und wirtschaftlich immer stärker unter Druck geraten. Das hat direkte Auswirkungen auf die Heizkosten.
Je höher der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix ist, desto stabiler entwickeln sich die Strompreise, da Wind- und Solarstrom unabhängig von Importen, geopolitischen Krisen oder globalen Rohstoffmärkten sind. Auch die Ausbauziele der Bundesregierung zielen darauf ab, Strom langfristig günstiger, planbarer und nachhaltiger zu machen. Für Wärmepumpen bedeutet das: Sie profitieren zunehmend von sauber produziertem Strom, der nicht denselben Preisschwankungen unterliegt wie Gas oder Öl.
Auf der anderen Seite werden fossile Energieträger in Zukunft weiter verteuert. Der wichtigste Faktor ist hier die jährlich steigende CO₂-Abgabe, die das Heizen mit Gas und Öl sukzessive verteuert. Dieser Mechanismus ist politisch fest verankert und soll sicherstellen, dass klimaschädliche Heizsysteme weniger attraktiv werden, während klimafreundliche Alternativen wie Wärmepumpen gestärkt werden.
Ersparnisse durch staatliche Förderungen für Wärmepumpen in Deutschland
Ein zentraler Grund dafür, dass Wärmepumpen trotz der höheren Anfangsinvestition heute so attraktiv sind, liegt in der umfangreichen staatlichen Förderung. Deutschland unterstützt den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme mit Zuschüssen und günstigen Krediten, die je nach Situation bis zu 70 Prozent der Gesamtkosten abdecken können. Viele HausbesitzerInnen unterschätzen dieses Potenzial häufig.
Die Fördersystematik besteht aus mehreren Bausteinen, die sich kombinieren lassen:
- Grundförderung für die Installation einer Wärmepumpe
- Austauschbonus, wenn eine alte Gas- oder Ölheizung ersetzt wird
- Einkommensabhängige Zusatzförderung für Haushalte mit geringerem Einkommen
- Ergänzende, zinsgünstige Kredite, die hohe Anfangskosten abfedern
Diese Förderpakete greifen ineinander und können den Preis erheblich senken. So kann eine Wärmepumpenanlage, die inklusive Installation rund 30.000 Euro kostet, durch Zuschüsse auf unter 12.000 Euro gesenkt werden. Damit liegt sie häufig auf dem Preisniveau einer neuen Gasheizung und in einigen Fällen sogar darunter, insbesondere, wenn zusätzlich Modernisierungsmaßnahmen gefördert werden.
Beispielrechnung: So wirtschaftlich kann eine Wärmepumpe sein
Um die Wirtschaftlichkeit greifbar zu machen, betrachten wir ein typisches Einfamilienhaus mit einem jährlichen Wärmebedarf von rund 16.000 kWh. Für ein solches Gebäude eignet sich in der Regel eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe, deren Komplettinstallation etwa 30.000 Euro kostet.
Durch Förderungen ergibt sich eine erhebliche Ersparnis: Bei einem Fördersatz von 60 % beträgt der Eigenanteil der HausbesitzerInnen nur 12.000 Euro. Damit liegt die Investition in vielen Fällen kaum höher als die Kosten für eine neue Gasheizung.
Betriebskosten für eine Wärmepumpe
Die Betriebskosten einer Wärmepumpe hängen maßgeblich von ihrer Effizienz ab. Bei einer realistischen Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,5 benötigt ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einem jährlichen Wärmebedarf von 16.000 kWh etwa 4.500 kWh Strom, um die erforderliche Heizenergie bereitzustellen. Das bedeutet, dass die Wärmepumpe mehr als das Dreifache der eingesetzten elektrischen Energie in Wärme umwandelt.
Bei Nutzung eines speziellen Wärmepumpenstromtarifs liegen die jährlichen Stromkosten häufig bei etwa 1.000 Euro. Dieser Wert kann je nach Region, Anbieter und Tarifmodell etwas schwanken, bleibt aber in der Regel deutlich unter den Heizkosten einer Gas- oder Ölheizung. Auch der Dämmstandard des Hauses und die tatsächliche Vorlauftemperatur beeinflussen den Verbrauch: Je besser das Gebäude gedämmt ist und je niedriger die benötigte Heiztemperatur ist, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe und desto niedriger fallen die laufenden Kosten aus.
Vergleich zur Gasheizung
Eine moderne gasbetriebene Heizungsanlage verursacht bei einem vergleichbaren Wärmebedarf in der Regel Heizkosten zwischen 1.600 und 2.000 Euro pro Jahr. Diese Kosten sind abhängig vom Gaspreis, der individuellen Anlage sowie der jährlich steigenden CO₂-Abgabe. Diese laufenden Kosten fallen dauerhaft an und werden perspektivisch weiter steigen, da fossile Energieträger politisch zunehmend belastet werden. Im direkten Vergleich mit einer Wärmepumpe, die jährliche Stromkosten von etwa 1.000 Euro verursacht, ergibt sich somit eine jährliche Ersparnis von 600 bis 1.000 Euro zugunsten der Wärmepumpe.
Amortisation
Überträgt man diese Einsparungen auf die anfängliche Investition, ergibt sich ein Amortisationszeitraum von etwa 12 bis 20 Jahren. Wie schnell sich die Anlage tatsächlich rechnet, hängt jedoch stark vom individuellen Stromtarif, der Effizienz der Wärmepumpe, den Förderkonditionen sowie dem realen Wärmeverbrauch im Haushalt ab. Besonders interessant wird die Rechnung, wenn zusätzlich eine PV-Anlage vorhanden ist. Wird ein Teil des benötigten Wärmepumpenstroms durch selbst erzeugte Energie gedeckt, sinken die Betriebskosten deutlich. In vielen Fällen verkürzt sich dadurch die Amortisationszeit spürbar, zum Teil sogar um mehrere Jahre.
Warum eine PV-Anlage die Wärmepumpe deutlich günstiger macht
Eine Wärmepumpe wird deutlich wirtschaftlicher, wenn sie mit einer Solaranlage kombiniert wird. Der Grund ist einfach: Eigenproduzierter Solarstrom ist günstiger als Netzstrom und ein großer Teil des Wärmepumpenverbrauchs fällt tagsüber an, also genau dann, wenn die PV-Anlage die meiste Energie liefert.
Mit einem passenden Speicher kann ein zusätzlicher Anteil des selbst erzeugten Solarstroms auch abends oder morgens genutzt werden. Je nach Anlagenkonfiguration und Verbrauchsverhalten lassen sich so 30 bis 70 Prozent des jährlichen Wärmepumpenstroms durch Solarenergie decken. Dadurch reduzieren sich die laufenden Betriebskosten spürbar und die Gesamteffizienz des Heizsystems verbessert sich, ohne dass technische Anpassungen an der Wärmepumpe selbst erforderlich sind.

Fazit
Auf den ersten Blick wirken Wärmepumpen oft teuer, da ihre Kosten für die Anschaffung höher sind als die einer Gas- oder Ölheizung. Berücksichtigt man jedoch Faktoren wie Förderprogramme, Effizienz, laufende Betriebskosten und die erwartbare Preisentwicklung fossiler Energien, ergibt sich ein deutlich differenzierteres Bild. Durch die staatliche Förderung werden die Investitionskosten spürbar gesenkt, sodass sich Wärmepumpen finanziell oft mit einer neuen Gasheizung vergleichen lassen und in manchen Fällen sogar günstiger sind.
Im laufenden Betrieb profitieren Wärmepumpen davon, dass sie überwiegend kostenlose Umweltenergie nutzen und nur einen relativ kleinen Anteil Strom benötigen. Dadurch bleiben die jährlichen Kosten kalkulierbar und meist niedriger als bei fossilen Heizsystemen, deren Preise durch CO₂-Abgaben und volatile Märkte weiter steigen. Dieser Vorteil wird noch verstärkt, wenn eine PV-Anlage eingebunden ist, die einen Teil des benötigten Stroms direkt bereitstellt und die Betriebskosten zusätzlich reduziert.

Als euer Experte für Solartechnik und erneuerbare Energien informiert euch Dominik regelmäßig im priwatt-Blog über alles Wissenswerte rund um die Themen Balkonkraftwerk, PV, Stromtarife, Batteriespeicher und Co.

